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Geplantes Bauprojekt in Flein 
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Mit Tennishalle will der TC Flein der Jugend eine Perspektive bieten

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Die Investition beläuft sich auf rund 1,2 Millionen Euro. Vorsitzender Heiko Lüdemann steckt viel Freizeit in das Bauvorhaben. Der Verein erfährt viel Zulauf.

Heiko Lüdemann, Vorsitzender des TC Flein, steht am Eingang der beiden vorderen Tennisplätze, wo die Halle gebaut werden soll. Mitte März 2026 könnte sie nach seiner Einschätzung fertig sein.
Heiko Lüdemann, Vorsitzender des TC Flein, steht am Eingang der beiden vorderen Tennisplätze, wo die Halle gebaut werden soll. Mitte März 2026 könnte sie nach seiner Einschätzung fertig sein.  Foto: Mario Berger

Es ist ein großes und bedeutendes Projekt für den Tennisclub Flein. Eine Tennishalle soll ganzjähriges Spielen und Trainieren ermöglichen, der Jugend eine Perspektive bieten. Nicht nur der Sportbetrieb würde dadurch einen Aufschwung erleben, sondern auch das Miteinander, so die Intention. Im Herbst und Winter kommt bisher das Vereinsleben zum Erliegen. Die Baugenehmigung für den 1,15 Millionen Euro teuren Neubau liegt seit Februar vor. Nach der Freiluftsaison im Oktober könnte der Baustart sein, so Vorsitzender Heiko Lüdemann.

Der TC kann aufatmen: „Wir sind einen großen Schritt weiter“, sagt Lüdemann. Denn der Gemeinderat hat bei zwei Enthaltungen einstimmig entschieden, die Sportanlage vom Land Baden-Württemberg zu kaufen. Die Kommune wird das Gelände dem TC wohl in Erbpacht überlassen. Die geregelten Eigentumsverhältnisse sind Voraussetzung für eine Förderung durch den Württembergischen Landessportbund (WLSB), von dem sich der TC, so das Signal, 320.000 Euro erhofft. So hoch ist auch der Zuschuss der Gemeinde, die zudem für eine Kreditaufnahme eine Bürgschaft in Aussicht stellt. Der Verein selbst wäre nicht in der Lage, den Kaufpreis für die Sportanlage – die Gemeinde hat sich mit dem Land auf 116.000 Euro verständigt – aufzubringen. 

Was ehrenamtlich alles zu meistern ist

Die Gespräche mit der Gemeinde und dem WLSB sind Teil der Aufgaben, die mit dem Bauprojekt einhergehen. Ehrenamtlich, versteht sich. Etwa 400 Stunden, so schätzt Lüdemann, habe er bereits in das Vorhaben gesteckt. Ein bis eineinhalb Stunden sei er täglich mit E-Mail-Verkehr beschäftigt, aktuelle Informationen auf die Website zu stellen, Newsletter für die Vereinsmitglieder zu verfassen, Angebote einzuholen, Spendenabsichtserklärungen an Mitglieder und Firmen zu verschicken, um einige Beispiele zu nennen. Der 61-Jährige, der von zwei, drei Vorstandsmitgliedern unterstützt wird,  hat auch mit dem Architekten den Entwurf für die Zwei-Feld-Halle in Ständerbauweise mit gedämmter Metallaußenhaut gemacht und sich mit den baurechtlichen Voraussetzungen befasst. „Die Baugesuchsunterlagen zusammenzustellen, das ist kein Hexenwerk“, meint der Vorsitzende, der als Maschinenbauingenieur im Baugewebe unterwegs ist. 

„Die Verantwortung drückt mich nicht“, verneint er die Frage, aber Lüdemann weist darauf hin, dass er und sein Stellvertreter in der Haftung seien. 

Für die Eigenmittel braucht es Spenden

Lüdemann ist überzeugt, dass die Finanzierung gelingt: mit den Zuschüssen von WLSB und Gemeinde, Krediten sowie Eigenmitteln von 80.000 Euro, die sich aus 20.000 Euro an Spenden und der Einmalzahlung für die Vermietung der Photovoltaikanlage auf dem Hallendach zusammensetzen sollen. 

„Man muss an die Zukunft denken, an junge Familien, sonst stirbt der Verein“, argumentiert Lüdemann gegenüber Kritikern im Verein, die eine Tennishalle für nicht notwendig halten. 145 Kinder und Jugendliche gehören zum TC, der weiter wächst und inzwischen 370 Mitglieder hat. Lüdemann schreibt das Interesse den Hallenplänen zu und prophezeit, dass der Verein in zwei Jahren 450 Mitglieder haben wird.

Halleneinnahmen könnten ins Vereinsheim fließen

Aus den Einnahmen der Halle könnte die Clubanlage modernisiert werden, das mehr als 30 Jahre alte Vereinsheim braucht eine neue Heizung und ein neues Dach, bringt Lüdemann einen weiteren Aspekt zur Sprache. Mit Fördermitteln und dem Eigenanteil aus Halleneinnahmen und Mitgliedsbeiträgen ließe sich der fünfte Tennisplatz – durch die Halle fallen zwei weg – bereits 2026 bauen. Für zwei weitere würden wohl zwei Jahre für das Planungsrecht benötigt. 

Eine Tennishalle bietet auch der Gemeinde neue Möglichkeiten, könnte sie diese doch vormittags für den Schulsport nutzen und bei der Ganztagsbetreuung mit berücksichtigen. Das hat der Verein angeboten, und eine Bürgschaft, so Bürgermeister Alexander Krüger, beinhalte eine öffentliche Nutzung. 

An einer Tennishalle in Flein haben umliegende Vereine schon Interesse bekundet. Die Halle ermöglicht den Sport nicht nur außerhalb der Freiluftsaison, sondern auch bei Hitze, Regen und Gewitter im Sommer. Die Wärmepumpe sorgt für Kühlung. Mit dem Hallenbau wird eine Regenwasserzisterne für die Bewässerung der Außenplätze installiert. Die Investition, so Vorsitzender Heiko Lüdemann, ziehe keine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nach sich. Es würden auch keine Aufnahmegebühr und Umlage verlangt. 

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