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Verkehrssicherheit

Polizei-Aktion auf Löwensteiner Platte: Zwischen Biker-Treff und Trainingsplatz

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Nach der Winterpause sind in der Region Heilbronn wieder viele Motorradfahrer unterwegs. Beliebtes Ziel ist die Löwensteiner Platte. Dort warnt die Polizei am Sonntag vor typischen Unfallrisiken zu Beginn der neuen Saison und setzt auf Prävention direkt vor Ort.


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Wenn Motorräder im Minutentakt anrollen, ist auf der Löwensteiner Platte Saisonstart. Maschinen glänzen in der Sonne, Fahrer stehen zusammen, trinken Kaffee, reden über Strecken und Technik. Für viele ist die Platte Treffpunkt.

Doch an diesem Sonntag geht es nicht nur um Leidenschaft, sondern auch um Sicherheit. Zwischen 10 und 14 Uhr informiert die Polizei gemeinsam mit Partnern wie dem ADAC über Risiken und darüber, wie sie sich vermeiden lassen.

„Gerade zu Saisonbeginn ist es wichtig, dass Fahrer und Maschine wieder fit sind“, sagt Roberto Monaci, Referent für Verkehrsprävention beim Polizeipräsidium Heilbronn. Nach der Winterpause fehle oft die Routine. Sicherheitstrainings könnten helfen, das Gefühl für Kurven, Bremsen und Schräglage zurückzubekommen.

Rund 500 Motorradunfälle im Jahr – Risiko bleibt auch im Raum Heilbronn hoch

Die Zahlen zeigen, warum die Polizei hier präsent ist. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn kam es 2025 zu knapp 500 Motorradunfällen. Die Zahl der Schwerverletzten ist zuletzt zwar von 112 (2024) auf 88 (2025) gesunken, dennoch bleibt das Risiko hoch. Rund zwei Drittel der tödlichen Unfälle werden von Motorradfahrern selbst verursacht, so Monaci.


Häufig gehe es dabei nicht um extremes Rasen, sondern um falsch eingeschätzte Situationen. „Nicht angepasste Geschwindigkeit ist ein großes Thema“, sagt Monaci. Gerade auf kurvenreichen Strecken wie rund um die Löwensteiner Platte könne das schnell gefährlich werden.

Sicherheit beim Motorradfahren: „Man muss für andere mitdenken“

Viele der Motorradfahrer vor Ort kennen die Risiken. Axel Nagel aus Oberstenfeld fährt seit Jahren Motorrad und hat mehrere Sicherheitstrainings absolviert. „Das sollte jeder machen“, sagt er. Nur so lerne man das richtige Abbremsen und das Verhalten im Extremfall. Zum Thema Rasen hat Nagel eine klare Meinung: „Wer rasen will, muss auf die Rennstrecke.“ 

Uwe Zawadzki aus Besigheim hat selbst erlebt, wie schnell es kritisch werden kann. „Ich habe einmal zu spät gebremst“, erzählt er. Seitdem fahre er bewusster. „Man muss für andere Verkehrsteilnehmer mitdenken.“

Beim ADAC wird empfohlen, nach ein bis zwei Jahren Fahrpraxis ein Sicherheitstraining zu absolvieren und dieses regelmäßig aufzufrischen.

Sichtbar fahren, Rücksicht nehmen – Polizei-Aktion auf Löwensteiner Platte soll Biker sensibilisieren

Ein weiterer Punkt ist die eigene Sichtbarkeit. Helle Kleidung oder Warnwesten können helfen, früher erkannt zu werden. „Ganz in Schwarz wird man einfach später gesehen“, sagt Monaci.

Neben der Sicherheit spielt auch das Thema Lärm eine Rolle und wird von der Polizei angesprochen. Die Strecke führt durch mehrere Ortschaften, Anwohner klagen immer wieder über laute Maschinen, sagt Monaci: „Es macht einen Unterschied, wie man durch den Ort fährt.“ Niedrige Drehzahl statt unnötigem Gasgeben könne viel ausmachen. Wer frühzeitig herunterschaltet und ruhig durchfährt, könne viel zur Entlastung beitragen.

Löwensteiner Platte als Biker-Hotspot: Zwischen Treffpunkt und Trainingsplatz

Die Löwensteiner Platte ist für viele Motorradfahrer aber mehr als nur Durchgangsstrecke. Sie gilt als Treffpunkt, an dem sich Fahrer aus der ganzen Region begegnen. Gruppen stehen zusammen, es wird über Maschinen, Touren und die ersten Kilometer der Saison gesprochen. „Man trifft Gleichgesinnte, kommt ins Gespräch“, sagt Zawadzki. Für viele gehöre genau das ebenso dazu wie die Strecke selbst. 

Das Sicherheitstraining ist hier seit 2002 fester Bestandteil. Immer wieder rollen im Laufe des Vormittags neue Motorradfahrer an, stellen ihre Maschinen ab und nutzen die Gelegenheit für Gespräche oder für einen kurzen Kaffee zwischendurch. Auch die Polizei nutzt diese Atmosphäre bewusst, um direkt mit Fahrern ins Gespräch zu kommen: „Wir wollen hier bewusst keine Kontrollen, es soll einfach ein Austausch stattfinden“, sagt Monaci. 

Am Ende bleibt der Gedanke, der sich durch den Tag zieht: Wer seine Maschine kennt, die Strecke einschätzt und aufmerksam fährt, reduziert Risiken deutlich. Gerade zum Start in die Saison.

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