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Spatenstich 

Neubau des Gemeindehauses in Kochendorf startet

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Diskussionen, Verzögerungen und Streitpunkte sind überwunden: Mit dem Spatenstich beginnt der Bau des neuen evangelischen Gemeindehauses in Kochendorf – ein Projekt mit Bedeutung für den ganzen Ortskern.

Lange hat es gedauert, jetzt wurde der erste Spatenstich für das neue Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Kochendorf gesetzt.
Lange hat es gedauert, jetzt wurde der erste Spatenstich für das neue Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Kochendorf gesetzt.  Foto: Elfi Hofmann

An den 17. Juli 2019 kann sich Martin Bez noch ganz genau erinnern. Damals war er auf Einladung des damaligen Pfarrers Gemmrich zum ersten Mal in Kochendorf. Das Thema: Der Neubau des Gemeindehauses der evangelischen Kirchengemeinde in dem Bad Friedrichshaller Stadtteil.

Fast sieben Jahre und zahlreiche Diskussionen später trägt der Architekt einen Bauhelm, in der Hand hält er einen Spaten. Gleich wird er gemeinsam mit Bürgermeister Timo Frey, Kirchengemeinderatsvorsitzenden  Pascal Holzwarth und fünf weiteren Männern und Frauen den offiziellen ersten Spatenstich setzen. „In diesen fast sieben Jahren hätte man zwei solide Gebäude planen und bauen können“, so Bez wenige Augenblicke zuvor. „Es ist wichtig, dass dieser lange Weg keine Sackgasse war.“

Über vier Millionen Euro teures Gemeindehaus soll in zwei Jahren fertig sein

Vor allem das Dach war ein Stein des Anstoßes: Die Planung sah ein Flachdach vor, der Gemeinderat berief sich auf eine im Ortskern Kochendorfs vorgeschriebene Neigung. Erst ein Mediator konnte vermitteln. Die Dispute sind jetzt allerdings geklärt, der über vier Millionen Euro teure Bau soll in zwei Jahren fertiggestellt sein.

Das Modell des neuen Gemeindehauses: Das Gebäude soll sich in den Bestand einfügen, auch farblich.
Das Modell des neuen Gemeindehauses: Das Gebäude soll sich in den Bestand einfügen, auch farblich.  Foto: Elfi Hofmann

Geduld und Toleranz seien bei diesem Bauvorhaben stark gefordert gewesen, sagt auch die ehemalige Vorsitzende des Kirchengemeinderats Jutta Loose. „Endlich“ sei das Wort, das ihr beim Lesen der Einladung für den Termin durch den Kopf gegangen sei. Eine gewisse Ungeduld schwinge bei dem Adverb mit, bedeute aber auch „am Ende kommend“. „Um Konsens zu erreichen, ist es wichtig, zu ringen und Ringen auszuhalten“, sagt Loose. Der Spatenstich markiere den Beginn des weiteren gemeinsamen Wirkens von allen Beteiligten, die ein Gemeindezentrum zum Mittelpunkt der Gemeinde machen werden.

Denkmalgeschützter Gewölbekeller wird in den Neubau integriert

Damit ist nicht nur die evangelische Kirche gemeint, sondern auch der Ortskern Kochendorfs, der in den vergangenen Jahren viele Veränderungen erfahren hat. Denn nicht nur der alte Bestand rund um die Sebastianskirche musste bis auf einen denkmalgeschützten Gewölbekeller, der in den Neubau integriert wird, weichen. Auch mehrere Wohn- und Geschäftsgebäude wurden in den vergangenen Jahren abgerissen, um das Areal neu anzuordnen.

„Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, den Ortskern zu beleben und zu pflegen“, sagt Timo Frey. Denn nicht nur für die Kirchengemeinde entstehe ein neuer Mittelpunkt, sondern auch für die Anwohnerinnen und Anwohner. Dabei soll aber der historische Teil nicht verloren gehen.

In Harmonie mit der Sebastianskirche

Eine Aufgabe, der sich auch Architekt Martin Bez bei seinem Entwurf gestellt hat. Der sieht nicht nur vor, das Gebäude näher an die Straße zu rücken, sondern soll die Farbe der Außenfassade der Sebastianskirche aufnehmen. Dafür wird vor Ort dem beigefarbigen Naturstein Flüssigbeton beigemischt, der anschließend von einem Steinmetz so bearbeitet wird, dass der Originalton des Steins wieder sichtbar wird. „Damit steht das Ensemble in Harmonie mit der Kirche“, erklärt Martin Bez, der betont, man wolle einen positiven Impuls für die Belebung Kochendorfs setzen.

Im unteren Bereich wird das Gebäude ebenerdig und damit für alle Besucher barrierefrei nutzbar. Im oberen Stockwerk ist die Wohnung für die oder den neuen Pfarrer geplant. „Ein Gemeindehaus, in dem Menschen zusammenkommen, den Glauben feiern und wo der Geist Gottes gegenwärtig ist.“ So beschreibt es Co-Dekanin Silke Heckmann aus Neuenstadt. Es sei ein gutes Zeichen, wenn die Kirche zu einem solchen Vorhaben aufbreche. Mit dem ersten Spatenstich wird aus jahrelangen Diskussionen nun konkrete Arbeit. Für viele Beteiligte aber wohl vor allem eines: endlich ein Anfang.

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