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Förderprogramm

„Natur nah dran“: Abstatt ist dabei 

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Beim dritten Versuch hat es geklappt. Abstatt gestaltet bis 2027 elf Standorte im Gemeindegebiet insektenfreundlich. Dafür gibt es Fördergelder vom Land.

Auch im Bürgerpark sollen Flächen für Schmetterlinge und Wildbienen entstehen.
Auch im Bürgerpark sollen Flächen für Schmetterlinge und Wildbienen entstehen.  Foto: Christiana Kunz

Beim dritten Versuch hat Abstatt es geschafft: Die 5000-Einwohner-Gemeinde hat sich einen von 15 Plätzen im Förderprojekt „Natur nah dran“ für 2026 gesichert. „Das ist für uns eine große Auszeichnung und zugleich Ansporn“, freut sich Bürgermeister Klaus Zenth.

„Bereits in der letzten Legislaturperiode kam von Seiten der Freien Wähler der Hinweis auf das Förderprogramm. Seither haben wir uns regelmäßig darauf beworben“, berichtet Bauamtsleiter Tim Breitenöder. Das Ziel: mehr Lebensräume zu schaffen für Insekten wie Scherenbienen oder Schwalbenschwanz-Falter. 

Abstatt hat seine Bürger befragt

Die Gemeinde wird, zusammen mit dem Naturschutzbund und gefördert durch das Umweltministerium Baden-Württemberg, einen Teil ihrer Grünflächen in artenreiche Lebensräume für Tiere und Pflanzen verwandeln. „Abstatt hat uns mit dem frühzeitigen Einbezug der Einwohnerschaft und konkreten Ideen für die naturnahe Gestaltung der Flächen überzeugt“, sagt Projektleiter Martin Klatt vom Nabu Baden-Württemberg. „Wir haben unsere Bürger über eine Umfrage beteiligt“, bestätigt Breitenöder. 

Geplant ist die Umwandlung von Flächen an elf Standorten. „Wir haben sowohl straßenbegleitende Kleinflächen als auch größere Flächen am Ortsrand angemeldet, unter anderem im Bürgerpark, entlang der Schozachstraße und in Happenbach“, so der Bauamtschef. 

Los geht es Ende April mit einer Auftaktveranstaltung für Gemeindemitarbeiter in der erfahrenen „Natur nah dran“-Kommune Durmersheim. Anschließend erhält Abstatt Besuch von Naturgartenfachleuten und dem Nabu-Projektteam: Gemeinsam werden die Flächen vor Ort besichtigt und überlegt, welche Maßnahmen sich für den jeweiligen Standort eignen – von Blumenwiesen bis zu Stauden und Hecken.

Abstatt hat 15.000 Euro im Haushalt eingeplant

Die Umgestaltung findet im Herbst statt. Das nötige Fachwissen erhalten die Abstatter Bauhofmitarbeiter in drei weiteren Schulungen bis zum Sommer 2027. Dort lernen sie verschiedene Methoden fürs Anlegen und Pflegen naturnaher Wildpflanzenflächen kennen. Ob sich möglicherweise auch Bürger aktiv beteiligen können, will Tim Breitenöder noch in Erfahrung bringen. „Grundsätzlich sind wir dafür offen.“ Für die Finanzierung des Projekts hat Abstatt 15.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Förderfähig sind laut Breitenöder 50 Prozent der Ausgaben, maximal 15.000 Euro.

Seit 2016 wurden bei „Natur nah dran“ über zehn Prozent aller Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg gefördert. Für die diesjährige Förderrunde hat die Jury aus Umweltministerium, Nabu, Städtetag und Gemeindetag Baden-Württemberg folgende Kommunen ausgewählt: Abstatt, Albstadt, Altensteig, Bad Säckingen, Breisach am Rhein, Igersheim, Ilvesheim, Jagstzell, Külsheim, Marxzell, Mauer, Neuenbürg, Nußloch, Weil am Rhein und  Weinheim. Bis 2027 werden jährlich 15 Städte und Gemeinden in das Programm aufgenommen. Seit 2016 wandelten 121 Kommunen bereits fast 300.000 Quadratmeter naturnah um.

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