Quartier rund um Alte Turnhalle in Willsbach soll modernisiert werden
Die Gemeinde Oberstulm hat die Aufnahme ins Landessanierungsprogramm beantragt. Eine erste Untersuchung zeigt: Über 70 Prozent der Gebäude sind mangelhaft.

Die Herrengasse in Weiler soll im Sanierungsgebiet Weiler/Eichelberg, das bis 2019 läuft, noch neu gestaltet werden. Die Beteiligung von privater Seite am Landessanierungsprogramm Post-/Michelbachstraße in Affaltrach, das 2016 gestartet ist, ist gut. Nun sollen Eigentümer in Willsbach mit Fördergeld ihre Gebäude modernisieren können.
Das Interesse bei einer Informationsveranstaltung im Juli mit rund 100 Besuchern war groß. Der Antrag auf ein Sanierungsgebiet "Spatzenberg" ist beim Land eingereicht. Ob die Aufnahme bereits 2019 erfolgt, ist offen. Auch die Kommune hat einiges vor in dem Gebiet rund um den alten Sportplatz und die Alte Turnhalle.
Größe und Finanzrahmen reduziert
Wolfgang Mielitz von der Landsiedlung stellte dem Gemeinderat Obersulm das vorläufige Konzept vor. Ursprünglich sollte das Gebiet rund 15 Hektar umfassen. Das Regierungspräsidiums Stuttgart riet, es auf rund neun Hektar zu reduzieren. Den Förderrahmen von 4,6 auf 2,5 Millionen Euro zu verringern, gelang jedoch nicht. "Das wäre nicht realisierbar", meinte Mielitz mit dem Hinweis auf die kommunalen Projekte.
Ein erster Blick auf die Gebäude machte deutlich, dass über 70 Prozent mangelhaft seien, führte Mielitz aus. "Das ist ein dicker Hund", kommentierte er diese Dimension. Da gibt es also viele Möglichkeiten, alte Substanz abzureißen, Grundstücke dann neu zu bebauen oder bestehende Gebäude zu modernisieren.
Wunsch: Jahnhalle in eine Bürgerzentrum umwandeln
In der städtebaulichen Erneuerungsmaßnahme berücksichtigt ist der Wunsch aus der Bürgerinfo, die Jahnhalle in ein Bürgerzentrum umzuwandeln, sie eventuell zu erweitern. 900.000 Euro stehen mal als Zahl hinter dieser Maßnahme.
Als Ziel nannte Mielitz auch, eine Verbindung von diesem Teil Willsbachs zur Ortslage zu schaffen. Das soll durch einen Fußweg entlang des Seebächles geschehen. Der Bereich soll gestalterisch aufgewertet werden. 500.000 Euro sind dafür angesetzt. Hinzu kommen rund eine Million Euro für die Neugestaltung von öffentlichen Straßen- und Freiflächen. Mit aufgenommen wird auch der Umbau des Jugendhauses in der Raiffeisenstraße für 490.000 Euro. Hier winkt statt 36 Prozent effektiver Förderung sogar eine Quote von 54 Prozent aus dem Bundesprogramm Soziale Integration im Quartier (SIQ). Auch mit der Jahnhalle will die Gemeinde dann von diesem Programm profitieren.
Manches ist visionär
"Wir sind immer mit 40 Prozent dabei", erklärte Bürgermeister Tilman Schmidt die übliche Kostenaufteilung Land : Kommune von 60: 40 in einem Sanierungsgebiet. "Manches ist visionär", meinte er. Was passiere mit der Halle? Was mache nachhaltig Sinn und sei finanzierbar? Eventuell könnte auch weiterer Kinderbetreuungsbedarf im geplanten Sanierungsgebiet - dessen Abgrenzung sich immer noch ändern kann - angesiedelt werden.
Helmut Heuser begrüßte für die Freien Wähler eine Erneuerung und Modernisierung in diesem Gebiet. "Das ist natürlich hervorragend." Allerdings bezweifelte er, dass 900.000 Euro für eine Umnutzung der Jahnhalle ausreichen würden. "Ein toller Plan", befand auch Helmut Heuser (Grüne). Es sei wichtig, die Aufenthaltsqualität zu verbessern und das Gebiet näher an den Ortskern heranzuführen. "Uns freut das", vermittelte Michael Schepperle für die SPD-Fraktion die Zustimmung.
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