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Beliebte Freizeiteinrichtung zwischen Beilstein und Oberstenfeld wird 50 Jahre alt

Mineralfreibad Oberes Bottwartal hat viele Besonderheiten

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Es liegt idyllisch zwischen zwei Burgen und ist mit mehreren Rutschen ausgestattet, die längste hielt sogar zeitweise den Deutschland-Rekord. Das  Mineralfreibad Oberes Bottwartal, das im Juli 50 Jahre alt wird, hat noch etliche andere Besonderheiten zu bieten.

Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal, zwischen Beilstein und Oberstenfeld gelegen, ist eine beliebte Freizeiteinrichtung mit überörtlichem Einzugsgebiet.
Das Mineralfreibad Oberes Bottwartal, zwischen Beilstein und Oberstenfeld gelegen, ist eine beliebte Freizeiteinrichtung mit überörtlichem Einzugsgebiet.  Foto: Christiana Kunz

Markus Kleemann ist ein eher nüchterner Mensch. Aber wenn es um das Freibad geht, kommt der Oberstenfelder Bürgermeister in Fahrt. „Unser Mineralfreibad gehört zu den schönsten in Deutschland“, sagt er und verweist auf zahlreiche Top-Rankings bei Google. Vor ein paar Jahren ging das Bad, das ziemlich genau zwischen Heilbronn und Ludwigsburg liegt, bei der Auswertung von 60.000 Google-Kundenbewertungen des Verbraucherportals „testberichte.de“ sogar als Sieger hervor.   

Mineralfreibad verfügt über fünf Rutschen

Kleemann zählt einige Vorzüge der Freizeiteinrichtung auf: „Wir haben fünf Rutschen, einen Wellnessbereich mit Sprudelliegen und Schwallwasserduschen, eine zweieinhalb Hektar große Liegewiese, drei Beachvolleyballfelder, eine Acht-Feld-Trampolinanlage und über 1000 Parkplätze.“ Das größte der drei  Becken ist 50 Meter lang und damit wettkampfgeeignet, und auf einem Teil der Liegewiese kann man sich textilfrei sonnen. Bis Mitte August ist das Bad bis 21 Uhr geöffnet, an drei Tagen pro Woche ist von 6 bis 7 Uhr Frühbadetag. 

Am 4. Juli 1975 wurde das Mineralfreibad eingeweiht. Es ist das Kind einer kommunalen Partnerschaft. Dass sich zwei Kommunen für den Bau und Betrieb eines Freibades zusammentun, noch dazu über eine Kreisgrenze hinweg, ist nicht alltäglich.  Die Gemeinde Oberstenfeld (Landkreis Ludwigsburg) mit etwa 8100 Einwohnern trägt im Freibad-Zweckverband 56 Prozent der Kosten, die nach Abzug der Eintrittsgelder zu stemmen sind, die benachbarte Stadt Beilstein (Landkreis Heilbronn) mit rund 6500 Einwohnern trägt 44 Prozent.

Mineralfreibad: 9,6 Millionen Besucher kamen seit der Eröffnung vor 50 Jahren

Wobei im Vergleich mit anderen Freibädern gar nicht so viel zu stemmen ist. Der Zuschussbedarf beträgt zwischen 200.000 und 300.00 Euro pro Jahr. Dass dieser sogenannte Abmangel relativ niedrig ist, habe mit der Attraktivität des Bades zu tun, die sich in hohen Besucherzahlen widerspiegele, sagt Kleemann. Der Bürgermeister von Oberstenfeld ist traditionell der Vorsitzende des Zweckverbandes. Durchschnittlich kommen pro Saison etwa 220.000 Besucher, sagt Verwaltungsleiterin Christine Schächer. In den 50 Jahren seit der Eröffnung wurden 9,6 Millionen Besucher gezählt. Die Rekordsaison war 2022 mit 375.000 Gästen. Schächer: „Damals war aber auch der Breitenauer See dicht.“ 

„Wir tun außerdem viel, um effizient zu sein und dadurch die Kosten niedrig zu halten", sagt Markus Kleemann, „egal ob es um Reinigung, Chlorung oder Energie geht“. Weil über die Jahrzehnte immer wieder kräftig investiert wurde, sei alles auf dem neuesten Stand. Jüngstes Projekt ist die Überdachung von Parkplätzen mit Photovoltaik. 1,1 Millionen Euro hat das Vorhaben gekostet, knapp ein Drittel kam aus einem Fördertopf. Der Sonnenstrom helfe, den Abmangel weiter zu reduzieren. Zur Ausstattung gehören auch vier Ladepunkte für E-Autos und eine Fahrradservice-Station mit Lademöglichkeiten für E-Bikes. 

Personalsuche ist auch im Mineralfreibad Oberes Bottwartal eine Daueraufgabe

Es herrscht aber nicht nur Eitel Sonnenschein im Mineralfreibad. Wie in anderen Bädern, so ist es auch in der Anlage im Bottwartal keine einfache Aufgabe, Personal zu finden.  Christine Schächer: „Wir sprechen zum Beispiel gezielt ältere Schüler an, die gute Schwimmer sind.“ Sind sie willig, organisiert der Zweckverband für sie einen Erste-Hilfe-Kurs und die Fortbildung zum Rettungsschwimmer. Vier neue Rettungsschwimmer wurden auf diese Weise für die aktuelle Saison ausgebildet. 25 Menschen arbeiten im Freibad, die meisten in Teilzeit.

Bürgermeister Markus Kleemann mit dem neuen Maskottchen des Mineralfreibades. Für den Frosch wird noch ein Name gesucht.
Bürgermeister Markus Kleemann mit dem neuen Maskottchen des Mineralfreibades. Für den Frosch wird noch ein Name gesucht.  Foto: Anja Krezer

Kurzzeitig getrübt war die Stimmung vor wenigen Wochen: Die Event-Firma, die mit der Organisation des großen Freibadfestivals zum 50. Geburtstag am 5. und 6. Juli beauftragt war,  meldete laut Kleemann Insolvenz an. „Wir waren entsetzt.“ Es gab Ärger und Aufregung wegen der Tickets, die im Vorverkauf bereits geordert und bezahlt waren. Inzwischen hätten die meisten Kunden ihr Geld wieder. 

In Windeseile wurde versucht, ein eigenes, alternatives Programm auf die Beine zu stellen. Weil die Beilsteiner und die  Oberstenfelder sehr an ihrem Bad hängen, sei das auch gelungen, freut sich Zweckverbandschef Kleemann. „Viele Vereine und Ehrenamtliche haben angeboten, sich einzubringen.“ Allen voran Hans-Jürgen Fein, der auf die Schnelle einen neuen Flyer kreierte. 

Was wird geboten? Am Freitag, 4. Juli, ist der offizielle Festakt. Ab 16 Uhr haben Badegäste freien Eintritt. Geplant ist ein Wettkampf der Gemeinderäte von Beilstein und Oberstenfeld. In Kooperation mit dem Bad Rappenauer Bikiniartmuseum gibt es eine Modenschau. Die Good Time Gang sorgt musikalisch für gute Laune. Am Samstag, 5. Juli, steht ab 19 Uhr eine Beachparty mit der Band Evermind auf dem Programm. Christine Schächer verspricht einige Überraschungen. Im Nichtschwimmerbecken wird zum Beispiel eine Schaumkanone installiert. Am Sonntag, 6. Juli, ist ab 10.30 Uhr Familientag mit einem bunten Programm.  

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