Nach Bürgermeisterwahl in Talheim: Pascal Bopp steht vor einer Mammutaufgabe
Pascal Bopp ist kein Verwaltungsfachmann. Jetzt muss er als neuer Bürgermeister von Talheim beweisen, dass er die Vorschusslorbeeren verdient hat, findet unsere Autorin.

Deutlicher hätte der Wahlsieg von Pascal Bopp nicht sein können. Der Talheimer hat seine Mitbewerber Alexander Mohaupt und Antonio Nicola Fellini weit abgeschlagen hinter sich gelassen. Dass der 33-Jährige in der Wählergunst vorne liegt, hatte sich im Vorfeld abgezeichnet. Fellini war von vorneherein chancenlos. Mohaupt ist nur ein Jahr jünger als Rainer Gräßle, mit Sachkenntnis konnte er nicht punkten.
Der dynamischste der drei Kandidaten zur Bürgermeisterwahl in Talheim
Von allen dreien wirkt der junge Familienvater Bopp am dynamischsten. Seine Wahlkampf-Strategie, die Bürger vor allem emotional anzusprechen, ist aufgegangen. Die Ausschreibung des Bürgermeisterpostens sei „wie ein innerer Ruf“ für ihn gewesen. Er werde sich „mit Herzblut“ für die Gemeinde einsetzen, für sie „durchs Feuer gehen“: Solche Formulierungen haben bei den Wählern offenbar den richtigen Nerv getroffen.
Als Bürgermeister muss der bisherige Vertriebsleiter einer Spedition aber erst einmal beweisen, dass er die Vorschusslorbeeren auch verdient hat. Wie seine Mitbewerber ist er kein Verwaltungsfachmann. Sich als Fachfremder in Sachverhalte, Abläufe und Aufgaben eines kommunalen Betriebs mit 90 Mitarbeitern einzuarbeiten, ist sicher nicht unmöglich, erfordert aber viel Zeit und Disziplin. Gleichzeitig Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Gemeinde mitzugestalten, ist eine Mammutaufgabe.
Bewerberlage in Talheim: Die Frage nach dem Warum
Offen bleibt die Frage, warum die Bewerberlage in Talheim so schwach war. Für eine Gemeinde, die finanziell so gut dasteht und in der Vergangenheit viele Aufgaben abgearbeitet hat, ist das eine Enttäuschung.
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Stimme.de
Kommentare
am 10.11.2025 09:08 Uhr
Sehr geehrte Frau Kostner,
Fachfremd? Diese Frage könnte oder besser müsste man sich bei jedem Ministerposten ob auf Landes-, Bundes-, oder Europaebene ebenso stellen.
Herr Bopp muss vor allem 90 offensichtlich gute Mitarbeiter hinter sich versammeln können, deren Fachwissen nützen und kluge Ziele für die Zukunft Talheims setzen. Es ist sicherlich nicht schädlich zu wissen wie eine Verwaltung und deren Abläufe und Formalien greifen. Aber durch die Vita von Herrn Bopp, einer sehr gut aufgestellten Kommune und tollen Mitarbeitern kann dies ein Gewinn sein.
Es ist bewundernswert und es gibt Hoffnung, dass sich junge Menschen mit einem Familienleben die auch in der freien Wirtschaft eine starke Laufbahn hätten, sich als Bürgermeister der Verantwortung für die Gemeinschaft stellen. Man sollte sich eher die Frage stellen warum immer weniger Verwaltungsangestellte solch eine Laufbahn anstreben.
Die Mehrheit der Talheimer sieht das, dem super Wahlergebnis nach zu Urteilen, genauso.
Jürgen Mosthaf