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Wüstenrot

Sanierung der Burgfriedenhalle Neuhütten geht voran

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Die Entkernung der Burgfriedenhalle in Neuhütten läuft seit 20. Mai. Die Generalsanierung liegt im Zeitplan und soll Ende September/Anfang Oktober fertig sein. Die Gesamtkosten liegen bei 3,54 Millionen Euro.

Von Sabine Friedrich
 Foto: Kunz, Christiana

Ein ohrenbetäubender Lärm. Mit einem elektrischen Abbruchhammer zerstört einer der Arbeiter der Firma Reutlinger Abbruch die Fliesen auf der Tribüne. Eine "Etage" höher rücken seine Kollegen mit Hammer und Brecheisen der Decke zu Leibe. Kabel und Installationen hängen herunter.

Die Halle ist komplett eingerüstet, damit die Männer auf einem Zwischenboden in etwa vier Metern Höhe unterhalb des Dachs Stück für Stück abtragen können. Die Burgfriedenhalle Neuhütten gleicht fast einem Rohbau. Seit 20. Mai wird sie entkernt. Die Vereine sind anderswo untergekommen, die Schulen machen Freiluft-Sport. Ende September/Anfang Oktober soll die Generalsanierung fertig sein. Ein ehrgeiziges Unterfangen bei einem Gesamtvolumen von 3,54 Millionen Euro. "Wir sind im Zeitplan", sagt Thomas Löffelhardt vom Wüstenroter Bauamt.

Projekt hat sich verzögert

Im Foyer bekommt das Stuhllager eine Flügeltür als Abtrennung.
Im Foyer bekommt das Stuhllager eine Flügeltür als Abtrennung.  Foto: Kunz, Christiana

"Es ist halt 2019 geworden", sagt er weiter. "Aber Hauptsache, es ist los gegangen." Denn schon zweimal ist das Projekt verschoben worden, weil die Gemeinde die Finanzierung nicht ohne die Zuschüsse des Landes stemmen kann. Im dritten Anlauf, nachdem sich Landesminister Peter Hauk im November 2017 vor Ort ein Bild von der langen Mängelliste gemacht hat, sind Mittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum genehmigt worden.

Der Charme der 70er Jahre ist verblasst

Die größte Sport- und Veranstaltungsstätte in der Gemeinde hat 42 Jahre auf dem Buckel. Da sieht man ihr an, der Charme der 1970er-Jahre ist längst verblasst, die Technik überholt. Fast alles muss raus - bis auf den Hallenboden und das Parkett im Foyer. Beim Dach ist nur noch die Fläche über den Umkleiden herzurichten. Darauf kommt die neue Hybridanlage mit Photovoltaik und Solarthermie. Die neue Wärmepumpe wartet auf den Einbau. Sie versorgt die etwa 1500 Quadratmeter große Halle und das benachbarte VfB-Sportheim. Öl wird laut Löffelhardt künftig nur noch für die Spitzenlast benötigt.

Nach der Dämmung bleibt kein roher Beton mehr

Wie sieht der bisherige Unterbau aus? Die Stirnseiten erhalten neue Prallwände, die Sprossenwände werden verkleidet.
Wie sieht der bisherige Unterbau aus? Die Stirnseiten erhalten neue Prallwände, die Sprossenwände werden verkleidet.  Foto: Kunz, Christiana

Aus energetischen Gründen erhält die Fassade Dämmplatten und Putz, so dass die Burgfriedenhalle künftig nicht mehr in rohem Beton gekleidet ist. Über das Farbkonzept des Architekturbüros Kraft und Kraft aus Schwäbisch Hall entscheidet der Gemeinderat am 23. Juli. Außen werde es sich an dem Weiß der Grundschule Neuhütten orientieren. "Es gibt einige farbige Elemente", berichtet Löffelhardt weiter.

Apropos Farbe: Der Kalksandstein in den Fluren des Umkleide- und Sanitärbereichs ist in Flieder und Vanille gestrichen, dazu kommt ein Senfgrün an den Wänden in den Räumen. Der neue Anstrich wird für das Auge wohltuender ausfallen, dem heutigen Zeitgeschmack entsprechen, verspricht Löffelhardt.

Im gesamten Gebäude gibt es neue Decken

Sowohl im Foyer wie im Sanitärbereich sind Toiletten und Duschen abmontiert, die Fliesen abgeschlagen. Die Holzdecke wird gegen Gipskarton ausgetauscht, das wirke freundlicher und erhöhe den Schallschutz. Die Halle erhält ein neues Deckensystem in Kassettenform mit integrierter Beleuchtung. Die Oberlichter werden ersetzt, die neue Verglasung entspricht der Energieeinsparverordnung.

Gefahrenquellen werden beseitigt

Grün und Lila: Im Sanitärbereich tut ein neues Farbkonzept not.
Grün und Lila: Im Sanitärbereich tut ein neues Farbkonzept not.  Foto: Kunz, Christiana

Zwei Mitarbeiter der Firma Kneitschel brechen ein Stückchen Wandverkleidung an den Stirnseiten auf, um den Aufbau zu prüfen. Neue Prallwände soll die Unfallgefahr minimieren, die Sprossenwände und Kletterseile verschwinden hinter einer Verkleidung, die sich wie ein Schrank öffnen lässt. Der Brandschutz muss modernisiert werden, Türen werden ausgetauscht, Brandabschnitte gebildet.

Hausmeister Andreas Zenth freut sich auf die neue Lüftungs- und Heizungstechnik, die er dann übers Handy steuern kann. Sein Kollege Andreas Gauker ist überzeugt, dass Neuhütten nach der Sanierung eine genauso schöne Halle hat wie Wüstenrot.

Energiekosten werden geringer ausfallen

Thomas Löffelhardt (v.r.) schaut sich mit den Hausmeistern Andreas Gauker und Andreas Zenth die Baupläne an.
Thomas Löffelhardt (v.r.) schaut sich mit den Hausmeistern Andreas Gauker und Andreas Zenth die Baupläne an.  Foto: Kunz, Christiana

"Wir werden die Unterhaltung durch einen besseren Betriebsablauf reduzieren können", sagt Löffelhardt. Bisher sind dafür jährlich rund 300 000 Euro angefallen. Die Energiekosten würden sich minimieren. Die rundum erneuerte Burgfriedenhalle sei ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Energie-Plus-Gemeinde.

Gemeinde erhält hohe Summe an Zuschüssen

Alleine könnte das finanzschwache Wüstenrot die Generalsanierung der Burgfriedenhalle in Neuhütten nicht stemmen. Die Baukosten inklusive Honorar belaufen sich auf 3,54 Millionen Euro. Die 1,8 Millionen Euro, die sich die Kommune vom Land erhofft hatte, sind es nicht ganz geworden, aber immerhin 1,48 Millionen Euro. 635 320 Euro fließen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlischer Raum, 294 000 Euro aus dem Sportstättenbau und 555 000 Euro aus dem Ausgleichstock.

 
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