Nun soll der Rathaus-Anbau in Eberstadt forciert werden
Eine weitere Million Euro fließt aus dem Landessanierungsprogramm in Bauvorhaben nach Eberstadt. Das sind die Projekte.

Das Rathaus soll umgebaut und erweitert werden, für die Jugend möge ein Bike- und Skaterpark angelegt werden, der Marktplatz hätte eine Frischzellenkur nötig, und in nicht allzu ferner Zukunft sollen endlich die alte Kelter und das Gesindehaus der früheren Gaststätte "Krone" umfunktioniert werden. Das ist die ambitionierte Projektliste für die Sanierung "Ortskern III" in Eberstadt - und es ist noch gar nicht alles. Da das Land den Zuschuss jüngst um eine Million Euro aufgestockt hat, kann die Gemeinde die nächsten Schritte konkretisieren.
Freude über die frohe Kunde
Bürgermeister Stephan Franczak freut sich über die frohe Kunde aus Stuttgart. Zwar fließt nicht so viel Geld wie beantragt, aber das ist nichts Ungewöhnliches, und mehr als die Million haben weder Franczak noch Reinhold Kühnert von der LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH erwartet. "Wir sind damit zufrieden", sagt Fachmann Kühnert, der die Sanierung "Ortskern III" betreut. Sie läuft noch bis 2026, und der aktuell bewilligte Aufstockungsantrag wird angesichts der Fülle an Vorhaben nicht der letzte gewesen sein.
Die dritte städtebauliche Erneuerung begann 2017. Der Förderrahmen beträgt vier Millionen Euro. Darin enthalten ist der Landeszuschuss als auch der Teil, den die Gemeinde aufbringen muss. Aus Stuttgart wurden für "Ortskern III" bisher laut Kühnert 2,4 Millionen Euro bewilligt. Davon flossen fast 700.000 Euro in den Abriss der alten und den Bau der neuen Eberfirsthalle. In den laufenden Umbau des Kindergartens Schmalbach fließen laut Kühnert weitere 400.000 Euro. Insgesamt kostet das Vorhaben rund zwei Millionen Euro.
Beengte Verhältnisse

"Als nächstes steht an, den Rathaus-Anbau voranzutreiben", sagt Bürgermeister Franczak. "Der Anbau wird ziemlich sicher kommen, weil er kommen muss", zielt er auf die beengten Verhältnisse ab. Das Vorhaben sei davon abhängig gemacht worden, ob eine Aufstockung bewilligt wird. Franczak hofft nun auf einen Baubeginn "ab Frühjahr 2024". Sanierung und Anbau sind auf rund drei Millionen Euro taxiert.
Für einen Bike- und Skaterpark laufe die Standortsuche. Infrage kommen, so Franczak, ein Areal zwischen Weinhaus und Neubaugebiet, der Schotterplatz bei der Eberfirsthalle "oder was Drittes". Und es werde in dieser Sache "auf jeden Fall noch in diesem Jahr etwas Entscheidendes passieren".
"Der Marktplatz ist sanierungsbedürftig"
Nicht ganz so schnell geht es vermutlich bei der Alten Kelter. Die Privateigentümer sanieren derzeit noch ein anderes Objekt. Mit der Umnutzung des ehemaligen Kelter-Gebäudes am Marktplatz werde daher wohl nicht vor 2024 begonnen, sagt Franczak. Im Idealfall soll das private Bauprojekt an ein öffentliches gekoppelt werden: "Der Marktplatz ist sanierungsbedürftig, er soll umgestaltet werden."
Fraglich ist auch, wie schnell der Umbau des Gesindehauses der ehemaligen Gaststätte "Krone" kommt. Das Besitzer-Ehepaar sei derzeit dabei, beim Landratsamt "Baurecht zu bekommen", erläutert der Rathauschef. 2,1 Millionen Euro sollen seinen Angaben zufolge in den Umbau zu Mikro-Appartments investiert werden. Sowohl für die Kelter als auch für die Krone muss der Gemeinderat irgendwann festlegen, wie hoch der Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm sein soll. Denn in der Regel werden innerhalb eines Sanierungsgebietes nicht nur öffentliche, sondern auch private Bauvorhaben gefördert.
Praxis und Plätze für Senioren
Und dann ist da noch die Holderstraße 36: "Die Idee wäre, dort ein Ärztehaus hinzustellen", sagt Stephan Franczak. Denkbar sei dies: im Erdgeschoss eine Arztpraxis, darüber Seniorenwohn- und/oder Tagespflegeplätze.
Große Pläne, Projekte für Jung und Alt, ein enormes Programm. Der Rathauschef versichert auf HSt-Nachfrage aber: All das habe nichts damit zu tun, dass er am 17. September wiedergewählt werden will. Es füge sich einfach eins zum anderen.
Daten und Fakten
1986 wurde Eberstadt zum ersten Mal ins Landessanierungsprogramm aufgenommen. "Ortskern I" lief bis 2000. Gut 1,6 Millionen Euro wurden aus Stuttgart überwiesen. Sanierungsziel damals unter anderem: Schaffung einer neuer Ortsmitte mit einem Marktplatz. Anfang der 1990er stand die Schaffung von Wohnraum im Vordergrund. "Ortskern II" startete 2005 und lief 2014 aus. Eberstadt erhielt über 1,1 Millionen Euro als Finanzspritze. Ein ganz wesentliches Projekt war die Sanierung des alten Schulhauses.
"Ortskern III" begann 2017 und ist ausgelegt bis 2026. Sanierungsbetreuer Reinhold Kühnert hofft, dass der Zeitrahmen verlängert wird. Pandemiebedingt habe sich manches verzögert, gleichzeitig seien die Maßnahmen jedoch sehr wichtig für die Gemeindeentwicklung.


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