Millionenbeträge für Bildung und Betreuung in Weinsberg
Was steht 2026 in Weinsberg an? Grundschulerweiterung und Kita-Neubau in den „Spitzäckern“ sind Großprojekte in diesem Jahr.

In Bildung und Betreuung investieren – das ist inzwischen eine Daueraufgabe von Kommunen. Doch 2026 spielen die Worte mit den beiden B eine besonders wichtige Rolle in Weinsberg: Eine neue Kita wird gebaut, mit der Grundschulerweiterung soll begonnen werden. Zwei Großprojekte, die wohl nicht ohne Schulden zu stemmen sind.
Zunächst gilt es, ein Sorgenkind zu verarzten, das Bürgermeisterin Birgit Hannemann und dem Gemeinderat überraschend in die Wiege gelegt wurde: Die Mensa der beiden weiterführenden Schulen am Rossäcker-Bildungszentrum ist seit einigen Wochen unbenutzbar. Nach einem Wasserschaden musste sie in den Rohbauzustand zurückversetzt werden. „Der Boden ist entfernt, die Küche wurde ausgebaut und eingelagert“, sagt Hannemann.
Unerwarteter Wasserschaden am Weinsberger Bildungszentrum
An bestimmten Wochentagen sind bis zu 125 Schüler zum Essen angemeldet. Sie werden nun im Foyer der Weibertreuhalle verköstigt, das als Not-Mensa fungiert – verbunden mit Einschränkungen für alle Beteiligten. Wie hoch der Schaden ist, stehe noch nicht final fest. Die Bürgermeisterin geht davon aus, dass ein Großteil die Gebäudeversicherung übernimmt.
Hoffentlich 2026 soll mit der dringend notwendigen Erweiterung der Grundschule begonnen werden. Zusätzliche Klassen- und Betreuungsräume werden gebraucht. Planung und Bau will die Stadt in die Hand eines Generalunternehmers legen, der dann im Idealfall noch in diesem Jahr loslegt. Das Vorhaben muss aufgrund seiner Dimension europaweit ausgeschrieben werden. Zwölf Millionen Euro waren vor einiger Zeit in einer Machbarkeitsstudie angesetzt. Mit weiteren zwölf Millionen Euro wurden in der Studie die Kosten für eine weitere Schulsporthalle beziffert. Diese soll laut Hannemann gleich mit ausgeschrieben, aber zeitlich versetzt gebaut werden.
Für beide Vorhaben stehen zwar Zuschüsse in Aussicht. Dennoch kann einem bei diesen Beträgen schwindelig werden. „Ohne Kreditaufnahme wird es nicht gehen“, bedauert Bürgermeisterin Hannemann. Zumal auch der Baustart für die neue Kita in den „Spitzäckern“ mit vier Gruppen für 7,7 Millionen Euro auf der Agenda steht. Der Neubau wird, wie schon der Anbau des Eugen-Diez-Kindergartens, in Modulbauweise erstellt. Weil das recht fix geht, soll das Bauvorhaben voraussichtlich in diesem Jahr begonnen und abgeschlossen werden.
Jahresausblick Weinsberg: kaum finanzieller Spielraum
Viel Spielraum für anderes bleibt nicht. Das Bürgerbüro soll vom Weinsberger Rathaus ein paar Meter weiter in die ehemaligen Räume des „Tourismus im Weinsberger Tal“ in der Hauptstraße umziehen. „Dort sind wir sichtbarer und deutlich barrierefreier als bisher – eine moderne Anlaufstelle“, sagt Bürgermeisterin Hannemann. Auf dem Friedhof sollen Bereiche bei der Aussegungshalle und den Ehrengräbern gerichtet sowie ein Umfeld für sogenannte Sternengräber geschaffen werden. Auf der Liste der zu sanierenden Straßen stehen die Rosenstraße in Grantschen sowie die Kaygasse und der Birkenweg in Gellmersbach. Außerdem sind in der Hirschbergstraße in Weinsberg noch Restarbeiten zu erledigen. Eigentlich stehen weitere Straßensanierungen auf der Agenda, die Öhringer Straße zum Beispiel. Doch ob sich die Stadt das 2026 leisten kann? Hannemann bezweifelt es. Außerdem: „Die anderen Bauprojekte binden Personal im Rathaus.“
Weinsberger Jahresausblick: Wir wird die Sommerzone 2026?
Ein Erfolg war 2025 die Sommerzone in der Kanalstraße mit vielen Aktivitäten und Veranstaltungen. Maßgeblich ermöglicht wurde sie durch ein spezielles Förderprogramm des Bundes: Bezuschusst werden Projekte, die Innenstädte attraktiver machen sollen. Doch für 2026 ist dieser Zuschusstopf versiegt. Es werde zwar wieder eine Sommerzone ausgerufen. Aber in welchem Umfang hängt laut Hannemann davon ab, ob es gelingt, einen anderen Fördertopf anzuzapfen. „Aus eigener Kraft ist der Aufwand wie 2025 nicht zu stemmen.“
Immerhin: 2026 wird das zweite Weibertreufest gefeiert. Das Nachfolgefest des traditionellen Weibertreu-Herbstes hatte 2024 eine gelungene Premiere, musste aber im vergangenen Jahr gleich mal pausieren: Der Bauernkrieg jährte sich zum 500. Mal. Das bot Spektakel genug. In diesem Jahr also Weibertreufest Nummer zwei – und zwar am 9. und 10. Mai.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare