Naturfreundehaus Steinknickle in Neuhütten wird mit Brandschutz ausgestattet
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Nach den Arbeiten im Inneren kommen als nächstes die Fluchttreppen. Das Wanderheim in Neuhütten ist wieder am ersten Wochenende jeden Monat bewirtet. Das Pächterduo steht in den Startlöchern.
Unterhalb der Terrasse des Naturfreundehauses Steinknickle in Neuhütten ist die Fläche geschottert worden. Das Fundament für die Fluchttreppe in die Stockwerke ist bereits gelegt.
Foto: Christiana Kunz
Hammer und Säge begleiten das Vogelgezwitscher. Sie sind die einzigen störenden Geräusche in der Idylle im Wald. Aber sie zeugen davon, dass sich am Naturfreundehaus Steinknickle in Wüstenrot-Neuhütten etwas tut. Der Umbau, dem Brandschutz geschuldet, ist im Gang. Die Saison ist wieder gestartet. Wie im vergangenen Jahr ist das Haus am ersten Wochenende im Monat geöffnet. Vorerst sorgen ehrenamtliche Helfer um das künftige Pächterduo für die Bewirtung.
Die oberen Schlafsäle sind bereits entkernt. Im vierten Bauabschnitt soll hier die Pächterwohnung eingebaut werden.
Foto: Archiv/Kunz
Die Holzverschalung und Elektrik im Treppenhaus mussten aus Brandschutzgründen entfernt werden. In den beiden kleinen Schlafräumen wurden die Fenster durch Türen ersetzt, die auf die anzubringende Fluchttreppe an der Hinterseite des Gebäudes führen. Die oberen Schlafsäle sind entkernt. Hier soll die Pächterwohnung entstehen. Da im Januar das Landratsamt Heilbronn die Baufreigabe erteilte unter der Maßgabe, dass die Gemeinde die Löschwasserversorgung herstellt, konnten auch die Arbeiten draußen beginnen. So wurde das Fundament gelegt für die zweite Fluchttreppe an der Terrasse. Sie ermöglicht einen direkten Zugang von der Außenbewirtung zur Theke im Gastraum. Die Schlafräume im ersten Obergeschoss werden ebenfalls mit einer Fluchttreppe ausgestattet.
Was muss am Dach des Naturfreundehauses Steinknickle gemacht werden?
Nach diesem zweiten Bauabschnitt ist laut Johannes Müllerschön, Vorstandsmitglied der Naturfreunde im Heilbronner Land, der dritte noch offen. Kann das undichte Dach repariert oder muss es neu eingedeckt werden? Letzteres wäre natürlich viel teurer. Der vierte Schritt ist die Pächterwohnung.
„Die Finanzierung steht“, nimmt Müllerschön zum Knackpunkt des Projekts Stellung. Ende Juni werde der Förderantrag beim Land gestellt. Der übliche Satz habe bisher bei 50 Prozent gelegen. Die erhofft sich der Naturfreund auch. Die Gesamtkosten gibt er mit 250.000 bis 300.000 Euro an.
Johannes Müllerschön (Mitte) und Martin Müller (rechts) gehören zu den ehrenamtlichen Helfern, die den beauftragten Firmen zur Hand gehen.
Foto: Kunz, Christiana
Verkauf des einen Naturfreundehauses hilft dem anderen
Eigenleistungen sollen einen Beitrag zum Projekt beisteuern. Das Bauteam der Ehrenamtlichen umfasse zehn bis 20 Leute, nicht nur Mitglieder. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf des Naturfreundehauses Botenheimer Heide der Ortsgruppe Lauffen – sie ist inzwischen mit der Heilbronner fusioniert – wird laut Müllerschön für das Steinknickle verwendet. Und dann sind da auch noch Spenden, die weiter gesammelt werden.
Müllerschön sieht die Existenz des mehr als 110 Jahre alten Naturfreundehauses in Neuhütten gesichert, nachdem 2024 das Gebäude noch zum Verkauf angeboten worden war. Das war damals Plan B. Müllerschön verschweigt aber nicht die Bedenken vor allem älterer Mitglieder, was die ehrenamtliche Situation anbelangt.
Extra Fachgruppe fürs Wanderheim Steinknickle
Nach mehr als drei Jahren Suche hat der Verein ein Pächterduo gefunden, das in den Startlöchern steht – voraussichtlich ab 2026: Meikel Vogt aus Gaildorf und Heiko Bässler aus Wüstenrot bestreiten jetzt schon die Wochenendöffnungen, Bässler packt auch beim Umbau mit an. Er ist zudem Sprecher der im Dezember neu gegründeten Fachgruppe Naturfreundehaus Steinknickle. Diese soll den Vorstand bei Betrieb und Erhalt des Steinknickles entlasten, sich um die Wochenendöffnungen und die Bauarbeiten kümmern sowie skeptische Mitglieder davon überzeugen „dass wir das Haus gemeinsam als Naturfreundehaus erhalten können“, wie es im Rundbrief spezial vom Mai heißt.
Dazu gehört auch ein nachhaltiges Konzept, das Bässler, der gelernter Jugend- und Heimerzieher mit Fortbildung zum Erlebnispädagogen ist, erläutert. Er spricht von einem Angebot für Kinder und Jugendliche, die Waldolympiade des Naturerlebniscamps Wüstenrot soll zum Steinknickle zurückkehren. Pilz- und Kräuterwanderungen stellt Bässler sich vor. „Wir wollen eine Kooperation mit den Naturparkführern“, präzisiert Müllerschön. Bässler hat bereits Anfragen von Triathleten, für die die Gemarkung ideale Trainingsbedingungen böte. „Das Fastenwandern boomt“, sagt er. „Auch dafür sind wir die perfekte Location.“ Müllerschön fügt Wandergruppen hinzu, schließlich liege der Standort an zwei Fernwanderwegen.
Die Leute zurück zur Natur zu bringen, nennt Bässler das Ziel, die Naturentfremdung rückgängig zu machen, stattdessen ein Bewusstsein für den Schutz und den Erhalt der Natur zu schaffen.
Das Naturfreundehaus Steinknickle in Neuhütten ist immer am ersten Wochenende im Monat, samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Es werden Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen serviert. Am Sonntag, 6. Juli, allerdings bleibt das Wanderheim geschlossen, weil die Naturfreunde sich am Turmfest des Schwäbischen Albvereins beteiligen.
Wenn der Pachtvertrag unterzeichnet ist, wollen Heiko Bässler und Meikel Vogt eine Gaststättenkonzession beantragen, um das Wanderheim auch unter der Woche öffnen zu können. Beim Betrieb setzten die beiden Geschäftspartner weiter auf ehrenamtliche Hilfe der Naturfreunde. Die Ortsgruppe kann sich übrigens über Zuwachs freuen. Durch die Fachgruppe und die Bauaktivitäten habe man bereits zehn neue Mitglieder gewonnen, die den Altersdurchschnitt senkten, erzählt Bässler.
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