Müllproblem bei Flüchtlingsunterkunft: Lösung in Eberstadt scheint gefunden

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Eberstadt hat an einer Flüchtlingsunterkunft ein Müllproblem. Besser gesagt, die Gemeinde hatte bis vor kurzem eines. Seit die Rathausverwaltung angekündigt hat, eine Videokamera zu installieren, läuft es offenbar besser. 


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„Viele Leute wundern sich: Wie sieht es da aus?“, berichtete Bürgermeister Patrick Dillig neulich in der Gemeinderatssitzung. Bewusst sprachen er und Bianca Ehmann das Problem in der öffentlichen Sitzung an. Die Mülltüten häuften sich ja nicht irgendwo, sondern beim ehemaligen Gasthaus Lamm, also markant an der Hauptstraße am zentralen Ortseingang der Gemeinde.

Das frühere „Lamm“ ist eine der Unterkünfte der Gemeinde für Geflüchtete. Es sei nicht schön, wenn Bauhofmitarbeiter diesen Müll entsorgen müssten, betonte Dillig am Ratstisch. Das Ganze koste „Zeit, Ärger und Geld“.

Seit der Müllumstellung gab es in Eberstadt Probleme

Auf Stimme-Nachfrage erläutert Bianca Ehmann, die den Fachbereich Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung im Eberstädter Rathaus leitet, die Problematik näher. Diese habe sich mit der Umstellung der Müllentsorgung im Landkreis Heilbronn zum 1. Januar 2026 verschärft. Die Gemeindeverwaltung, sagt Ehmann, habe im Zuge der Umstellung alle Tonnenarten für die Bewohner bereitgestellt und mit Symbolen beklebt, damit klar ist, welcher Müll in welche Tonne gehört.

So sah es in der Vergangenheit beim ehemaligen Gasthaus Lamm in Eberstadt wohl öfter aus.
So sah es in der Vergangenheit beim ehemaligen Gasthaus Lamm in Eberstadt wohl öfter aus.  Foto: Gemeinde Eberstadt

Außerdem seien Info-Blätter in der jeweiligen Landessprache verteilt worden, um das Prinzip der Abfalltrennung klarzumachen. „Und es gab Probe-Leerungen und Schulungen mit den Leuten“: mit Händen und Füßen und den Kindern als Dolmetscher. Derzeit leben neun Erwachsene und 15 Kinder aus Syrien, der Türkei und Afghanistan in der Unterkunft, die die Gemeinde angemietet hat.

Müllproblematik in Eberstädter Flüchtlingsunterkunft: Nicht alle Menschen über einen Kamm scheren

„Wir haben uns sehr bemüht“, betont Bianca Ehmann. Die Fachbereichsleiterin will nicht alle Bewohner der ehemaligen Gaststätte Lamm über einen Kamm scheren. „Manche trennen ihren Müll wirklich sehr gut. Und für die tut es mir auch leid.“ Andere jedoch würden sich nicht an die Spielregeln halten. „Und wenn man fragt, war es niemand.“

Manche Bewohner würden ihre Abfälle nicht sortieren – was regelmäßig zu überquellenden Restmüllbehältern geführt habe und dazu, dass Tonnen nicht geleert wurden. Weshalb dann wiederum das Team des Bauhofs den Unrat kostenpflichtig auf der Deponie entsorgen musste. 

Nachbarn der Eberstädter Flüchtlingsunterkunft haben sich beschwert

Auch werde Biomüll aus dem Fenster in den Hof geworfen. Fachbereichsleiterin Ehmann hat herausgefunden, dass das teilweise in den jeweiligen Herkunftsländern üblich sei. Aber eben nicht in Eberstadt. „Es gab schon Beschwerden von Anliegern.“ Das Thema Müll und all seine Begleiterscheinungen, sagt die Fachbereichsleiterin, „beschäftigt mich intensiv“.  

Ehmann: „Wir haben dann entschieden: Das kann nicht mehr auf Kosten der Allgemeinheit gehen.“ Zunächst habe man einen dreistelligen Betrag auf alle Bewohner umgelegt. Besser und gerechter aber wäre es, so der Gedanke, nur die tatsächlichen Müllsünder mit einem Bußgeld zu belegen. Das allerdings funktioniere nach Rücksprache mit dem Landratsamt Heilbronn nicht ohne Beweismaterial, erklärt Ehmann im Stimme-Gespräch.

Müllproblem in Eberstadt: Seit einigen Tagen sieht es sehr gut aus

Deshalb soll der Platz für die Mülltonnen nun videoüberwacht werden. Anders als auf öffentlichen Plätzen, zum Beispiel bei Altpapier- und Altglascontainern, ist das Vorhaben laut Ehmann auf Privatgelände einfacher umzusetzen. Eine entsprechende Kamera sei bestellt. Das Eberstädter Rathaus habe alle Bewohner des ehemaligen „Lamms“ gebeten, mit ihrer Unterschrift ihr Einverständnis zu erklären. Das hätten auch alle getan. Für den Mülltonnenbereich hatte das Konsequenzen: „Seither sieht es dort sehr gut aus“ – obwohl die Kamera noch gar nicht geliefert ist.   

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