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Photovoltaik-Freiflächenanlage

Schwaigerns Beitrag zu Energiewende: EnBW Solar und Hörmann errichten einen Solarpark

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Seit Februar laufen die Arbeiten für die 5,8 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage bei Schwaigern. Im Juni soll der Solarpark ans Netz gehen.

Solarpark Schwaigern: Auf diesem Gebiet an der Bahnlinie entsteht in den kommenden Wochen eine 5,8 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage.
Solarpark Schwaigern: Auf diesem Gebiet an der Bahnlinie entsteht in den kommenden Wochen eine 5,8 Hektar große Photovoltaik-Freiflächenanlage.  Foto: Hörmann

An der Bahnlinie zwischen Schwaigern und Stetten tut sich was. Auf einem 5,8 Hektar großen Gebiet errichtet die EnBW Solar GmbH mit der ausführenden Firma Hörmann eine Photovoltaik-Freiflächenanlage. An die neue Optik wird man sich erst noch gewöhnen müssen. Die Grundgerüste stehen bereits. In den kommenden Tagen werden die Module angeliefert. Sie werden nach der Ankunft aus China vom Hafen in Rotterdam nach Schwaigern gebracht.

Rund 20 Arbeiter werden für drei bis vier Wochen damit beschäftigt sein, die 10.608 Module im sogenannten Einschubsystem einzubauen. "Im Juni können wir den Park ans Netz bringen", sagt Bauleiter Max Schneider. Der Solarpark hat eine Leistung von 5,8 Megawatt Peak (Mhp). Rechnerisch können damit laut EnBW 2300 Haushalte versorgt und jährlich 4700 Tonnen CO2 eingespart werden.

EnBW-Projektleiter Max Schneider und Bürgermeisterin Sabine Rotermund an den Wechselrichtern des Solarparks. In den nächsten Tagen werden die PV-Anlagen aus China erwartet und dann eingebaut.
EnBW-Projektleiter Max Schneider und Bürgermeisterin Sabine Rotermund an den Wechselrichtern des Solarparks. In den nächsten Tagen werden die PV-Anlagen aus China erwartet und dann eingebaut.  Foto: Friedhelm Römer

Solarpark in Schwaigern muss Rücksicht auf Feldlerche nehmen

Die Arbeiten auf der bisher landwirtschaftlich genutzten Fläche haben im Februar mit der Verlegung der Kabeltrasse begonnen. Im März begann dann der Zaunbau. Im Juli vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat grünes Licht für den Bau gegeben. Allerdings war der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan schon 2021 gefasst worden. "Die Verfahren sind halt recht langwierig", sagt Bürgermeisterin Sabine Rotermund.

"Für die Feldlerche haben wir einen Weg freigehalten", sagt Max Schneider, und damit habe man die Auflagen des Landratsamtes erfüllt. Das eigentliche Baufenster umfasst rund 4,8 Hektar und wird mit einem Zaun abgegrenzt. Ein rund ein Hektar großer Grünzug parallel zur Lein wird laut dem Ingenieurbüro Enviro-Plan "feldlerchenfreundlich bewirtschaftetes Grünland", wo die Tiere brüten können. Über drei bis fünf Jahre wird das Habitat für die Feldlerche mit einem Monitoring überwacht. Im Boden verlaufen diverse Fremdleitungen. Die EnBW musste zum Beispiel beachten, dass auf diesem Gebiet eine Leitung der Bodenseewasserversorgung verläuft. "Wir mussten hier einen zehn Meter breiten Schutzstreifen freihalten", sagt Projektleiter Schneider. Denn es könnte passieren, dass an dieser Leitung Arbeiten notwendig werden. Darüber hinaus verläuft auch eine Leitung der Telekom quer durch den Solarpark.

Solarpark in Schwaigern ist Teil der Energiewende

"Mit diesem Projekt tragen wir als Kommune unseren Teil zur Energiewende bei", sagt die Bürgermeisterin. Für Max Schneider ist dies ein "schönes Projekt, wegen der Südhanglage". Darüber hinaus waren keine allzu großen Vorbereitungen notwendig. Auf der Schwäbischen Alb zum Beispiel müssten die Photovoltaikanlagen in der Regel auf steinigem Boden errichtet werden. Dafür muss zunächst eine tragfähigere Unterkonstruktion errichtet werden. Dies sei in Schwaigern nicht nötig gewesen.

Ursprünglich war im Rahmen der Suche nach einer geeigneten Fläche auch ein noch näher am Stadtteil Stetten gelegenes Gebiet in Betracht gekommen. "Jenes Grundstück wollten wir aber aufgrund der potenziellen Siedlungsentwicklung freihalten", sagt die Bürgermeisterin.

Grundlage für die Initiative der EnBW ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Dieses sieht Flächenvorhaltungen für Solarenergie vor. Das Gesetz regelt die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz. Das baden-württembergische Umweltministerium hat im Rahmen der Standortfaktoren für Solarparks darauf hingewiesen, dass die Interessen der Landwirtschaft als auch des Naturschutzes gewahrt bleiben müssen.

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