Preis für Leintalzoo in Schwaigern – „sind kein normaler Zoo“
|
2 Min
Erfolgreich kopiert!
Der Tierpark Schwaigern erhält eine Auszeichnung als besonders familienfreundliches Unternehmen für Kinder. Die größte Attraktion im Leintalzoo sind die Schimpansen.
Der Leintalzoo in Schwaigern hat die Fair Family-Auszeichnung als besonders familienfreundliches Unternehmen erhalten.
Foto: Berger, Mario
Unbeeindruckt von den aufgeregten Kindern hangeln sich die Schimpansen durch das Gehege. Die Fütterung um 12.30 Uhr ist für Affen wie Menschen gleichermaßen ein Höhepunkt. Tierisches Gebrüll mischt sich mit aufgeregten Kinderrufen, als der Tierpfleger Äpfel, Bananen und Mandarinen durch die Metallgitter an seine Schützlinge verteilt.
Mit strahlendem Sonnenschein zeigt sich das Wetter an diesem Tag von seiner besten Seite für einen Besuch im Leintalzoo in Schwaigern. Dorothee Spengler vom Verband kinderreicher Familien Deutschland e. V. ist von Albstadt angereist, um dem Tierpark das Fair Family-Gütesiegel zu überreichen.
Die Auszeichnung richtet sich an Einrichtungen, die besonders für große Familien geeignet sind. „Wir freuen uns natürlich, Familien sind unsere Hauptzielgruppe“, sagt Barbara Struwe, die Tochter des mittlerweile verstorbenen Zoo-Gründers Peter Geßmann.
Leintalzoo in Schwaigern: Gütesiegel als familienfreundliches Unternehmen
In Baden-Württemberg bestehe jede fünfte Familie aus mehr als zwei Kindern. „Tarife hören aber oft bei zwei Kindern auf“, bemängelt Spengler, die als vierfache Mutter weiß, wovon sie spricht. „Wir suchen nach Orten, wo Familien mit Kindern gerne hingehen. Das wollen wir sichtbar machen.“ Der Verband wurde 2011 ins Leben gerufen und zeichnet pro Jahr etwa zehn bis 20 familienfreundliche Unternehmen aus.
Spenglers Freundin und Vereinskollegin Mareike Soldan aus Nordheim, die selbst drei Kinder hat, nominierte den Leintalzoo. Ausschlaggebend dafür seien die Preise gewesen, etwa der Einheitstarif für Familien mit bis zu vier Kindern. Die Anlage sei zudem so ausgelegt, dass Kinder in einem geschützten Raum nach Herzenslust herumrennen können. Die sechsköpfige Jury sprach dem Tierpark Schwaigern unter anderem aufgrund dieser Kriterien die Auszeichnung zu.
Affen als größte Attraktion im Leintalzoo in Schwaigern
Soldan und Spengler haben zur Preisverleihung in den Faschingsferien ihre Kinder kurzerhand mitgebracht. Der sieben Jahre alte Malte findet besonders die Schafe toll, „weil die so weiß und kuschelig sind“. „Meine Lieblingstiere sind die Affen“, unterbricht ihn der fast dreijährige David strahlend. Da ist er im Leintalzoo genau richtig: Mit 32 Tieren lebt hier Deutschlands größte Schimpansengruppe, erklärt Parkleiterin Yvonne Pohlner. Als Verhaltensbiologin beobachtet sie das Zusammenleben der Menschenaffen in ihrem Gehege und analysiert ihre Persönlichkeiten. Die hochintelligenten Tiere leben in einem sozialen Gefüge, die jüngsten Exemplare sind vier Jahre alt. Das Team hat ihnen Namen wie Leon, Lindi oder Fetz gegeben. Besucher seien von den Gittern häufig irritiert, erzählt Yvonne Pohlner. Für die Affen sei das aber optimal zum Entlanghangeln, „wie Kraftsport“. „Es geht hier in erster Linie nicht um die Besucher, es geht um die Tiere“, stellt die Wissenschaftlerin klar.
Heute seien die meisten der Affen im Leintalzoo geboren, und zum Teil von der Besitzerfamilie selbst großgezogen worden. Ursprünglich habe jedoch ihr Vater die ersten Affen als sogenannte Buschwaisen aus dem Afrika-Urlaub mitgebracht und schließlich 1980 seinen eigenen Zoo gegründet, um den Tieren ein artgerechtes Leben bieten zu können, berichtet Barbara Struwe. Die Publikumslieblinge sind nun das Aushängeschild des Tierparks und zieren auch das Logo.
Gnadenhoftiere und Co.: Im Leintalzoo finden ausrangierte Haustiere ihr zu Hause
Neben den Schimpansen leben auf der rund dreieinhalb Hektar großen Fläche auch weitere Affenarten wie Kapuziner, aber auch Gänse, Papageien und Ponys. Womöglich könnte es bald kleine Emu-Babys geben, der Vogel brütet derzeit vier Eier aus. „Wir sind kein üblicher Zoo“, sagt Barbara Struwe. Viele Tiere seien ausrangierte Haus- oder Zootiere oder kämen vom Gnadenhof. Im Tierpark werden sie nun bis zu ihrem Lebensende gepflegt.
Die Kinder füttern besonders die Ponys mit sichtlicher Begeisterung. Dem Shettlandpony Lutz fehlt ein Auge, das Rentnerpony Prinz braucht täglich Tabletten, weil es im Alter eine Hormonstörung entwickelt hat. Auch Schwein Freddy, das Gelenkprobleme hat, kommt angetrottet. Er sei als Spanferkel versteigert worden, eine vegetarische Familie habe ihn jedoch gerettet und hierher gebracht, erzählt Struwe. Nun hat er seit bereits zehn Jahren sein Zuhause im Leintalzoo gefunden.
Finanzierung des Leintalzoos
Im Leintalzoo in Schwaigern arbeiten rund 20 Menschen. Der Tierpark ist privat- und spendenfinanziert, informiert Inhaberin Barbara Struwe. Künftig soll sich das Konzept noch mehr in die Bildungsecke bewegen, damit auch staatliche Förderungen in Anspruch genommen werden können. Um Besucher anzulocken, werden auch Veranstaltungen organisiert. Etwa am Samstag, 8. März, gibt es zum internationalen Weltfrauentag ein Frühstück und eine Führung, die sich auf die weiblichen Zootiere fokussiert. Im Rahmen der Naturerlebnistage sind im April ebenfalls Sonderführungen und Kinder-Workshops geplant. Weitere Infos gibt es auf der Webseite unter tierpark-schwaigern.de.
Traurig, aber keine Sorge: Sie können natürlich trotzdem weiterlesen.
Schließen Sie einfach diese Meldung und sichern Sie sich das andere exklusive Angebot auf der Seite. Bei Fragen hilft Ihnen unser Kundenservice unter 07131/615-615 gerne weiter.
Kommentare