Beilsteiner Gebäudekomplex: Grundlagenforschung für den Brandschutz
Hallenbad, Stadthalle und Langhans-Sporthalle in Beilstein weisen gravierende Mängel beim Brandschutz auf.

Es sind allesamt beliebte Anlaufstellen in der Langhansstadt: die Stadthalle für Veranstaltungen, das Mineralhallenbad für Schwimmer und Saunagänger und die Langhanshalle für Schüler und Sportler wie die Handball-Teams der SG Schozach-Bottwartal. Doch die drei auch architektonisch eng miteinander verknüpften Hallen sind – freundlich ausgedrückt – in die Jahre gekommen. Und der Sanierungsstau der vergangenen Jahre und Jahrzehnte wird immer deutlicher. Zuletzt waren die zuschauerträchtigen Spiele der SG-Handballerinnen nur noch unter besonderen Auflagen möglich.
Versteckte Schächte und verschachtelte Bauteile
Der Grund: eklatante Mängel beim Brandschutz. Bevor dahingehend aber weitere Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können, muss nun von allen drei Gebäuden ein digitales Profil erstellt werden. Es soll der Verwaltung Klarheit über Struktur und Substanz verschaffen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen, gut 38.000 Euro in die Hand zu nehmen, um digitale 3D-Aufnahmen der Hallen erstellen zu lassen.
Eine weitere Auflage war, bis zum Sommer dieses Jahres ein neues Brandschutzkonzept einschließlich neuer Flucht- und Rettungswegepläne zu erstellen. Den Auftrag dazu hatte der Gemeinderat daraufhin Ende April an das Stuttgarter Ingenieurbüro Trias Brandschutzplanung vergeben. Das Problem: Das Büro kann mit seiner Arbeit noch nicht beginnen, da die Bestandspläne der Gebäude nicht verwendet werden können: „Die Pläne, die uns im Rathaus vorliegen, sind dazu nicht geeignet“, erläuterte Bauamtsleiter Carsten Böhmer.
So gebe es etwa „versteckte Schächte“, die auf den alten Dokumenten gar nicht verzeichnet seien. Der Gebäudekomplex im Nordwesten der Stadt sei aufgrund seiner architektonischen Anlage verschachtelt und unübersichtlich, schilderte Böhmer. Eine neue Aufmessung brächte daher grundsätzlich Klarheit über die Struktur der Hallen.
Klarheit in der Frage nach Sanierung oder Neubau
„Das ist dann die Aufgabe der Brandschutzplanung. Das Vermessungsbüro nimmt nur den Bestand auf, bewertet aber nicht, ob etwa eine Wand noch tragfähig ist“, erläuterte der Bauamtsleiter. Oliver Kämpf (Bürgerliste) sprach sich dennoch für die Vergabe aus. „Die Aufmessung würde sich schon lohnen, denn wir müssen uns ja generell überlegen: Lohnt sich eine Rettung der Hallen oder wäre ein Neubau am Ende nicht rentabler.“
Gut 50 Jahre hat der Gebäudekomplex aus Stadthalle, Hallenbad und Langhanssporthalle inzwischen auf dem Buckel. Die Sporthalle wurde 1974 eröffnet, im Sommer 1978 begann der Bau von Hallenbad und Stadthalle, die ihre Türen 1980 für die Gäste öffneten. Wer heute eines der Gebäude besucht, sieht ihnen das Alter auch deutlich an. Aber nicht nur hier herrscht Sanierungsstau: Bereits seit mehreren Jahren läuft die aufwändige Sanierung des Schulzentrums in unmittelbarer Nähe der Hallen, die mit Kosten von 13 Millionen Euro zu Buche schlägt.
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