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Untergruppenbach

Vorfreude auf ein lebendiges Zentrum in Unterheinriet

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Die Umgestaltung der Heinrieter Ortsmitte nimmt immer konkretere Züge an. Im Gemeinderat wurden jetzt die aktuellen Gestaltungspläne vorgestellt. Der Neubau soll neben Bürgerraum, Bücherei, Café und Tagespflege auch mehrere Wohnungen vorhalten.

Anstelle der alten Scheune soll ein zweiteiliges Gebäudeensemble mit vielfältigem Nutzungsmix künftig das Bild der Heinrieter Mitte prägen.
Foto: Archiv/Kunz
Anstelle der alten Scheune soll ein zweiteiliges Gebäudeensemble mit vielfältigem Nutzungsmix künftig das Bild der Heinrieter Mitte prägen. Foto: Archiv/Kunz  Foto: Kunz

Filetstück", "Schmuckstück", "Win-Win-Situation" - aus ihrer Begeisterung machten die Untergruppenbacher Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung des Gremiums keinen Hehl. Ihr Lob galt den Plänen zur Weiterentwicklung der Heinrieter Mitte, die Markus Gräter vom Architektur- und Stadtplanungsbüro Baldauf aus Stuttgart vorstellte.

Hohe Aufenthaltsqualität als Ziel

"Unser Ziel ist es, in Unterheinriet einen lebendigen Mittelpunkt mit einer hohen Aufenthaltsqualität zu schaffen", rief Bürgermeister Andreas Vierling einen der zentralen Punkte des Gemeindeentwicklungskonzepts 2035 in Erinnerung. Der Planungsstand für das Projekt liege aktuell in architektonischer Hinsicht bei 90 Prozent, beim Außenbereich sei man noch nicht ganz so weit, so Vierling.

Fest steht: Das Ortszentrum wird ein völlig neues Gesicht erhalten. Die derzeit noch ortsbildprägende Scheune wird wegen ihrer schlechten Bausubstanz abgerissen, ebenso müssen das ehemalige Gasthaus Krone sowie der Gewölbekeller weichen. So wird Platz geschaffen für zwei miteinander verbundene mehrgeschossige Häuser mit Satteldächern, die den vorgelagerten Marktplatz umschließen. Die Gebäude bieten Platz für Wohnungen, Bäckerei und Café mit Außenbereich, den Bürgerraum und die Ortsbücherei.

Stiftung Lichtenstern will Tagespflege betreiben

In das kleinere der beiden Häuser zieht eine Tagespflege ein. "Die Evangelische Stiftung Lichtenstern hat ihr Interesse signalisiert und ist bereit, die Tagespflege zu betreiben", berichtete Bürgermeister Vierling von den jüngsten Verhandlungen.

Der Hauptzugang zum Gebäudekomplex führt vom Marktplatz zum zentralen Bürgerraum, der als Bindeglied zwischen den beiden Häusern fungiert. Gebäude zwei, das anstelle der alten Scheune an der Abstatter Straße entsteht, beherbergt im Erdgeschoss eine Bäckerei mit angegliedertem Café und im nördlichen Teil zur Brunnengasse hin die Bücherei. Im Stockwerk darüber entstehen zwei Zwei- und zwei Vier-Zimmer-Wohnungen, für das Obergeschoss ist eine weitere große Wohnung mit einer Empore im Giebelbereich vorgesehen.

25 Stellplätze in der Tiefgarage

Über der Tagespflege im Haus eins, das an das Bestandsgebäude Neue Mitte 1 angrenzt, werden drei Wohnungen gebaut, im zweiten Obergeschoss ist laut Architekt Markus Gräter eine weitere kleine Wohnung denkbar, die durch Nutzung der Giebelfläche auch als Maisonette realisiert werden könnte. In der Tiefgarage unter dem Ensemble werden 25 Pkw-Stellplätze für Bewohner und Tagespflege bereitstehen, im Außenbereich wird es weitere 25 Stellflächen geben.

Aufgrund der topographischen Situation - zwischen Abstatter Straße und Brunnengasse ist ein Niveauunterschied von rund zwei Metern auszugleichen - führen neben Treppen auch mehrere Rampen zu den einzelnen Gebäudeteilen, um einen barrierefreien Zugang zu ermöglichen.

Gestalterische Erinnerung an Scheune und Gewölbe

Bei aller Freude über die Planung sei es ein "Wermutstropfen", dass Unterheinriet im Zuge des Vorhabens das ehemalige Gasthaus Krone und die ortsbildprägende Scheune verliert, sagte Horst Stieb (SPD). Als Reminiszenz sollten Elemente dieser Gebäude beim Neubau Verwendung finden, regte er an. "Wenn alles so umgesetzt werden kann, wird das ein neues Highlight für Unterheinriet", betonte Hermann Steiner (UWG). Es gelte nun, einen guten Investor zu finden. Dieser soll bis spätestens zum ersten Quartal kommenden Jahres auch präsentiert werden können, so Bürgermeister Andreas Vierling.

Mit der einstimmigen Billigung des Vorentwurfs zum Bebauungsplan für das Areal hat der Gemeinderat in der Sitzung auch dafür gesorgt, dass dort nun Baurecht geschaffen wird.

Frage der Nahversorgung geklärt

In Sachen Nahversorgung hat die Verwaltung eine Lösung für Unterheinriet gefunden. Laut Bürgermeister Andreas Vierling ist man sich mit dem Betreiber der Kette "Tante M" aus dem Kreis Reutlingen einig, der in den frei gewordenen Räumen im Gebäude Neue Mitte 1 eine Filiale eröffnen wird. Einen genauen Termin könne er noch nicht nennen, er rechne aber mit einem Start Anfang Dezember. Das Besondere am Ladenkonzept: Die Geschäfte sind täglich fast durchgehend geöffnet, die Kunden scannen ihre Einkäufe an der Kasse selbst. 

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