Zwei Geschäfte am Talheimer Rathausplatz feiern ihr 25. Betriebsjubiläum

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Annette Urnauer mit einem Reisebüro und Klaus Hartmann mit einem Optikerladen machten sich vor 25 Jahren in Talheim selbstständig. Für sie war dieser Schritt kein Risiko, sondern Motivation.

Annette Urnauer zeigt auf der Weltkarte auf ihr bevorzugtes Urlaubsziel: Südafrika. Seit 20 Jahren hat sie ihr Reisebüro am Rathausplatz. Vor 25 Jahren hat sie sich selbstständig gemacht.
Fotos: Sabine Friedrich
Annette Urnauer zeigt auf der Weltkarte auf ihr bevorzugtes Urlaubsziel: Südafrika. Seit 20 Jahren hat sie ihr Reisebüro am Rathausplatz. Vor 25 Jahren hat sie sich selbstständig gemacht. Fotos: Sabine Friedrich  Foto: Friedrich, Sabine

Sie haben beide im selben Jahr - 1994 - den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt: Annette Urnauer und Klaus Hartmann. Das Reisebüro und das Optikergeschäft sind beide am Rathausplatz. Und wie die meisten anderen Geschäfte rund ums Dienstleistungszentrum gehören sie zu den eingesessenen.

Noch eines haben die Reisekauffrau und der Augenoptikermeister gemeinsam: Sie sind Gründungsmitglieder des Talheimer Gewerbevereins.

Selbstständigkeit war ein Traum

Sich selbstständig zu machen, "war schon immer mein Traum", sagt Annette Urnauer. Mit 29 Jahren erfüllte er sich. Sie wollte unabhängig sein. "Ich habe das nicht als Risiko empfunden, weil ich schon lange in der Branche war." Hartmann stimmt zu: "Wenn man eine eigene Philosophie an den Kunden weitergeben will, dann ist das Risiko recht klein." Aber die Motivation umso größer, ergänzt Urnauer. Wobei die Anfangszeit hart gewesen sei, nur zwischen Büro und Bett.

Ihr großer Vorteil: Sie hat in der Sonnenstraße ein kleines Reisebüro übernehmen können, damit auch einen Grundstamm an Kunden. "Die Bestätigung bekommt man durch die Treue der Kunden", sagt die Betriebsinhaberin, die 1999 in die ehemalige Post ins Dienstleistungszentrum zog. Hartmann stimmt zu.

Auch junge Leute wollen Beratung

Mit dem Siegeszug des Internets befürchtete Urnauer, die jungen Kunden könnten wegbrechen. Das sei nicht passiert. "Auch junge Menschen brauchen persönliche Ansprache und Empfehlungen." Die Qualität der Gläser lasse sich im Internet nicht prüfen, sagt Hartmann.

"Viele Leute wollen die Brille im Gesicht sehen", nennt er den Vorteil als Einzelhändler. Er setzt auf ein umfangreiches Portefolio, das auch Hilfen bei speziellen Netzhauterkrankungen beinhaltet.

Gute Symbiose in der Ortsmitte

Einen Monat, bevor sich der Familienvater selbstständig machte, zog er von Sinsheim nach Talheim, wo seine Oma wohnte, die Eltern ein Gartengrundstück besaßen. Tür an Tür mit dem Goldschmied sei eine gute Symbiose, so Hartmann. Hier werden die Ringe ausgesucht, nebenan die Sonnenbrille und ein paar Meter weiter die Hochzeitsreise.

Welche Anstrengungen muss der Einzelhandel unternehmen, um zu überleben? "Kundenservice und Dienstleistungen sind das A und O", sagt Urnauer. Und: Die Treue der Kunden wertschätzen, menschlich sein. "Die Leute wollen noch Ansprache", sagt Hartmann.

Läden, die etabliert sind

Die beiden Geschäftsinhaber blicken zurück: Einst war der Spar-Laden im Dienstleistungszentrum untergebracht, dann folgte die Papeteria. In diesen Räumen ist heute die Genussmeisterei Stoll untergebracht. Bis zur Pleite war Schlecker am Rathausplatz. Im heutigen Bürgerbüro befand sich eine Parfümerie. "Es gibt nicht weniger Geschäfte als vor 25 Jahren", meint Urnauer, deren Lieblingsreiseziel Südafrika ist. Viele seien seit Jahrzehnten angesiedelt.

"Wir ergänzen uns alle sehr gut." Die Läden seien etabliert. "Auf die kannst du bauen", sagt Hartmann, der so viele Brillen hat, wie manche Frau Handtaschen. Vielleicht mit ein Verdienst des Gewerbevereins, der 1995 aus der Taufe gehoben wurde. Mit Urnauer und Hartmann als Gründungsmitgliedern. Die Unternehmerin war 20 Jahre lang bis 2015 Vorsitzende, ist nun im Ausschuss, wie Hartmann, der diesem seit 20 Jahren angehört. "So hat sich eine Gemeinschaft aufgebaut", war für Urnauer der Zusammenschluss wichtig.

Hartmann Optik am Rathausplatz in Talheim feiert ebenfalls das 25. Jubiläum. Klaus Hartmann hat als Ein-Mann-Betrieb begonnen und im Jahr 1999 eine Filiale in Nordheim eröffnet.
Hartmann Optik am Rathausplatz in Talheim feiert ebenfalls das 25. Jubiläum. Klaus Hartmann hat als Ein-Mann-Betrieb begonnen und im Jahr 1999 eine Filiale in Nordheim eröffnet.  Foto: Friedrich, Sabine

Zahl der Beschäftigten Von Anfang an bildet sie aus. "Weil es wichtig ist, den Nachwuchs zu fördern. Die Branche hat immer noch genügend Potenzial." Sieben Angestellte, zwei in Teilzeit, und zwei Lehrlinge beschäftigt sie aktuell. Die feierten mit bei der Party zum 25. Jubiläum mit mehr als 400 Kunden. Hartmann Optik hat in Talheim und der Filiale in Nordheim - 1999 eröffnet - je neun Beschäftigte.

Früher & heute

Annette Urnauer schildert, welche Entwicklungen die Digitalisierung in der Reisebranche gebracht hat. Vor 25 Jahren, als sie ihr Geschäft eröffnete, war das Internet noch jung, es gab keine Bewertungsportale. Erst wenn der Reisende seine Unterlagen bekam, erfuhr er Abflugzeit und Fluggesellschaft. Die Sitzplätze wurden erst beim Check in am Flughafen vergeben. Katalog und Reisebüro waren die einzigen Informationsquellen.

Und heute? Die Programme sind internetbasiert. Die Präsentation ist für den Kunden individuell zusammengestellt mit Hotel, Flugzeiten, Mietwagen und vielem mehr.

 
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