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Schwaigern

Musikschule Schwaigern wechselt in städtische Trägerschaft

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Vor einem Jahr noch stand die Musikschule in Schwaigern kurz vor der Auflösung. Inzwischen steht die Einrichtung auf einem neuen, tragfähigen Fundament.

Die Musikschule, hier bei einem Open-Air-Konzert im Sommer 2022, wird nun auf anderer Basis weitergeführt.
Foto: Link/Archiv
Die Musikschule, hier bei einem Open-Air-Konzert im Sommer 2022, wird nun auf anderer Basis weitergeführt. Foto: Link/Archiv  Foto: Link

Seither war die Musikschule in Schwaigern als Verein organisiert. Da sich jedoch trotz langer Suche kein Vorstand mehr finden wollte, hat sich die Stadt bereiterklärt, die Musikschule zum 1. Januar diesen Jahres in ihre Trägerschaft zu übernehmen. Dem Beschluss des Gemeinderates im Sommer 2022 folgte in der jüngsten Ratssitzung nun die neue, einstimmig beschlossene Satzung.

Für Vorstandsposten findet sich niemand im Verein

Seit 40 Jahren war die Einrichtung als Verein organisiert. Der seitherige dreiköpfige Vorstand um Rainer Burkhardt bereits seit 30 Jahren im Amt. "Der Vorstand wollte schon vor vielen Jahren aufhören, fand aber damals schon keine Nachfolger", sagt Musikschulleiterin Jutta Thyret nun am Telefon. Ein wenig sauer stieß ihr und der Schriftführerin Petra Best der Vergleich aus dem Gemeinderat mit dem Zuschussbetrieb Freibad auf: "Wir wollen kein zweites Freibad", hieß es aus Reihen der CDU-Fraktion, was sich auf den Abmangel, also die hohen Unterhaltungskosten, bezog.

Die SPD-Fraktionschefin Andrea Vollmer zeigte sich "irritiert, dass die Übernahme von der CDU kritisch hinterfragt wird", obwohl dieses Thema im vergangenen Sommer bereits ausführlich diskutiert worden sei. "Mich freut, dass das Ganze jetzt aus einem Guss kommt", sagte Regina Jürgens (LGU). Es habe viele Vorteile, wenn man die Kinder und Jugendlichen hier unterstützt.

Musikschule mit Bildungsauftrag

"Die Musikschule hat einen Bildungsauftrag", erinnert Jutta Thyret jetzt an Paragraf zwei der Satzung. Die Musikschule leistet ein außerschulisches Angebot, nimmt Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge wahr und kooperiert mit den Kindertageseinrichtungen und allgemeinbildenden Schulen. Sie weckt ein allgemeines Verständnis für die Musik, schafft Grundlagen für eine spätere musikalische Berufsausbildung und arbeitet eng mit anderen musikalischen und kulturellen Einrichtungen zusammen.

Außerdem weist der Verein laut Petra Best immerhin ein Guthaben von über 150 000 Euro auf. Auch bei den Gebühren liege die Musikschule im Vergleich zu anderen Schulen im oberen Preissegment. Best: "Bislang waren wir bemüht, die Unterrichtsgebühren so zu halten, dass die Lehrerkosten ausgeglichen werden konnten und haben ohne Verluste gewirtschaftet." Die Übernahme durch die Stadt wertete Thyret durchweg positiv: "Das ist eine gute Lösung für die Zukunft der Musikschule."

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