Kommentar: Wogen glätten
Demokratie muss bisweilen einiges aushalten, im Großen wie im Kleinen. So auch beim Rennen um den Beilsteiner Bürgermeistersessel.
Ein elementarer Bestandteil der Demokratie ist nämlich auch die Diskussionskultur. Und was das betrifft, so war gerade nach dem ersten Wahlgang eine deutliche Verschärfung des Tons wahrzunehmen. Nicht unter den beiden Kandidaten selbst, die als Favoriten aus der ersten Runde hervorgegangen waren, sondern in den sozialen Medien. Es spricht nichts dagegen, dass man etwa in Facebookgruppen Unklarheiten und offene Fragen anspricht. Im Gegenteil. Die Art und Weise aber, wie dies manchmal geschehen ist, nahm schon irritierende Züge an. Stellenweise wurden dort Behauptungen, Unterstellungen oder Gerüchte geäußert, ohne dass diese wasserdicht belegt werden konnten. Und auch, wenn solche Posts oft schnell wieder gelöscht wurden - das Thema war in der Welt und in den Köpfen mancher Nutzer.
Die neue Bürgermeisterin hat also in den kommenden acht Jahren nicht nur etliche richtungsweisende Sachthemen zu bearbeiten - wie Kinderbetreuung, Haushaltskonsolidierung, Innenstadtbelebung oder Verkehrsinfrastruktur. Sie muss vor allem auch einigend wirken, muss die gespaltenen Lager wieder an einen Tisch bringen und die Wogen glätten. Barbara Schoenfeld hat sich im Wahlkampf dialogorientiert und engagiert präsentiert. Auch deshalb haben ihr 49,5 Prozent der Beilsteiner Wähler ihr Vertrauen ausgesprochen. Sie muss jetzt auch beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, in die Fußstapfen ihres Vorgängers Patrick Holl zu treten.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare