Auswanderer aus Lauffen betreiben Guesthouse am Viktoriasee

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Das aus Lauffen stammende Auswanderer-Ehepaar Andrea und Albrecht Schneider hat sich am Viktoriasee in Uganda eine neue Existenz aufgebaut. Nicht nur das selbst gebackene Brot kommt in ihrem Guesthouse gut an.

Von Verena Niethammer
Andrea und Albrecht Schneider mit Sohn Bastian und seiner Partnerin Patrycja auf dem Gelände ihres Guesthouses am Viktoriasee. Foto: privat
Andrea und Albrecht Schneider mit Sohn Bastian und seiner Partnerin Patrycja auf dem Gelände ihres Guesthouses am Viktoriasee. Foto: privat  Foto: privat

Ende 2017 hängten Andrea Schneider (51) und Albrecht Schneider (51) aus Lauffen ihren Weinbaubetrieb an den Nagel. Sie vermieten seither ihr Land, Haus und Hof und verkauften all ihre Gerätschaften. Im März 2018 wanderte das Ehepaar nach Uganda aus.

Bereits im Juli des gleichen Jahres eröffneten sie ihr Guesthouse Blue Monkey in Entebbe am Viktoriasee. Immer wieder kommen sie aber zurück in die alte Heimat, um den Kontakt zu Freunden, Familie und dem Verein SAI Uganda aufrecht zu erhalten.

Bei Online-Reiseportalen weit oben gelistet

"Kurz nach dem Besuch ist das Heimweh größer als wenn ich längere Zeit wieder in Uganda bin", berichtet Andrea Schneider. Denn beide haben hier guten Anschluss gefunden, eine Kirche und einen Hauskreis. Außerdem geht die gelernte Hauswirtschafterin inzwischen regelmäßig zu einem Buchclub. Von Anfang an besteht eine große Nachfrage, so schafften sie es bereits kurze Zeit nach der Eröffnung mit dem Gästehaus, in der oberen Liga bei Online-Reiseportalen mitzuspielen.

Sehr viele Gäste kommen aus Europa, vor allem Deutschland, den Niederlanden, Belgien und England, aber auch den USA. Wichtig war den Gastgebern, ihren eigenen Stil zu wahren. So ließen sie vieles, wie etwa die Bettbezüge eigens aus afrikanischen Stoffen nähen. Außerdem verzichten die beiden bewusst auf Fernseher auf den Zimmern. Seit Dezember 2018 haben sie im Garten ein sogenanntes Luxury Safari Tent, ein komfortables Safarizelt, als weitere Übernachtungsmöglichkeit. Es ist gemütlich ausgestattet mit einem Schlafzimmer, Moskitonetzen, Stromanschluss und eigener kleiner Terrasse.

Selbst gebackenes Vollkornbrot zum Frühstück

Andrea Schneider beim Besuch im früheren Wohnort Lauffen. Die Gastwirtin ist mittlerweile in Uganda heimisch geworden.
Foto: Verena Niethammer
Andrea Schneider beim Besuch im früheren Wohnort Lauffen. Die Gastwirtin ist mittlerweile in Uganda heimisch geworden. Foto: Verena Niethammer  Foto: Verena Niethammer

Zum Frühstück gibt es nach Wunsch Süßes oder Salziges, immer mit selbst gebackenem Vollkornbrot. "Dabei verwende ich Kürbiskerne, Leinsamen oder Walnüsse, die wir oft aus Lauffen haben," verrät Andrea Schneider. Wünschen die Übernachtungsgäste ein warmes Essen, können sie dies über ein Restaurant in Entebbe bestellen. Zum Nachmittagskaffee reichen Schneiders hausgemachte Muffins oder Kekse. Jeder soll sich zu Hause fühlen in ihrem Gästehaus.

Inzwischen beschäftigen sie zwei Mitarbeiterinnen im Haus, die in allen Bereichen von Küche bis Zimmerservice mit anpacken. Außerdem ist ein Tag- und Nachtwächter angestellt. Wirtschaften liegt den ehemaligen Weingärtnern. Es fiel ihnen nicht leicht, ihren Betrieb 2017 zu schließen. Auch wenn sie nicht alle Tagespolitik in Deutschland verfolgen, bekommen sie doch einiges mit, etwa den Protest der Landwirte, die sich in ihrer Existenz bedroht sehen. "Wir sind auch so ein grünes Kreuz" resümiert die engagierte Gastwirtin nachdenklich, "denn wir gehören zu den gestorbenen Landwirtschaftsbetrieben der Region".

Die neue Heimat fühlt sich schon wie ein Zuhause an 

Die Verbindung zur alten Heimat halten sie weiterhin aufrecht. Drei Mal reiste Andrea Schneider bereits nach Deutschland. Neben der Arbeit und dem Ehrenamt bleibt auch noch etwas Zeit für Freizeit. Immerhin: Eine gute Woche hatten die beiden Auswanderer schon gemeinsam Urlaub. Kurz ließen sie dafür das Blue Monkey geschlossen.

Das letzte Mal war Albrecht Schneider im vergangenen September zu Besuch in Deutschland, doch er hat sich auch sehr auf seine Rückkehr nach Uganda gefreut. "Denn für ihn ist das hier schon sein Zuhause", erzählt Andrea Schneider, die selbst im Oktober zuletzt in Lauffen war. "Wir sind beide echt gut angekommen und es fühlt sich schon an wie Heimat". Bisher ist keine Rückreise geplant.

 
 
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