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B39 und L1111
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Kampf gegen Verkehrslärm in Löwenstein – Tempo 30 in Hirrweiler soll kommen 

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Der Lärmaktionsplan der Stadt Löwenstein wurde schon vor fünf Jahren beschlossen, seitdem wurde jedoch nur eine Maßnahme wirklich umgesetzt – doch Anwohner in Hirrweiler können aufatmen.


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Der Kampf gegen den Verkehrslärm in Löwenstein bleibt eine Daueraufgabe. Mit den Hauptverkehrsachsen B39 und L1111 sind die Kernstadt und mehrere Stadtteile erheblich belastet. Allein durch die Ortsdurchfahrt rollen täglich mehr als 7500 Fahrzeuge, in der Motorradsaison kommen zahlreiche Ausflügler von und zur Löwensteiner Platte hinzu.

Die Belastung stört nicht nur subjektiv – sie kann krank machen. Als gesundheitskritisch gelten Lärmwerte von über 65 Dezibel am Tag und 55 Dezibel in der Nacht. Ab 70 Dezibel am Tag (60 in der Nacht) sprechen Fachleute sogar von Gesundheitsgefährdung.

Verkehrslärm in Löwenstein überschreitet Gesundheitsgrenzen entlang B39 und L1111 deutlich

Besonders betroffen sind die Kernstadt und Hirrweiler, inzwischen auch Reisach. Grundlage für Gegenmaßnahmen ist der Lärmaktionsplan. Kommunen sind verpflichtet, solche Pläne aufzustellen und regelmäßig fortzuschreiben.

Einen neuen Fahrbahnbelag gab es schon für den Löwensteiner Teilort Hirrweiler, ein Tempo-30-Limit steht vor der Umsetzung.
Foto: Archiv/Zwingmann
Einen neuen Fahrbahnbelag gab es schon für den Löwensteiner Teilort Hirrweiler, ein Tempo-30-Limit steht vor der Umsetzung. Foto: Archiv/Zwingmann  Foto: Zwingmann\, Andreas

Die Umsetzung liegt jedoch nur zum Teil in ihrer Hand: Zuständig sind die jeweiligen Straßenbaulastträger – für Bundesstraßen das Regierungspräsidium Stuttgart, für Kreis- und Landesstraßen die Untere Straßenverkehrsbehörde im Heilbronner Landratsamt. 

Umsetzung vom Lärmaktionsplan für Löwenstein: Wer handeln muss

„Wir dürfen nicht einfach Verkehrsschilder aufstellen“, betont Löwensteins Bürgermeister-Stellvertreter Harald Koppenhöfer. Die Stadt müsse entsprechende Maßnahmen beantragen und anstoßen.

Der aktuelle Lärmaktionsplan wurde 2021 beschlossen. Er umfasst die bebauten Bereiche entlang der B 39 in Löwenstein und Hirrweiler sowie die L1111 (Vorhofer Straße). Elf Maßnahmen wurden damals festgelegt. Realisiert wurde bislang allerdings nur durchgängiges Tempo 30 auf der B39 in der Kernstadt. Vorgesehene stationäre Blitzersäulen verwarf der Gemeinderat wieder – die Kosten erschienen hoch, die verkehrserzieherische Wirkung begrenzt. Später wurden auch die Kreisstraßen K2106 (Löwensteiner Straße) und K2107 (Lichtensterner Straße) in Reisach in den Plan aufgenommen. Neue Berechnungsverfahren führten Anfang 2025 zu einer aktualisierten Bewertung der Lärmsituation. Das Ergebnis: Die Belastung liegt tagsüber weiterhin im gesundheitskritischen Bereich, trotz Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt.

Als mögliche Maßnahme war ein lärmmindernder Fahrbahnbelag im Gespräch. Doch auf der kurvigen und sanierungsbedürftigen Strecke mit vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten wäre die lärmmindernde Wirkung gering, erklärt Koppenhöfer. Zudem seien keine deutlich wirksameren und zugelassenen Beläge zugelassen. Unabhängig davon ist eine Sanierung der Fahrbahndecke vorgesehen: Ab Juli soll der Abschnitt von der Einmündung der Vorhofer Straße bis Hirrweiler in zwei Bauabschnitten erneuert werden. Die Arbeiten dauern voraussichtlich rund drei Monate, zeitweise unter Vollsperrung.

Trotz neuem Fahrbahnbelag: Verkehrslärm in Ortsdurchfahrt bleibt belastend

Weitere Schritte sollen folgen: Anwohner in Hirrweiler berichten immer wieder von starkem Schwerlastverkehr, der Lärm sei bis in die zweite und dritte Häuserreihe zu hören. Auch der aufgebrachte Splittmastixbelag bringe nach ihrer Wahrnehmung kaum Entlastung. Für Hirrweiler ist ein durchgängiges Tempo 30 in der Ortsdurchfahrt geplant. Einen genauen Zeitpunkt für die Aufstellung kann die Untere Straßenverkehrsbehörde des Landkreises aber noch nicht benennen.

„Die Sonderverkehrsschau zum Lärmaktionsplan fand Mitte Januar 2026 statt“, teilt ein Sprecher auf Nachfrage mit. Das Protokoll sei am 9. Februar an die Straßenmeisterei Abstatt gegangen, die für die Beschilderung der B39 in Hirrweiler zuständig ist Die Verkehrszeichen müssten zunächst bestellt und geliefert werden. Die Aufstellung der Pfosten sei zudem von der Witterung abhängig.

Für Reisach muss der Lärmaktionsplan fortgeschrieben werden

Geplant sind außerdem Fahrbahnteiler an den Ortseingängen aus Richtung Löwenstein und Mainhardt. Sie waren aus Haushaltsgründen zurückgestellt worden. Ein Ingenieurbüro prüft derzeit mögliche Standorte und die technische Machbarkeit, erklärt Harald Koppenhöfer. Die Planungen werden mit der vorgesehenen Radwegeverbindung zwischen Löwenstein und Wüstenrot abgestimmt. Für die Kreisstraßen in Reisach soll der Aktionsplan fortgeschrieben werden.

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