Massenbachhausen investiert massiv in die Zukunft
Der im Bau befindliche katholische Kindergarten in Massenbachhausen nimmt Form an. Wie schnell nach der Eröffnung neue Gruppen einziehen, hängt nicht nur am Bedarf, sondern auch vom Personal ab. Derzeit sind vier Gruppen in anderen Häusern untergebracht.

Es ist die bisher größte Investitionsmaßnahme für die kleine Gemeinde: der Neubau des katholischen Kindergartens in Massenbachhausen. Denn auch wenn der Bauherr die Kirche ist, zahlt die Kommune den Löwenanteil der mittlerweile auf 6,8 Millionen Euro veranschlagten Baukosten. Das Gebäude an der Wickenhäuser Straße nimmt derzeit immer mehr Form an.
Nach dem Spatenstich im Oktober 2022 und dem Richtfest Ende Juni macht der Innenausbau derzeit große Fortschritte. Am 1. April 2024 sollen bereits die vier Gruppen einziehen, die momentan im evangelischen Gemeindehaus schräg gegenüber und im ehemaligen Schwesternwohnheim nebenan untergekommen sind.
Kindergarten in Massenbachhausen: Kommt die fünfte Gruppe schon vor dem Sommer 2024?
Wie schnell die Erweiterung auf sechs Gruppen - so viele kann der Neubau aufnehmen - erfolgen soll, darüber sind sich Theo Rappold, der als Leiter des katholischen Verwaltungszentrums Heilbronn den Bauherrn vertritt, und Bürgermeister Nico Morast nicht so ganz einig. Während letzterer vorsichtig findet: "Wir müssen uns nach den Sommerferien zusammensetzen, die Bedarfsplanung machen und überlegen, welche Betreuungszeiten wir anbieten müssen", sagt Rappold: "Ich gehe davon aus, dass wir schon zwischen April und Sommer 2024 eine fünfte Gruppe einrichten."
Tatsache ist: Wie schnell der Kindergarten mit sechs Gruppen belegt wird, hängt nicht nur vom Bedarf ab, sondern auch "vom Erhalt der tatsächlichen Fachkräfte", sagt Nico Morast, der die schwierige Personallage gerade im pädagogischen Bereich im Blick hat.
Eingeschossiger Bau hat immense Dimensionen
Das Gebäude ist mit 1490 Quadratmetern Grundfläche jedenfalls für gut 100 Kinder ausgelegt. Plus fürs notwendige Personal - etwa 25 Kräfte. Obwohl ein eingeschossiger Flachbau, wirkt es zur Wickenhäuser Straße hin schon groß. Der Blick ins Innere lässt es riesig erscheinen. Tatsächlich streckt sich der T-förmige Bau fast bis zur parallel verlaufenden Fasanenstraße. Während im T-Strich entlang der Wickenhäuser Straße Büros, Elternsprechzimmer, die Küche, Toiletten für die Erwachsenen und Mehrzweckräume untergebracht werden sollen, entstehen auf der Südseite des langen Gangs Gruppenräume und auf der Nordseite Funktionsräume - ein Atelier, ein Schlafraum, Sanitärräume für die Kleinen. Die Eingangshalle ist so geräumig, dass sie als Essensbereich oder Aula genutzt werden kann. Eine erweiterte Stelle des Flurs zwischen Gruppen- und Funktionsräumen wird zum Morgenkreis einladen.
Keine Festlegungen für Betreuungsform
Genaue Festlegungen gibt's aber nicht: "Es ist so gedacht, dass in jedem Gruppenraum jede Betreuungsform möglich ist", sagt Rappold auch hinsichtlich des Krippenangebots der Einrichtung.
Schon jetzt riecht es im Haus nach dem überall verbauten Nadelholz. Die derzeit offen liegenden Leitungen für die Fußbodenheizung werden im Estrich und unter einem Linoleumboden verschwinden. Nur hochwertiges Material wird verbaut. Morast zeigt auf die dreifach verglasten Fenster im Aluminiumrahmen: "Sie sehen, welchen Stellenwert Kinder und frühkindliche Bildung bei uns haben."
Dankbar für den guten Partner
Als sich bei der Ausschreibung im Juli 2022 die Kostensteigerung von 5,5 Millionen auf 6,8 Millionen Euro abzeichnete, gab es nochmal Diskussionen im Gemeinderat. Schließlich übernimmt die 3700-Einwohner-Kommune den Löwenanteil der Aufwendungen. Doch der Bürgermeister steht voll hinter dem zukunftsweisenden Projekt. Und Theo Rappold ist "sehr dankbar, dass wir in der Gemeinde einen guten Partner gefunden haben".
5,5 Millionen Euro: Für diese Summe hatte Massenbachhausen das Wettbewerbsverfahren für den katholischen Kindergarten ausgeschrieben. Der Sieger, das Heidelberger Architekturbüro Ecker, veranschlagte für den Bau 5,8 Millionen. Bei Ausschreibung steigerten sich die Kosten auf 6,8 Millionen. Davon zahlt die katholische Kirche fix 800 000 Euro. Außerdem stellt sie das Grundstück und kommt später für den Abbruch des Schwesternwohnheims auf. Rund 1,75 Millionen insgesamt konnte das Rathaus an Fördermitteln gewinnen, größtenteils aus dem Investitionspakt "Soziale Integration im Quartier" des Bauministeriums.
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