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Mehr Kosten für Familien: Langenbrettach hebt Kita-Beiträge ab 2026 an

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Die Elternbeiträge sollen für die Kitas in Langenbrettach in den kommenden zwei Jahren schrittweise erhöht werden. Den „sauren Apfel“, wie Bürgermeister Timo Natter es nennt, beschließt der Gemeinderat einstimmig. 


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Es war eine bewusste Entscheidung, die der Gemeinderat Langenbrettach 2021 traf. Damals legte das Gremium die Elternbeiträge der Gemeinde für die Kita-Jahre 2021/2022 bis 2025/2026 fest – in dem Wissen, dass die Kostendeckung von 20 Prozent dadurch nicht erreicht werden könne.

Langenbrettach passt Kita-Gebühren an: Elternbeiträge steigen schrittweise

Der Grund: Man wollte Eltern entlasten. Zehn Prozent der Deckung wurden erreicht, die restlichen Kosten wurden und werden aktuell durch Zuweisungen vom Land (knapp 25 Prozent) und allgemeine Steuermittel gedeckt. Für die kommenden beiden Kita-Jahre, 2026/27 und 2027/28, erhöht die Verwaltung nun die Kosten. „Die Eltern haben beim Konzept für zwei Jahre zwar weniger langfristige Planungssicherheit, die Gemeinde kann aber bei Bedarf besser gegensteuern“, sagt Kämmerin Lena Wagenblast in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Zwölf Prozent Deckungsgrad ist für Langenbrettach (Landkreis Heilbronn) das Ziel. Als Beispiel: Für eine verlängerte Vormittagsbetreuung mit einer täglichen Betreuungszeit von in der Regel sechs Stunden steigen die Kosten für Familien mit einem Kind von 185 Euro auf 199 Euro und ein Jahr später auf 215 Euro. 

Die Kita-Gebühren in Langenbrettach könnten noch weiter erhöht werden

Gemeinderat Lukas Kirchner (FWV) merkt an: „Ich finde es gerade im U3-Bereich sehr teuer. Aber wenn man sich anschaut, was andere Kommunen aufrufen, stehen wir als Gemeinde echt noch gut da.“ Jürgen Müller (FMV) gibt zu bedenken: „Mit den zwölf Prozent Kostendeckung werden wir nicht längerfristig leben können. Dabei kann es aus kommunaler Sicht nicht bleiben“, sagt Müller vor allem mit Blick auf die schwierige Haushaltslage der Gemeinde. Weitere „moderate Erhöhungen“ sind möglich, sagt auch Lena Wagenblast. 

Zwölf Prozent Deckungsgrad ist für Langenbrettach das Ziel bei den Kita-Gebühren.
Zwölf Prozent Deckungsgrad ist für Langenbrettach das Ziel bei den Kita-Gebühren.  Foto: Daniel Naupold/dpa

„In unseren Kindergärten wird gute Arbeit geleistet, wir haben ausreichend Plätze und ausreichend geschultes Personal“, sagt Bürgermeister Timo Natter. „Wir haben einen Kindergarten neu gebaut, einen saniert, ein weiterer steht zur Sanierung an. Ähnlich ist es bei den Schulen. Das Paket Kinder und Jugend ist und muss uns weiter wichtig bleiben.“ Dem, so Natter, „sauren Apfel“ der Erhöhung, stimmt der Gemeinderat einstimmig zu. 

Wie die Bedarfsplanung für die Kindestagesstätten in Langenbrettach aussieht

Die Kommune stellte auch die Bedarfsplanung für die Kindertagesstätten vor. Für das Kindergartenjahr 2026/2027 könnten demnach alle anspruchsberechtigten Kinder über drei Jahren in den meisten Einrichtungen der Gemeinde in ihrer jeweiligen Wunscheinrichtung berücksichtigt werden, erklärt Sabine Sander, zuständig für Kindertagesstätten und Betreuung. Nur im Naturkindergarten müsse man ein Kind auf die Warteliste setzen.

In allen anderen Einrichtungen stünden ausreichend Restplätze zur Verfügung, um unterjährigeZuzüge aufnehmen zu können. „Wir sind also flexibel“, sagt Sander. Auch der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für unter Dreijährige könne in der aktuellen Planung vollständig erfüllt werden.

Allerdings könne, so Sander, nicht in allen Fällen die von den Eltern gewünschte Einrichtung berücksichtigt werden. Es sei vor allem möglich, dass Eltern aus Langenbeutingen einen Krippenplatz im Ortsteil Brettach erhalten würden. Insgesamt gebe es genügend Restkapazitäten und gegenwärtig keine Engpässe. Auch personell sieht sich die Gemeinde gut aufgestellt. 

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