Mit zwölf Regeln im Biergarten durch die Pandemie
Die Biergärten auf dem Haigern in Talheim und auf Burg Stettenfels ziehen viele Besucher an. Und das, obwohl es wegen des Coronavirus ein paar Einschränkungen gibt.

Draußen sitzen, sich mit Freunden treffen, essen und trinken – im Sommer gibt es wohl nichts Schöneres. Biergärten sind Wohlfühlorte. Und wenn sie dann noch hoch oben liegen, mit Blick in die weite Landschaft, sind sie unübertroffen entspannend.
Der Haigern in Talheim und die Burg Stettenfels in Untergruppenbach sind solche Aussichtspunkte, um die Seele baumeln zu lassen, vor allem, seit die Biergärten nach einer längeren Zwangspause wieder öffnen dürfen. Und das auch, obwohl es wegen des Coronavirus ein paar Einschränkungen gibt.
Eröffnung war in diesem Jahr rund fünf Wochen später
Auf Talheims Hausberg haben Nartlada und Tawandray Rentschler das Sagen im Biergarten des Landhauses Haigern. Mutter und Tochter haben dem 18. Mai entgegengefiebert, als der Ausschank wieder erlaubt war. "Normalerweise haben wir ab einer Temperatur von 20 Grad offen und das ist meist so um Ostern herum", sagt Tawandray. Diesmal war es rund fünf Wochen später. Die Zeit haben sie sich mit Putz- und Reparaturarbeiten vertrieben.
Einige Mühen brachten dann die Umstellungen: Abstände ausmessen, Tische auseinander stellen, Schilder kleben, Wege markieren, Desinfektionsspender platzieren. "Aber jetzt ist alles Alltag", sagt Nartlada Rentschler. Die 120 Plätze des Biergartens sind abends voll besetzt. "Die letzten Gäste gehen bei entsprechendem Wetter erst gegen Mitternacht."
Landhaus Haigern-Chef Ralf Rentschler ist rundum zufrieden. Denn im Sommer spielt sich das gesamte Geschehen bei ihm draußen ab. Nicht nur im Biergarten, sondern auch nebenan in einem Pavillon mit 140 Sitzplätzen. Der Vorteil: Das weiße Zelt mit einer Höhe von fünf Metern ist nach allen Seiten offen, kann bei schlechtem Wetter aber geschlossen werden.
"Die Gäste lieben es", so Rentschler. "Sie sitzen luftig und haben einen wunderbaren Ausblick in die Weinberge. In geschlossenen Räumen sitzen die Leute jetzt nicht gerne." À la carte habe er 30 Prozent mehr Umsatz als vor Corona.
Jeder Gast wird registriert

Vom Parkplatz auf der Burg Stettenfels weisen Pfeile den Weg zum Biergarten. Ein großes Plakat am Eingang macht die Besucher mit zwölf Regeln vertraut, die eingehalten werden müssen. Von "Wer darf überhaupt kommen" bis zum Verlassen des Geländes ist darauf alles beschrieben.
Jeder Gast wird registriert und erhält eine Tischnummer zugeteilt. Nicht vergessen: Am Ausgang ist die Nummernkarte wieder abzugeben. Hat man seinen Tisch gefunden, bringt eine Bedienung mit Maske bestellte Getränke und Kuchen. Warmes Essen und Desserts holt man sich selbst an Ständen ab.
Auch hier sind die Wege mit Absperrseilen und Barrieren genau markiert. Niemand soll sich verlaufen. Alle paar Meter werden die Anstehenden an den nötigen Abstand erinnert.
"Wir halten uns an die Regeln", sagt Heiko Volkert, Veranstaltungsleiter auf der Burg Stettenfels. "Die Besucher schätzen die hohen hygienischen Standards, sie fühlen sich sicher." Auf dem weitläufigen Gelände sitzen die Besucher in gebührendem Abstand. In Nicht-Corona-Zeiten finden hier rund 1000 Menschen Entspannung. Jetzt sind es etwa 500.
In der untergehenden Abendsonne genießen die Menschen bei Weizenbier, Riesling oder Rotweinschorle sorgenfreie Stunden. Ihre Gespräche drehen sich um Urlaub und Fußball, so wie vor dem Virus auch. Doch jetzt dreht sich alles um leere Strände und Stadien. "Du glaubst nicht, wie viel Platz am Comer See war", erzählt ein Mann seinem Gegenüber. Der ist aber mehr auf die Champions-League-Spiele in Portugal gespannt. Ohne Zuschauer, aber mit Leipzig und eventuell auch Bayern. Fast alles wieder beim Alten also, im Biergarten.
Stimme.de
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