Vier Highlander im Unterland
Mittwochstreff auf dem Backhausplatz − Wuschelige Attraktion vor dem Ort

Es ist ein eisiger Mittwochmorgen, jedoch wolkenlos und sonnig. Auf dem Backhausplatz in Massenbachhausen herrscht schon zu früher Stunde Betrieb. Zwei Käuferschlangen kreuzen sich beinahe. Eine Schlange steht vor dem Verkaufswagen von Metzger Hans Pfenninger, der mittwochs zwischen 7.30 und 9.30 Uhr Wurst, Fleisch und auch warmen Fleischkäse fürs "Weckle" anbietet. "Der Chef muss selber schaffen", sagt er lachend und unterhält sich mit den Kunden, von denen er viele kennt. Nelli Jakobi hat als Mutter dreier kleiner Kinder Schwierigkeiten, zu dieser Uhrzeit unterwegs zu sein, und der Einkauf am Metzgerwagen ist für sie eine Premiere. Freunde haben ihr von der Qualität der Waren vorgeschwärmt. Das Fleisch, das im pfenningerschen Familienbetrieb geschlachtet wird, stamme aus der Region, erzählt der Metzger, und mit den Mästern verbinde ihn eine jahrzehntelange Kooperation. Thea Hautzinger kommt regelmäßig hierher. Dass es in Massenbachhausen keine Metzgerei gibt, ist für sie kein Problem. "Mittwochs bin ich hier, und freitags fahre ich zum Metzger nach Schwaigern. Das reicht mir. Damit bin ich gut bedient."
Gut bedient ist auch Ute Baier aus Massenbachhausen, die es von der zweiten Schlange in die Bäckerei Kipp zu "Chefin" Jessica Döring geschafft hat. Die Stammkundin lobt die Freundlichkeit des Personals und den hervorragenden Service. Auch die Qualität sei ausgezeichnet, Vorbestellungen klappten einwandfrei. "Zu besonderen Festen wie Muttertag oder Ostern gibt es so tolle Torten, die ich woanders nicht sehe." Sie packt ihre Einkaufstüte und reiht sich in die Schlange beim Metzger ein. Obwohl es Frühstückszeit ist, befindet sich im kleinen Gastrobereich gerade niemand. "Durch die 2G-Regel ist es etwas ruhiger", erklärt Jessica Döring. Ist die Impfbescheinigung älter, verlange man einen Test. Sie selbst arbeite sehr gerne hier. Die Bäckerei sei für sie ein Glücksfall, ebenso die tolle Kundschaft.

Ein kleiner Spaziergang vorbei am Hofladen der Familie Schwarz und dann ein paar Meter aus dem Ort hinaus führt zu vier "Neu-Massenbachhausenern", für die der kalte, sonnige Morgen gerade die Wohlfühltemperatur hat - zwischen null und fünf Grad. Jahrelang gab es im Ort keine Rinderhaltung mehr. Nun hat Landwirt Jens Schwarz eine kleine Attraktion in einer Einzäunung auf freiem Feld untergebracht: vier schottische Hochlandrinder. Drei rotbraune Halbbrüder und eine schwarze -schwester, alle vom selben Vater und verschiedenen Müttern, zwischen sechs und neun Monaten alt. Seit Dezember leben sie hier und sind schon recht zutraulich. Als Jens Schwarz ihnen leckere Karotten entgegenstreckt, kommen die jungen Bullen näher, während sich die Kuh noch schüchtern im Hintergrund hält. Die Karotten sind natürlich ein Lockmittel, aber sie sind auch neugierig und zutraulich und fressen aus der Hand. Nur streicheln lassen sie sich noch nicht. Immer wieder schauen Spaziergänger zu den wuscheligen Gesellen herüber, wie Sevtap Demirci und Zarina Nazir. Sie haben schon gerätselt, was das für Tiere sind. Heute ist nun endlich jemand da, der sie darüber aufklärt.
Stimme.de
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