Ab dem kommenden Schuljahr haben zunächst die Eltern von Erstklässlern einen Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung ihrer Kinder. Ab dem Schuljahr 2029/30 gilt er dann für alle vier Grundschulklassen. Eberstadt wird den Anspruch gleich für alle Klassen ab September erfüllen. Anspruch auf Ganztagsbetreuung bedeutet: acht Stunden garantierte Betreuung an fünf Tagen pro Woche (inklusive Schulunterricht). Das ist in Eberstadt bereits der Fall, sagt Yvonne Frey, Leiterin der Kernzeitbetreuung. Die acht Stunden Betreuung pro Tag sind auch in den Ferien zu gewährleisten, schreibt der Gesetzgeber vor. Maximal vier Wochen Schließzeit sind zulässig. Da genügend Personal vorhanden sei, könne auch diese Vorgabe erfüllt werden, sagt Yvonne Frey. Es sei eher die Frage, ob der Bedarf vorhanden sei. Eltern haben übrigens keinen Anspruch auf ein kostenloses Angebot. Auch in Eberstadt ist es gebührenpflichtig.
Mehr Platz für Grundschüler
Gleich zwei Anbauten nimmt Eberstadt in Angriff, damit Grundschüler zu besseren Bedingungen ganztags betreut werden können. Am Freitagnachmittag, 13. März, war Spatenstich für das millionenschwere Doppelvorhaben.

Die Spatenstecher haben einige Mühe, ein bisschen symbolische Erde aus dem gut verdichteten Boden vor der Grundschule auf ihre Spaten zu bekommen. Der Bagger der Firma Gauer aus Öhringen, der demnächst anrückt, wird es leichter haben. Aber egal, die Vorfreude auf die Kernzeit-Erweiterung an der Grundschule und den Anbau einer Mensa an die Eberfirsthalle ist bei allen Beteiligten trotzdem groß: bei Bürgermeister Patrick Dillig zum Beispiel, der den offiziellen Startschuss „einen besonderen Moment“ nennt.
Ein Moment, der die größte Investition der Gemeinde seit dem Bau der neuen Eberfirsthalle vor knapp zehn Jahren nach sich zieht. Auf rund 3,7 Millionen Euro beläuft sich die Kostenschätzung für die beiden Anbauten an Grundschule und benachbarte Halle. Zum Glück steht Eberstadt mit dieser Summe nicht alleine da: Ein großer Teil, nämlich 2,7 Millionen Euro zahlt das Land und nimmt das Geld aus dem Schulbauförderprogramm. Den Eigenanteil von einer Million Euro kann Eberstadt laut Dillig wohl vom Sparbuch nehmen. Ein Kredit sei eher zur Sicherheit eingeplant.
Ganztagsbetreuung in Eberstadt: Im Sommer 2027 sollen die beiden Anbauten fertig sein
Im Sommer 2027 sollen die beiden Anbauten fertig sein, die das Büro Knecht aus Ludwigsburg geplant hat. Zum übernächsten Schuljahr heißt es dann für die Kinder der Kernzeitbetreuung: raus aus den Containern und rein in die neuen Räume. Die Container wurden zum Beginn dieses Schuljahrs überbrückungsweise aufgestellt, weil es für die Kernzeitbetreuung in der ehemaligen Hausmeisterwohnung der Grundschule zu eng geworden war.
Mehr als die Hälfte der Eberstädter Grundschüler sind „Kerni“-Kinder
Etwa 65 der rund 110 Grundschüler gehen zurzeit in die Betreuung vor und/oder nach dem Unterricht. Mehr als die Hälfte der Eberstädter Grundschüler sind also gleichzeitig „Kerni“-Kinder. Und wer weiß, vielleicht steigt dieser Anteil noch, wenn ab dem kommenden Schuljahr der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gilt? Wobei Yvonne Frey, Leiterin der Kernzeitbetreuung mit zehn Teilzeitkräften, eher nicht davon ausgeht.
Denn, wie Bürgermeister Dillig stolz in seiner Spatenstich-Rede hervorhebt: „Wir erfüllen schon sehr viele Dinge, die der Gesetzgeber künftig vorschreibt“ – zu sehr flexiblen Bedingungen. Betreuung ist tageweise buchbar, es gibt Zehnerkarten und diverse Hol- und Bringzeiten. Je nach Betreuungsumfang variieren die Gebühren.
Mensa-Anbau in Eberstadt: Davon profitieren alle Hallennutzer
Vom Anbau an die Eberfirsthalle – momentan wird für Kernzeitkinder das Mittagessen noch im Kindergarten Schmalbach gleich nebenan angeboten – profitieren übrigens nicht nur die Grundschüler. Mit der Mensa ist für alle Hallennutzer endlich die Zeit vorbei, in der eine Bewirtung bei Veranstaltungen nur mit großem Aufwand möglich war. Ein Blick zurück aufs Jahr 2016: Auf Drängen des damaligen Bürgermeisters Stephan Franczak strich der Gemeinderat beim anvisierten Neubau der Halle aus Kostengründen die ursprünglich in der Planung enthaltene Cateringküche. Nun kommt sie einige Jahre später doch. „Das Vereinsleben profitiert ungemein davon“, ist Dillig sicher.
Die Schule mit Melanie Kübler an der Spitze, das Betreuungsteam der Kernzeit, Gemeinderat, Verwaltung, Planer Jochen Wilfert – alle hätten ihren Teil dazu beigetragen, dass etwas Gutes entstehen kann, freut sich der Rathauschef. Etwas, das zu finanzieren für Gemeinden in diesen Zeiten nicht einfach sei.

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