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128 Klassen sind dabei

Medienprojekt Zig startet in den Grundschulen der Region

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Mehr als 2700 Kinder erhalten ab heute sechs Wochen lang täglich ihre eigene Zeitung und entdecken die Welt der Nachrichten.  

Ziel von Zig ist, die Lese- und Medienkompetenz der Viertklässler zu stärken.
Ziel von Zig ist, die Lese- und Medienkompetenz der Viertklässler zu stärken.  Foto: privat

Wissen Eltern, was in den Kinderzimmern mit dem Smartphone geschieht? Die ehrliche Antwort müsste lauten: nein. Immer früher bekommen Kinder ihr erstes eigenes Handy, mitunter liegt es schon hübsch verpackt in der Schultüte. Professor Dr. Thomas Irion ist Direktor des Zentrums für Medienbildung an der PH Schwäbisch Gmünd und Experte für Grundschulmedienpädagogik. Er sagt: „Eltern nehmen an der Subkultur ihrer Kinder nicht teil, die durch Medienkonsum entsteht.“ Umso wichtiger sei es, die Medienkompetenz von Kindern schon im Grundschulalter zu stärken, um sie frühzeitig zu sicheren und souveränen Mediennutzern zu machen.

Medienkompetenz der Kinder stärken

 Irion ist Gast bei der Auftaktveranstaltung von Zig, dem Medienprojekt der Heilbronner Stimme und der Akademie für Innovative Bildung und Management, kurz AIM. Die Kreissparkasse Heilbronn unterstützt Zig. Das sechswöchige Medienprojekt startet diese Woche in 128 vierten Klassen in der Region. Während des Projektzeitraums bekommen die Schülerinnen und Schüler täglich ihre eigene Zeitungsausgabe in die Schule geliefert. So lesen sie morgens gemeinsam im Unterricht Nachrichten und erfahren, was in der Region, vielleicht sogar in ihrem Ort, los ist. Zudem haben sie Zugriff auf die digitalen Stimme-Angebote E-Paper und stimme+. Die Lehrkräfte gestalten mit speziell erarbeitetem Projektmaterial zu Themen wie Medienbildung oder Sprachförderung durch Medien inhaltlich ihren Unterricht.

Eine Besonderheit von Zig sind die Redakteursbesuche. Zu jeder Klasse kommt ein Mitglied der Stimme-Redaktion und erzählt, wie Nachrichten für die Printzeitung und für online entstehen. Ein weiteres Highlight ist der Besuch für jede Klasse im Stimme-Druckhaus.     

Mehr praxisnahe Medienbildung

Tanja Ochs, stellvertretende Chefredakteurin der Heilbronner Stimme, beim Zig-Auftakt in der AIM.
Tanja Ochs, stellvertretende Chefredakteurin der Heilbronner Stimme, beim Zig-Auftakt in der AIM.  Foto: Mario Berger

Beim Zig-Auftakt waren alle teilnehmenden Lehrerinnen und Lehrer des diesjährigen Zig-Projekts in die AIM auf dem Heilbronner Bildungscampus eingeladen. Dr. Kai-Erik Trost von der AIM betont, der Bildungscampus sei ein Ort, an dem Bildung innovativ gedacht werde. „Kreativität und Innovation - diese beiden wichtigen Komponenten spiegeln sich im Zig-Projekt.“ Das Bildungsangebot für die Viertklässler sieht er als die beste Antwort auf die aktuellen Debatten rund um Social Media- oder Handyverbote. „Nicht weniger Medien, sondern praxisnahe Medienbildung brauchen Kinder und Jugendliche.“

Kritische Haltung gegenüber dem, was im Netz kursiert

 Tanja Ochs, stellverstretende Chefredakteurin der Heilbronner Stimme, schaut mit Stolz auf die hauseigenen Bildungsprojekte. „Seit über 30 Jahren bringt die Stimme Zeitung in die Schulen.“ Das Ziel, die Lesekompetenz und Medienbildung junger Menschen zu fördern, sei heute wichtiger denn je. Moritz Voigt von der Kreissparkasse kennt Zig aus einer ganz persönlichen Perspektive. „Mein Sohn hat auch bei Zig mitgemacht. Als Papa ist man froh, wenn es bei Medienbildung Unterstützung gibt.“ Der Kreissparkasse sei es wichtig, dass Kinder lernen, eine kritische Haltung einzunehmen. „Deshalb unterstützen wir Zig.“ 

„Die Kinder müssen wissen, wie sie sich informieren“     

„Zig ist wie ein Puzzle. Sie bestimmen, wie Sie das Projekt mit Ihrer Klasse gestalten.“ Mit diesen Worten stellt Stefanie Sapara vom Zig-Team der Heilbronner Stimme den Lehrerinnen und Lehrern die einzelnen Projektbausteine und das Unterrichtsmaterial vor. Es wird deutlich: Die Vorfreude der Lehrerinnen und Lehrer auf das Projekt ist groß. Birgit Brake von der Grundschule in Duttenberg legt Wert darauf, dass die Kinder eine Zeitung in die Hand bekommen. „Das ist heute nicht mehr üblich. Die Kinder sollen die Zeitung erleben.“ Jasmin Storck von der Ludwig-Pfau-Schule in Heilbronn ist offen für alles, was während des Projekts kommt. „Ich lasse mich immer wieder darauf ein, was die Kinder wollen. Es geht jedes Mal in eine andere Richtung.“ Der Fokus von Ute Spohrer-Diefenbach von der Neckartalschule Heilbronn liegt auf der Zeitung als verlässliches Informationsmedium. „Die Kinder müssen wissen, wie sie sich informieren.“     

Bei der Zig-Auftaktveranstaltung, die unter der Federführung von AIM-Mitarbeiterin Vivien Heib stattfand, konnten die Lehrkräfte an Speed-Geeking-Stationen zum Thema Mediendidaktik und Sprachförderung teilnehmen. Bei diesem Format präsentieren verschiedene Experten ihre Ideen oder Projekte in kurzen, prägnanten Zeitfenstern zu speziellen Themen, wie zum Beispiel „Vom Zeitungsartikel zum Film – Nachrichten verfilmen mit iMovie“ oder „Kinder schreiben – Bilder entstehen: Aktive Medienarbeit in der Grundschule“.

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