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Überraschung in Neckarsulm: Aquatoll-Bad soll wieder eröffnen

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Das 2022 geschlossene und eigentlich abgeschriebene Freizeitbad Aquatoll in Neckarsulm steht vor dem Comeback. Auch ein Hotel und ein Museum sollen entstehen. Die Pläne im Detail. 


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Es ist die Überraschung des noch jungen Jahres: Das seit Mai 2022 geschlossene Freizeitbad Aquatoll in Neckarsulm soll instand gesetzt und wiedereröffnet werden. Der Investor, die Firma PL-Immoinvest aus Beindersheim (Rheinland-Pfalz), will das gesamte Areal übernehmen und die Anlagen auf eigene Rechnung bauen und betreiben. Neben dem Aquatoll sollen ein Hotel und ein Automuseum mit Oldtimern und hochwertigen Sportwagen entstehen.

Auf dem Gelände des Aquatoll soll eine Anlage mit Familienbad-, Wellness- und Fitness-Charakter entstehen. Das Erlebnisbad soll demnach saniert und zum Familienbad umgebaut werden. Als reines Spaßbad soll das Aquatoll nicht mehr betrieben werden.

Aquatoll in Neckarsulm: Anlage soll zum Familienbad werden 

Für die Stadt Neckarsulm war entscheidend, dass sie keinen jährlichen Betriebskostenzuschuss entrichten muss, sondern der Investor alles auf eigene Rechnung umsetzt. Die Stadt übernehme keinerlei Investitions- oder Folgekosten, heißt es in einer Stellungnahme.

Der Sauna-Bereich soll komplett wiedereröffnet werden. Erhalten bleiben soll die charakteristische Architektur des Freizeitbads. Badewassertechnik, die imposante Kuppel und die Tragkonstruktion im Untergeschoss sollen von Grund auf modernisiert werden. Stadt und Investor haben eine Absichtserklärung abgegeben, der Gemeinderat hat darüber beraten und einstimmig beschlossen.

So stellen sich Planer und Investor das neue Wellnesshotel neben einem wiedereröffneten Neckarsulmer Aquatoll vor.
So stellen sich Planer und Investor das neue Wellnesshotel neben einem wiedereröffneten Neckarsulmer Aquatoll vor.  Foto: Bechler Grabbe

„Das ist eine große Chance, das Erlebnisbad mit neuem Leben zu füllen und wieder zu einem Anziehungspunkt zu machen“, teilt Oberbürgermeister Steffen Hertwig schriftlich mit. „Das Aquatoll fehlt vielen, und deshalb ist die Perspektive der Sanierung heute eine Möglichkeit, die uns allen Hoffnung macht.“ Das Konzept des Investors sei schlüssig und passe sehr gut ins Profil der Auto- und Bäderstadt Neckarsulm, erklärt der 56-Jährige.

Das neue Hotel soll südwestlich des Aquatolls auf den derzeitigen Beachvolleyballfeldern gebaut werden. Es hat eine Kapazität von 45 Betten. Das Automuseum soll westlich neben dem Sportbad entstehen. Das Sportbad bleibt weiterhin im Besitz der Stadt Neckarsulm, die unterirdische Verbindung zum Aquatoll soll wieder hergestellt werden.

Aquatoll-Wiedereröffnung: Oberbürgermeister Hertwig spricht von langem Weg

Über den Verkaufspreis gibt es noch keine Informationen. Geplant sei, dass die Stadt das Grundstücksensemble verkauft, heißt es aus dem Rathaus. Deshalb sei ein Gutachten eingeholt worden, dass den Kaufpreis festlegt. Welcher Preis herausgekommen ist, wollte die Stadt nicht sagen. Da aber alleine der Abriss des Aquatolls doppelt so teuer gewesen wäre wie der Wert des Grundstücks, und weil der Investor enorme Summen investieren möchte, ist der Verkaufspreis des Geländes wohl eher symbolischer Natur.

Hertwig spricht von einem langen Weg, der noch zu bewältigen sei. „Wir stehen am Anfang eines vielversprechenden Projekts, das wir mit aller Kraft und Verantwortung unterstützen.“ Als erste Schritte plant der Investor, ab 2027 Bad und Sauna zu sanieren und wohl ab 2028 wieder zu eröffnen. PL-Immoinvest besitzt in Heilbronn mehrere Objekte, unter anderem das ehemalige Palm-Gebäude und das Commerzbank-Areal.

Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Der Investor und die Stadt haben sich in einem sogenannten „Letter of Intent“ – einer Absichtserklärung – zu dem Projekt bekannt. Wie es aus dem Rathaus heißt, sei aber noch ein Projektvertrag notwendig. Der könnte in drei bis vier Monaten unterzeichnet werden. Das Projekt trägt den Namen Aquatoll 2.0. Mentoren sind der frühere Baubürgermeister der Stadt Neckarsulm, Klaus Grabbe, und der ursprüngliche Architekt des Aquatolls, Ulrich Bechler.

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