Vier Baustellen auf einen Streich
Das Leben ist eine Baustelle - in Lehrensteinsfeld derzeit gleich vierfach: Kanalarbeiten in der Lehrener Straße, Umbau des alten Kindergartens, Restarbeiten in der Grundschule und Sanierung der früheren Post- und Feuerwehrräume im Rathaus. Es geht rund in der 2500 Einwohner großen Gemeinde.
In Lehrensteinsfeld wird's nicht langweilig. Irgendwo ist immer etwas, das die Kommune neu baut, umbaut oder sonst irgendwie auf Vordermann bringt. Manchmal sind es gleich ein paar Baustellen auf einmal - so wie zurzeit. Über den Stand der Dinge informierte Bürgermeister Björn Steinbach jetzt die Gemeinderäte und die Heilbronner Stimme. Nicht alles, was er zu berichten hatte, war erfreulich.
Alter Kindergarten: Gleich zwei böse Überraschungen erlebte die Verwaltung jüngst bei der Renovierung des alten Kindergartens. Bekanntlich werden ab 2. März hier mehrere Tagesmütter als "Team Glückskäfer" Jungen und Mädchen im Krippenalter betreuen. 50.000 Euro waren für den Umbau angesetzt gewesen. Das wird nicht reichen.

Als neulich ein Teil des Bodens herausgenommen wurde, um eine Zwischenwand für den Schlafraum einzuziehen, kam dies ans Tageslicht: "In den 1960er Jahren ist wohl ein bedenklicher, giftiger Kleber verwendet worden", erläuterte Bürgermeister Steinbach. Deshalb sei "der komplette Holzboden herausgerissen worden". Inzwischen wurde ein neuer Vinylboden in Holzoptik verlegt. "Dadurch sind wir zeitlich leider knapp auf Kante."
Es ist ja nicht nur der Boden. Steinbach: "Als der alte Einbauschrank in der Küche ausgebaut wurde, haben wir gemerkt, dass die Wand dahinter feucht ist." Ein Abflussrohr sei nicht dicht gewesen. Deshalb wurde die Wand aufgeklopft; der Bautrockner läuft.
Dennoch kann die Großtagespflege wie geplant am kommenden Montag starten, und auch dem Tag der offenen Tür steht nichts im Weg. "Nervlich war es schon kurz ein Schock", blickt Natascha Steinmetz von den "Glückskäfern" auf die beiden Hiobsbotschaften zurück. Aber sie und die anderen Frauen hätten sich arrangiert und müssen sich halt nun beim Einräumen mit einigen Handwerkern abstimmen, die noch vor Ort sind. Das Architekturbüro Riemer Planung an der Seite zu wissen, habe das Team sehr entspannt. "Das Büro hatte alles im Griff."
Rathaus: Nach Plan gehen dagegen die Umbauarbeiten im Rathaus vonstatten. Dort, in den ehemaligen Räumen der Feuerwehr und der Post, bekommen bekanntlich all die Vereine eine neue Heimat, die aus dem alten Kindergarten ausziehen mussten: Landfrauen, Wanderfreunde, Gesangverein, Obst- und Gartenbauverein. Außerdem sollen in dem großen Raum - nebendran sind noch eine Küche, ein Lager und Toiletten vorgesehen - künftig Gemeinderatssitzungen stattfinden, so dass sie barrierefrei zugänglich sind. Dasselbe gilt für Trauungen.

"Derzeit ist der Elektriker drin. Die Trockenwände sind gestellt", sagte Steinbach im Gespräch mit der Stimme. Als nächstes werden die Schläuche für die Fußbodenheizung verlegt, dann kommt der Estrich rein. "Laut Zeitplan soll im Juli alles fertig sein. Das ist wohl einzuhalten."
Am Anfang der Planung standen Kosten von 600.000 Euro. Doch der Betrag wurde deutlich nach oben geschraubt, weil unter anderem eine Be- und Entlüftungsanlage eingebaut wird. Die aktuelle Kostenschätzung liegt laut Bürgermeister bei 800.000 Euro. Nur etwa die Hälfte muss die Kommune selbst bezahlen. 51 Prozent fließen nach Steinbachs Angaben aus dem Fördertopf des Landessanierungsprogrammes.

Lehrener Straße: Baustelle Nummer drei sind die Kanalarbeiten in der Lehrener Straße. Die Arbeiter der Firma Amos seien sehr gefordert, weil die alten Kanalrohre extrem tief im Erdreich liegen, informierte Steinbach.
Dennoch ist die Truppe von Polier Toni Binder sehr fix, so dass die Maßnahme wohl schon im März abgeschlossen sein wird und die Karawane weiterziehen kann: zur Erschließung des Baugebietes "Krichertsrain" - und von da aus dann nochmal weiter in die Carl-Dietzsch-Straße, wo ebenfalls der Kanal ausgewechselt wird.

Grundschule: Die Arbeiten in der Grundschule sind noch nicht ganz beendet, obwohl der Anbau für Schule und Kernzeitbetreuung bereits seit Herbst in Betrieb ist. Steinbach: "In dieser Woche wird die Außentreppe angebracht." Auch andere Brandschutzmaßnahmen sind noch zu erledigen. Hier und da muss der Maler noch mal Hand anlegen, und Einbauschränke fehlen noch. Etwa 1,4 Millionen Euro kostet die Erweiterung samt Renovierung des Bestands. Auch was die digitale Ausstattung angeht, wurde die Schule fit für die Zukunft gemacht. Aus drei Fördertöpfen gibt es knapp 390.000 Euro an Zuschüssen.
Tag der offenen Tür
Die neue Großtagespflegestelle "Team Glückskäfer" zeigt ihre Räume in der Schlossstraße 38 beim Tag der offenen Tür am Samstag, 29. Februar, von 10 bis 17 Uhr. Die Einweihungsrede hält Bürgermeister Björn Steinbach gegen 10.30 Uhr. Danach gibt es ein Programm. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Stimme.de
Kommentare