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Kirche in Kochertürn ist komplett saniert

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Mariä Himmelfahrt in Neuenstadt-Kochertürn erstrahlt nach zwei Jahren in neuem Glanz. Feierlicher Gottesdienst an Pfingsten geplant. 

Bald ist die Sanierung der Kirche Mariä Himmelfahrt in Kochertürn auch im Inneren Abgeschlossen. Den Untergrund für die Kirchenbänke bearbeiten Marlon Hennig und Arndt Heberle von der Firma Florian Prieschl.
Bald ist die Sanierung der Kirche Mariä Himmelfahrt in Kochertürn auch im Inneren Abgeschlossen. Den Untergrund für die Kirchenbänke bearbeiten Marlon Hennig und Arndt Heberle von der Firma Florian Prieschl.  Foto: Ralf Seidel
Barbara Storz (von links) und Manuela Schopf begleiten vom Kirchengemeinderat aus die Sanierung der Kirche Mariä Himmelfahrt in Kochertürn.
Barbara Storz (von links) und Manuela Schopf begleiten vom Kirchengemeinderat aus die Sanierung der Kirche Mariä Himmelfahrt in Kochertürn.  Foto: Ralf Seidel
Die letzten Arbeiten laufen: Ugur Salan (rechts) und Mustafa San verlegen Teppich auf der Empore.
Die letzten Arbeiten laufen: Ugur Salan (rechts) und Mustafa San verlegen Teppich auf der Empore.  Foto: Ralf Seidel
Über der Orgel sieht man noch, wie dunkel die Kirchendecke über die Jahre geworden war. Die Orgel war während der Bauarbeiten eingehaust.
Über der Orgel sieht man noch, wie dunkel die Kirchendecke über die Jahre geworden war. Die Orgel war während der Bauarbeiten eingehaust.  Foto: Ralf Seidel

Die katholische Kirche Mariä Himmelfahrt in Kochertürn wird seit 2024 saniert: erst von außen, dann von innen. Aktuell laufen die letzten Arbeiten im Innenraum, bis an Pfingsten wieder der erste feierliche Gottesdienst seit der Schließung stattfinden soll. „Die Leute freuen sich auf die renovierte Kirche“, weiß Barbara Storz, die kürzlich aus dem Kirchengemeinderat ausschied, aber die Bauarbeiten noch bis zum Ende begleitet. Auch als die Glocken eine Zeit lang nicht läuteten, habe in Kochertürn etwas gefehlt. „Das ist schön, die Kirche gehört einfach zum Ort“, findet sie. Während der Sanierung fanden Gottesdienste im Pfarrsaal statt, der dafür umgestaltet wurde.

Bereits 2018 war die Sanierung der Kirche im Gespräch. „Der Zustand war nicht mehr tragbar“, sagt Barbara Storz. Der Kirchengemeinderat habe zuerst das komplette Gotteshaus auf einmal erneuern lassen wollen. Das bischöfliche Bauamt legte jedoch fest, dass erst die Außen- und dann die Innensanierung gemacht werden soll, erzählt sie.

Corona und lange Entscheidungswege verzögerten den Start der Sanierung 

Dann kam erst die Coronapandemie dazwischen. Lange Entscheidungswege sorgten letztlich dafür, dass erst 2024 mit der Sanierung der Fassade und des Kirchturm begonnen werden konnte. Ein großes Problem hatte das Gebäude mit Feuchtigkeit, weshalb Drainagen verlegt werden mussten. „Wir haben Steine teils in Eigenleistung weggehauen“, berichtet Storz. 

Im September 2025 ging es weiter mit der Innensanierung. Der Kirchenraum und die Empore wurden komplett leer geräumt, bis auf die fest verbauten Elemente wie Altare und Orgel. Diese wurden eingehaust, um sie vor Staub und Farbe zu schützen. Die Figuren und der Kreuzweg, die die Wände schmückten, wurden abgenommen und restauriert. Sie kommen später wieder an ihren alten Platz. 

Aus grau wird weiß: Kirche Mariä Himmelfahrt erstrahlt jetzt in hellem Glanz

Mithilfe eines großen Gerüsts, das den ganzen Innenraum ausfüllte, wurde die Kirche gestrichen und erstrahlt inzwischen hell und freundlich. „Die Wände und die Decke waren sehr dunkel davor“, berichtet Kirchengemeinderätin Manuela Schopf. An der Decke über der Orgel, die an dieser Stelle wegen der Einhausung des Instruments noch nicht gestrichen wurde, sieht man den himmelweiten Unterschied. Die Decke ist dort dunkelgrau. Auch ein modernes Lichtkonzept sorgt für eine ganz neue Atmosphäre in Mariä Himmelfahrt. 

Energetisch und technisch ist das Gotteshaus nun auf dem neuesten Stand, berichten die Vertreterinnen der Kirchengemeinde. Aktuell sind Handwerker dabei, den Holzboden aufzuarbeiten, auf den bald wieder die renovierten Bänke kommen. „Mit Polstern auf den Kniebänken“, sagt Manuela Schopf. Das sei sie bereits beim Gottesdienst gefragt worden. Unterhalb der Empore ist ein Bereich entstanden, in dem flexibel aufgestuhlt werden kann. Dort gibt es künftig keine Bänke mehr. Auf der Empore wird derzeit Teppich verlegt und die Renovierung der Sakristei ist noch in vollem Gang. 

Kirchensanierung in Kochertürn kostet rund zwei Millionen Euro

Insgesamt kostet die Kirchensanierung rund zwei Millionen Euro, die durch Zuschüsse und Eigenmittel der Kirchengemeinde finanziert werden, berichtet Barbara Storz. Aber nicht nur das Erscheinungsbild und die Ausstattung der Kirche wurden in Angriff genommen, sondern auch das Thema Barrierefreiheit. Bisher war die Kirche nur über Treppen zu erreichen. Künftig wird es an der Seitentreppe einen Lift geben. Dann steht außerdem eine Außentoilette zur Verfügung. Die Beichtstühle sind zu Stauraum umgebaut worden, weil sie ohnehin nicht genutzt wurden, berichtet Barbara Storz. 

Die Kirche Mariä Himmelfahrt hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie wurde 1752 gebaut, darauf deutet zumindest eine Jahreszahl am Eingangsportal der Kirche hin – das einzige Relikt aus der Entstehungszeit der Kirche. Denn 1809 ist sie an Pfingsten abgebrannt. „Wegen eines glühenden Rauchfasses“, berichtet Manuela Schopf. Sie wurde wieder aufgebaut und im zweiten Weltkrieg erneut zerstört. Nach dem Krieg wurde sie in jetziger Form neu gebaut. „Es gibt also keine original historische Bausubstanz mehr.“ 

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