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Nicht alle Fünftklässler können in die Obersulmer Michael-Beheim-Schule gehen

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Die Aufnahmekapazität der Obersulmer Gemeinschaftsschule für das Schuljahr 2025/26 ist überschritten. Das Staatliche Schulamt wählt im Lenkungsverfahren aus, welche Kinder ohne großen Mehraufwand eine andere Schule besuchen können.


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„Klar, freuen wir uns. Das spricht ja für die Schule“, kommentiert Obersulms Bürgermeister Björn Steinbach die hohen Anmeldezahlen für das Schuljahr 2025/26 für die Michael-Beheim-Gemeinschaftsschule. Es gibt jedoch ein Aber: Schon für dieses Schuljahr wurde eine dritte fünfte Klasse gebildet. Das ist für das kommende Schuljahr nicht leistbar für die als zweizügig angemeldete weiterführende Schule. Denn: Ein Anbau für die Mensa und Fachräume und damit ein Umbau der bisherigen Mensa für die Ganztagsbetreuung stehen auf der Agenda. Die Baustelle könnte zu Einschränkungen beim Raumangebot führen. Die Eltern von rund einem Dutzend künftiger Fünftklässler müssen sich eine Alternative suchen.

Zu viele Anmeldungen an Obersulmer Michael-Beheim-Schule: Lenkungsverfahren eingeleitet

Da die Aufnahmekapazität überschritten wird, hat die Michael-Beheim-Schule das Staatliche Schulamt Heilbronn eingeschaltet.  Das Schulamt hat ein sogenanntes Lenkungsverfahren eingeleitet, das nun auf der Zielgeraden ist. Für Eric Sohnle ist ein solcher Schritt das erste Mal in seinen 21 Jahren als Rektor. In dieser Woche, so Schulamtsleiter Markus Wenz, würden die Entscheidungen fallen, welche Schüler betroffen sind. Die Eltern würden dann in der kommenden Woche von der Beheim-Schule über Zu- und Absagen informiert.

Die Michael-Beheim-Schule in Sülzbach hat sich als Gemeinschaftsschule einen guten Ruf erworben. Das zeigt sich bei den Anmeldungen. Die Kehrseite ist jedoch, dass nicht alle künftigen Fünftklässler im Herbst aufgenommen werden können.
Die Michael-Beheim-Schule in Sülzbach hat sich als Gemeinschaftsschule einen guten Ruf erworben. Das zeigt sich bei den Anmeldungen. Die Kehrseite ist jedoch, dass nicht alle künftigen Fünftklässler im Herbst aufgenommen werden können.  Foto: Archiv/Seidel

Mit der Baustelle für den geplanten Anbau wird es eng werden an der Obersulmer Michael-Beheim-Schule

„Wir haben deutlich mehr als zwei Klassen“, beschreibt Rektor Eric Sohnle die Situation. Der Klassenteiler liegt bei 28 Schülern. „Natürlich ist es eine tolle Wertschätzung der Arbeit“, meint er zu der großen Nachfrage. Seit Jahren bekomme er ein tolles Feedback von den Eltern. Neben Obersulmern besuchen auch Kinder aus Eberstadt, Weinsberg, Lehrensteinsfeld, Ellhofen und Löwenstein die Gemeinschaftsschule in Sülzbach. „Wir sind sehr beengt, und mit dem geplanten Anbau wird es arg eng werden.“

Die Eltern haben die Chance auf eine Anhörung, die laut Wenz fast alle genutzt haben. Sie werden über die Gründe der anstehenden Absage informiert, die Präferenzen würden besprochen, und die Eltern können ihrerseits vorbringen, warum für sie nur die Michael-Beheim-Schule in Frage komme. 

Zu wenig Plätze an Obersulmer Michael-Beheim-Schule: Es gibt kein Recht auf den Schulort

Sohnle wie Wenz machen deutlich, dass es zwar ein Recht auf die Schulart, nicht aber auf den Schulort gebe. „Wir müssen schauen, wer von den Angemeldeten den wenigsten Mehraufwand hat, in eine andere Schule zu kommen“, nennt Wenz das wichtigste Kriterium bei der Auswahl, sprich die Entfernung vom Wohnort und die Erreichbarkeit der Schule. 

Das Schulamt habe an den Gemeinschaftsschulen in Wüstenrot, Neckarsulm, Untergruppenbach und in Heilbronn nachgefragt. Dort seien noch Kapazitäten vorhanden. Wichtig sei für die Eltern zu wissen, dass ihr Kind auch andere Möglichkeiten beim Bildungsgang habe, also auch auf eine Werk-, eine Real- oder eine Verbundschule wechseln könne.

Obersulmer Michael-Beheim-Schule: Eltern verunsichert, aber verständig

Erstmals sei es ein Schock für die Eltern, wenn sich die Wunschschule nicht realisieren lasse. „Das ist völlig verständlich“, sagt Wenz. Sohnle berichtet von entsprechenden Nachfragen von Eltern, die verunsichert seien. Die Erziehungsberechtigten seien jedoch sehr verständig, wenn sie die Gründe erführen, beobachtet Wenz. „In der Regel stellt sich heraus, dass die Schüler mit der Situation hervorragend zurechtkommen“, betont er weiter.

Die für die Lenkung vorgesehenen Schüler kommen laut Schulamtsleiter aus Eberstadt, Weinsberg und Löwenstein. „Wenn das Prozedere abgeschlossen ist, wissen wir, welche Ortschaften es zuerst tritt“, sagt Sohnle. Das ist für ihn wichtig, will er doch fürs Schuljahr 2026/27 dann noch deutlicher kommunizieren, dass die Gemeinschaftsschule nur zwei fünfte Klassen bilde. Dann könnten sich die Eltern frühzeitiger Gedanken über Alternativen machen. 

Seit Herbst 2013 ist die Michael-Beheim-Schule in Obersulm Gemeinschaftsschule. Aktuell besuchen rund 290 Kinder und Jugendliche die Sekundarstufe, mit der Grundschule werden am Standort in Sülzbach etwa 510 Schüler unterrichtet.

Rektor Peter Wetter hat an der Georg-Kropp-Schule in Wüstenrot bereits eine Anfrage eines Vaters erhalten, dessen Kind für die Michael-Beheim-Schule angemeldet ist. „Noch haben wir Kapazitäten“, sagt Wetter. Nach nur einer fünften Klasse im vergangenen Schuljahr, wird mit aktuell 40 Anmeldungen die Zweizügigkeit in Wüstenrot wieder erfüllt. Nicht sehr viele Kapazitäten frei hat hingegen die Stettenfelsschule in Untergruppenbach. „Wir haben nicht so große Räume“, nennt Rektorin Irene Enke den Grund.

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