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Weinsberg

Sichtbar und ansprechbar sein: Das ist das Credo des neuen Weinsberger Polizeirevierleiters

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Die hohe Kontrolldichte des Straßenverkehrs im Weinsberger Revierbereich will der 37-Jährige beibehalten. Die Autobahnnähe wird bei der Kriminalität immer eine Rolle spielen.

Dominik Bopp leitet seit Anfang Oktober das Polizeirevier Weinsberg.
Dominik Bopp leitet seit Anfang Oktober das Polizeirevier Weinsberg.  Foto: Ralf Seidel

Er muss sich nicht erst ein Bild vom Einsatzgebiet machen. Dominik Bopp kennt es bereits, schließlich ist er ein „Kind der Region“, wie es das Polizeipräsidium Heilbronn in seiner Pressemitteilung zum Führungswechsel ausdrückt. Der 37-jährige neue Leiter des Polizeireviers Weinsberg wohnt in Ilsfeld, wo er aufgewachsen ist. Ilsfeld gehört zu den 13 Kommunen im Schozach- und Bottwartal sowie im Weinsberger Tal, für die die Weinsberger Polizei zuständig ist. Bopp kehrt „zurück zu seinen Wurzeln“, war er doch vor fast 16 Jahren Praktikant an seiner heutigen Arbeitsstelle.


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„Ich bin mit der Region verbunden“, begründet der Nachfolger von Uwe Trumpp, warum er sich für diese Führungsposition beworben hat. Ihm liege die Sicherheit im Revierbereich am Herzen. „Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung“, sagt er zu seiner neuen Aufgabe. Von der Pike auf hat Bopp den Beruf erlernt, zielstrebig die Stationen bis zum höheren Dienst durchlaufen. Einige seiner Vorgänger haben das Revier Weinsberg als Sprungbrett genutzt und sind nach wenigen Jahren weitergezogen. „Ich sehe das als mittelfristige Funktion“, lautet Bopps Plan.

Ganze Bandbreite der Polizeiarbeit

Mit seinen mehr als 240 Quadratkilometern beschreibt der Polizeirat das Revier als sehr groß und abwechslungsreich. Rund 87.500 Menschen leben hier. Das Schozach- und Bottwartal mit den Gewerbegebieten in Autobahnnähe sei die eine Seite, die andere das idyllisch gelegene Weinsberger Tal.

„Ein buntes Potpourri an polizeilichen Einsätzen“ sei gegeben mit den „Ballungszentren“ Weinsberg, Ilsfeld und Obersulm und der ansonsten ländlich geprägten Infrastruktur. Die B39 als Hauptverkehrsader habe einen hohen Verkehrsdurchfluss.

Besonderes Augenmerk auf Verkehr

Durch seine langjährige Tätigkeit bei der Verkehrspolizeiinspektion Weinsberg gilt Bopps besonderes Interesse der Verkehrsarbeit. „Wir haben eine hohe Kontrolldichte. Da bin ich sehr stolz darauf“, sagt er. „Da möchte ich weiter dran bleiben.“ Wenn die Leute sehen, die Polizei tue etwas, erhöhe das das Sicherheitsgefühl.

Viele Kleinstunfälle – 2021 stieg die Zahl auf 994 an – passieren im Revierbereich. Dazu kommen schwere Unfälle, etwa mit Motorradfahrern auf den beliebten Biker-Strecken in den Löwensteiner Bergen. Immer mehr Pedelec-Fahrer verunglücken (2021: 80). „Das müssen wir im Blick behalten“, sagt Bopp. Man könne die Unfälle nicht pauschal der Geschwindigkeit zuordnen. „Das A und O ist, einen Helm zu tragen.“

Der Verkehr werde immer komplexer und herausfordernder, trotz technischer Unterstützung wie Abbiege- oder Spurhalteassistenten. Das Problem sei, Schritt zu halten mit den steigenden kognitiven Herausforderungen im „Cockpit“ des Autos und den äußeren Einflüssen.

„Es ist wichtig, in der Fläche präsent zu sein“, betont der Polizeirat, etwa mit Fußstreifen bei Veranstaltungen. Sichtbar und ansprechbar sein, ist für ihn das Credo der Polizeiarbeit. Das Weinsberger Revier zeichne sich dadurch aus, dass die Gesetzeshüter durch die Posten in Obersulm, Ilsfeld und Untergruppenbach nah an der Bevölkerung seien. Bopp spricht von gelebter Bürgernähe und weist auf die „tollen Aufklärungszahlen“ der Ermittlungsdienste hin.

Autobahnnähe spielt eine Rolle

„Grundsätzlich haben wir ein sehr sicheres Reviergebiet.“ Bopp geht jedoch davon aus, dass der Corona-Effekt – weniger Straftaten, weniger Unfälle – wieder nachlasse. Bei der Kriminalität werde die Autobahnnähe immer eine Rolle spielen, weil die Tat- und Fluchtgelegenheit auf der Hand lägen. „Das fällt auf und nimmt zu“, kommt Bopp auf die neue Betrugsmasche beim Enkeltrick per Whatsapp zu sprechen. „Es bleibt abzuwarten, ob es Auswirkungen hat sowohl auf die Kriminalität als auch den Verkehr“, antwortet Bopp auf die Frage nach eingeschränkter Straßenbeleuchtung, die der Energiekrise geschuldet ist.

Teamarbeit Apropos Kommunen: „Für mich ist Sicherheit Teamarbeit“, betont Bopp, weshalb er mit den 13 Kommunen Hand in Hand arbeiten will bei örtlichen Auffälligkeiten. Eine offene und transparente Kommunikation will er auch mit seinen Mitarbeitern pflegen.

Der Werdegang

Dominik Bopp wurde 2006 bei der Polizei eingestellt. Die Bereitschaftspolizei und das Polizeirevier Lauffen waren Stationen im mittleren Dienst, ehe er 2015 in den gehobenen Dienst aufstieg. Hier folgten verschiedene Tätigkeiten bei der Verkehrspolizeiinspektion. Für den Aufstieg in den höheren Dienst war Bopp, der verheiratet ist, bei den Polizeipräsidien Heilbronn und Mannheim sowie im Innenministerium im Bereich Taktik und Einsatz. Von Herbst 2020 bis September 2022 studierte Bopp bei der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen und an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster.

Polizeipräsident Hans Becker wünschte dem neuen Revierleiter viel Freude und Erfolg. Von den 68 Sollstellen im Revier sind derzeit mehr als zehn Prozent nicht besetzt.

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