Mädchen für MINT begeistern: Erfolgsprojekt aus Heilbronn wird fortgesetzt
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Das Projekt Make it real bringt Technik dahin, wo sie sonst oft fehlt: in den Alltag von Mädchen. Was vor Jahren als mobiles MINT-Angebot in Heilbronn begann, wird nun fortgeführt – und sogar ausgeweitet.
Eine Teilnehmerin von Make it real beim Löten: Spielerisch nähern sich die Mädchen technischen Grundlagen.
Foto: privat
Wenn LEDs plötzlich auf Kleidung funkeln, Mädchen ihren ersten Lötkolben halten oder ein Mini-Karussell zum Auslöser für einen Besuch auf dem Volksfest wird – dann ist Make it real zu Gast – ein kostenfreies, mobiles MINT-Freizeitangebot. MINT ist eine Abkürzung und steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Seit mehreren Jahren bringt das Verbundprojekt Technik unmittelbar in den Alltag von Mädchen mit Migrationshintergrund zwischen zehn und 16 Jahren. Die aktuelle Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung läuft zum Jahresende aus – doch mittlerweile ist klar: Das Projekt wird fortgesetzt.
Lokales MINT-Projekt für Mädchen wächst weiter
„Wir haben über die Jahre eine starke Community aufgebaut“, sagt Prof. Dr. Nicola Marsden, Professorin an der Hochschule Heilbronn und Teil der Verbundleitung. Eine wichtige Rolle dabei spiele dabei auch der enge Kontakt zu den Familien. „Wir kommunizieren viel über Whatsapp – sowohl mit den Mädchen als auch mit ihren Eltern. Das baut Hürden ab und hält die Verbindung.“
Gerade dieser familiäre Rückhalt sei entscheidend, damit die Mädchen regelmäßig kommen und sich langfristig an Themen wie Programmieren, Bauen, Konstruieren oder Elektronik herantasten, ergänzt Projektkoordinatorin Nicole Dierolf, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Heilbronn.
„Genauso wie ein Auto leuchten kann, kann es auch Kleidung tun“
Die Teams sind regelmäßig in Quartierszentren in Heilbronn, im DigiLab der Hochschule Heilbronn sowie im Landkreis Heilbronn aktiv. Auch Hohenlohe soll künftig miteinbezogen werden. Dabei geht es nicht nur um Experimente, sondern auch um Erlebnisse, die Technik begreifbar machen.
„Wichtig ist, die Mädchen dort abzuholen, wo sie stehen“, sagt Martina Forstreuter-Klug, stellvertretende Vorsitzende beim natec Landesverband für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung Baden-Württemberg e.V. „Genauso wie ein Auto leuchten kann, kann es auch Kleidung tun.“
Ein Beispiel dafür ist die Kooperation mit den Städtischen Museen Heilbronn: Dort haben die Teilnehmerinnen leuchtende Stoffmasken gestaltet – und die Ergebnisse anschließend in der Ausstellung „Gib Stoff!“ präsentiert. „Das ist bezeichnend für das, was wir machen“, sagt Forstreuter-Klug. „Die Mädchen sehen unmittelbar, dass ihre Ideen einen Platz in der Realität finden.“
Viele Mädchen waren zum ersten Mal im Museum
Auch andere Erfahrungen bleiben hängen: Viele Mädchen waren durch Make it real zum ersten Mal im Museum oder im Maker Space der Experimenta in Heilbronn.
Ein weiteres Beispiel: Die Mädchen bauten ein Miniatur-Karussell – und besuchten anschließend gemeinsam im vergangenen Sommer das Volksfest, um sich das große Kettenkarussell aus technischer Perspektive anzusehen. „Der Transfer ins echte Leben ist wichtig, um Hemmschwellen abzubauen.
Weitere Informationen
Make it real ist ein Verbundprojekt, dass unter der Leitung der Hochschule Heilbronn, gemeinsam mit dem natec Landesverbands für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung Baden-Württemberg e.V., der Stadt Heilbronn und des Landkreises Heilbronn, durchgeführt wird. Die Gesamtkoordination, Qualitätssicherung und wissenschaftliche Begleitung übernimmt das Lab für Sozioinformatik an der Hochschule Heilbronn.
Ursprünglich über den MINT-Aktionsplan der Bundesregierung gefördert, wurde das Projekt 2021 in der Stadt Heilbronn aufgebaut und 2024 auf den Landkreis erweitert. Zu den aktuellen Förderpartnern zählen die Christian und Dorothee Bürkert Stiftung, die Dieter-Schwarz-Stiftung, der Landkreis Heilbronn, das Landratsamt Hohenlohe mit der Stiftung des Hohenlohekreises, die Stadt Heilbronn sowie die Vector Stiftung. Weitere Unterstützer werden aktiv gesucht.
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