Stadion-Sanierung in Massenbachhausen wird teuer
Die Gemeinde Massenbachhausen muss wieder einmal tief in die Tasche greifen. Nach der 4,6 Millionen Euro teuren Generalsanierung der Festhalle steht nun die Sanierung des Stadions auf der Agenda.

Auf der Rasentragschicht des Spielfeldes hat sich in den vergangenen Jahren eine durchschnittlich zehn Zentimeter dicke, organische Schicht gebildet, die die Wasserdurchlässigkeit stark reduziert.
"Der Wasserabfluss ist nicht mehr gegeben", erklärte Bürgermeister Nico Morast in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Freitag. Dies führt dazu, dass das Feld bei feuchter Witterung weich und wenig trittfest wird und schließlich uneben und wellig. Ein Spielbetrieb ist daher dort nicht mehr möglich. Lediglich Jugendmannschaften nutzen den Platz noch. Doch dies ist für den Rathauschef "kein Dauerzustand".
Projekt abhängig von Förderung
Für die vorgesehene Sanierung rechnet das Ingenieurbüro Marko Münster aus Berglen-Öschelbronn mit Gesamtkosten von rund einer Million Euro. Der Gemeinderat hat der Maßnahme unter der Voraussetzung zugestimmt, dass das Projekt vom Land im Rahmen des Sportstättenbaus gefördert wird. Die Kommune rechnet mit einem Zuschuss von 123 000 Euro. Ein erster Anlauf für eine Sanierung war gescheitert, weil die Fördermaßnahme des Landes überzeichnet war, und es somit keine Zuschüsse gegeben hätte.
Verbindung mit Hochwassermaßnahme
Das Projekt hängt allerdings zusammen mit einem weiteren: Im Rahmen des Hochwasserschutzes will die Gemeinde den verdolten und bisher zu gering dimensionierten Gießgraben südlich der Gartenstraße offenlegen und den Uferbereich für die Bürger zugänglich machen. Daraus entstand die Idee, das Rasenspielfeld zu verschieben und in diesem Zuge künftig auf die kaum genutzte 400-Meter-Bahn zu verzichten. Stattdessen würde das Stadion mit einer 100-Meter-Bahn sowie einer Weitsprunganlage ausgestattet. Schule und Sportverein zeigten sich laut Morast mit diesem Vorschlag einverstanden.
"Das Spielfeld muss dafür um zwei Meter verschoben werden. Die technischen Aufbauten müssen neu gebaut, Leitungen versetzt werden", sagte Marko Münster. Die vorhandene Drainage funktioniert nicht mehr", ergänzte Nico Morast. Da laut Marko Münster der Aschebelag der Laufbahn Schadstoffe wie Schwermetalle enthält, muss die Gemeinde mit höheren Entsorgungskosten rechnen.
Diskussion im Gremium
Im Gemeinderat entwickelte sich eine Diskussion unter anderem um die Frage, ob die Drainage,um Kosten zu sparen, in der Anlage bleiben soll oder nicht. Marko Münster erklärte: "Das ist ein Risiko. Wir hätten dann möglicherweise viel Geld vergraben, ohne einen Nutzen zu haben." Für Walter Müller (CDU) steht fest: "Das wäre ein Schildbürgerstreich. Für Massenbachhausen ist die Sanierung ein Mehrwert." Udo Neuweiler (FWV) hegte Zweifel: "Gegen eine Komplettsanierung ist nichts einzuwenden. Aber das Paket ist für mich nicht der erhoffte Mehrwert."
Die Vorhaben seien keine Luxusmaßnahmen, antwortete Bürgermeister Morast. Stattdessen könne man nun Synergien aus dem laufenden Sanierungsprogramm schaffen. Insgesamt drei Förderprogramme sind bei diesem Projekt involviert: Das Hallenumfeld der generalsanierten Festhalle, das Rasenspielfeld und der Hochwasserschutz.
Bereits für das kommende Jahr ist der Beginn der Sanierung geplant. Daher müsse bis zum 31. Dezember der Zuschussantrag eingereicht sein, so Morast. Und weiter: "Das Ziel ist die Fertigstellung im Jahr 2023."
Hallenumfeld
Bürgermeister Nico Morast spricht sich dafür aus, "eine städtebauliche Entwicklung aus einem Guss zu schaffen". Die Gemeinde hat in jüngster Zeit nicht nur die Mehrzweckhalle - von März 2017 bis November 2018 - generalsaniert, sondern auch das Hallenumfeld neu gestaltet. Dieses war in drei Bauabschnitte aufgeteilt auf einer überplanten Fläche von 1,9 Hektar. Es entstanden 42 neue Stellplätze - auch die Kanalsanierung gehört dazu.
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