Streit vor Kneipe eskalierte: Mann wegen Messerangriff in Pfaffenhofen vor Gericht
Vor dem Heilbronner Landgericht muss sich ein Mann verantworten, der nach einem Kneipenstreit in Pfaffenhofen einem anderen mit einem Messer in die Brust gestochen haben soll. Das Opfer überlebte nur knapp.
Es war ein Abend in der Kneipe, wie er harmlos beginnt: Würfelspiele und ein paar Getränke. Doch was sich im Februar vor einem Lokal in Pfaffenhofen abspielte, endete mit einem Messerstich beinahe tödlich. Seit Mittwoch muss sich ein 33-jähriger Mann vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Staatsanwalt Metin Kilic wirft ihm versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor.
33-Jähriger soll Mann nach Kneipenstreit in Pfaffenhofen lebensgefährlich verletzt haben
Laut Anklage hatte das spätere Opfer gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin am 8. Februar dieses Jahres die Kneipe besucht. Auch der Angeklagte war dort. Beide Männer tranken Alkohol, sollen aber nicht völlig betrunken gewesen sein. Der Angeklagte soll außerdem Kokain konsumiert haben. Die Stimmung kippte „aus unbekanntem Anlass“. Es kam zum Streit und zu Beleidigungen.

Draußen vor dem Lokal eskalierte die Situation ein erstes Mal: Der andere Mann habe dem Angeklagten ins Gesicht geschlagen, nachdem er ihn mit den Worten „Du Problem?“ provoziert hatte. Kurz darauf eskalierte die Situation endgültig.
Messerangriff in Pfaffenhofen: Herz und Lunge nur knapp verfehlt
Der Angeklagte, der die kroatische Staatsbürgerschaft besitzt, verließ die Kneipe und kam rund 15 Minuten später mit einem Klappmesser zurück. Er soll sich körperlich unterlegen gefühlt haben. Wieder trafen die beiden Männer draußen aufeinander. Das spätere Opfer habe nichts von der Waffe geahnt, heißt es. Dann soll der Angeklagte zugestochen haben, „bewusst und gewollt“ in die linke Brust.
Der Stich ging etwa fünf Zentimeter tief. Luft drang in die Lunge, der Brustkorb öffnete sich. Nur weil das Messer an einer Rippe abprallte, blieben Herz, Lunge und Hauptschlagader unversehrt. Der Barbesitzer, der die Situation bemerkt hatte, ging dazwischen, woraufhin der angeklagte Mann den Tatort verließ. Das Opfer wurde in der SLK Klinik in Heilbronn notoperiert und überlebte knapp. Der Angeklagte habe heimtückisch gehandelt und den potenziellen Tod des Mannes in Kauf genommen, so Staatsanwalt Metin Kilic.
Messerangriff in Pfaffenhofen: Angeklagter will sich noch zur Sache äußern
Zum Auftakt des Prozesses blieb es bei der Verlesung der Anklage. Die Verteidigerin des Angeklagten, Sophie Bechdolf-Reif, kündigte an, dass ihr Mandant beim nächsten Termin seine Sicht der Dinge schildern werde. Auch über sein Leben will er sprechen. Bekannt ist bisher nur, dass er keinen Beruf gelernt hat, zuletzt als Arbeiter tätig war und in Pfaffenhofen gewohnt hat.
Seit dem 9. Februar sitzt der 33-Jährige in Untersuchungshaft. Sechs weitere Prozesstage sind geplant. Die Kammer unter Vorsitz von Richter Thomas Abt hat 25 Zeuginnen und Zeugen, zwei Sachverständige und einen Dolmetscher für Rumänisch geladen. Das Urteil könnte am 23. Oktober fallen.
Fortsetzungstermine: Mittwoch, 20. August 2025, 9 Uhr, Dienstag, 26. August 2025, 14 Uhr, Dienstag, 16. September 2025, 13:30 Uhr, Dienstag, 7. Oktober 2025, 9 Uhr, Dienstag, 14. Oktober 2025, 9 Uhr sowie Donnerstag, 23. Oktober 2025, ebenfalls um 9 Uhr.
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