Ilsfelder Freibad wird bald geöffnet

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Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte für eine Öffnung des Ilsfelder Freibades. Der eingeschränkte Betrieb startet ab Montag. Statt der erlaubten 650 Badegäste dürfen zunächst maximal 350 Personen pro Schicht ins Bad

Ab Montag kann im Ilsfelder Freibad wieder geplanscht werden: Der Gemeinderat entschied sich mehrheitlich dafür, das kleine Familienbad in zwei Zeitfenstern zu öffnen. 
Foto: Archiv/Matthias Heibel
Ab Montag kann im Ilsfelder Freibad wieder geplanscht werden: Der Gemeinderat entschied sich mehrheitlich dafür, das kleine Familienbad in zwei Zeitfenstern zu öffnen. Foto: Archiv/Matthias Heibel  Foto: Heibel

Die Freibadsaison in Ilsfeld startet spät, aber sie startet: Mit deutlicher Mehrheit beschloss der Gemeinderat am Dienstagabend in seiner Sitzung, das kleine Familienbad am Montag im eingeschränkten Betrieb zu öffnen. Zwölf Gemeinderäte waren dafür, sechs dagegen. Zuvor hatte sich das Gremium intensiv mit dem Für und Wider beschäftigt.

Die Meinungen schieden sich an der Kosten-Nutzen-Frage: Bleibt das Bad geschlossen, fällt die Freizeiteinrichtung im Sommer für die Besucher weg. Wird es geöffnet, könnte der eingeschränkte Betrieb mit Online-Kartenvorverkauf, reduzierter Personenzahl und Co. zu einer Herausforderung werden.

Kosten gibt es so oder so 

In beiden Fällen fallen Kosten an, die Kämmerer Steffen Heber nur vorläufig beziffern konnte. "Es gibt so oder so Ärger", fasste Ralf Weimar (BWV) das Dilemma zusammen. "Aber es kann nicht sein, dass wir aus Angst vorher nichts machen", hielt Marcus Föll (Bürgerforum Ilsfeld) dagegen. Besonders Familien mit kleinen Kindern seien die Leidgeprüften in Corona-Zeiten.

Föll pochte auf den Freizeitwert des Bades. Es müsse unbedingt geöffnet werden: "Die Rahmenbedingungen haben sich geändert, seit klar ist, dass das Mineralfreibad Oberes Bottwartal geschlossen bleibt. In Krisenzeiten sehe ich die Kommune in der Pflicht, einen sozialen Ausgleich zu schaffen. Nicht alle können in den Urlaub oder haben einen Pool im Garten. Wir sollten den Menschen ein Stück normales Leben geben." Birgit Eisenmann (CDU) schloss sich an: "Wir müssen das Risiko eingehen."

Gemeinde zahlt 573 500 Euro selbst

Dass es vielen Räten ein Anliegen war, sich beim Thema zu Wort zu melden, zeigte: Die Entscheidung zur Freibadöffnung spielte in der Gemeinde eine wichtige Rolle. Steffen Heber rechnete vor: Wenn das Bad geschlossen bliebe, kostet das die Gemeinde rund 436 000 Euro. Dies seien zum Teil die Kosten für die Wartungsarbeiten oder Abschreibungen. Wird das Bad geöffnet, gebe es Aufwendungen von 641 000 Euro - unter anderem, um die Hygienestandards einhalten zu können. "Wir planen auf der Einnahmenseite grob mit 67 000 Euro für den Kartenverkauf, sofern das Bad zu 60 Prozent ausgelastet ist", so Heber. Unterm Strich müsste die Gemeinde 573 500 Euro für eine verkürzte Freibad-Saison zahlen. Vor Corona sei man von 500 000 Euro für die Saison ausgegangen, so Steffen Heber auf Stimme-Nachfrage.

Ob es Vergleichsmaterial aus dem Landkreis gebe, wollte Reinhard Golter (CDU) von Bauamtsleiter Thomas Stutz wissen. "Gundelsheim lässt maximal 300 Leute rein, heute waren es 170. In Bad Friedrichshall sind tagsüber 600 Badegäste zugelassen, heute kamen 180", gab Stutz zur Auskunft. "Nicht sehr berauschend", urteilte Golter. Er habe Respekt vor den Aufgaben, wenn das Freibad geöffnet werde.

BWV: Vier Stunden im Bad sind nicht stressfrei

"Wenn wir von den Kosten ausgehen, würde keine Kommune im Landkreis ihr Freibad öffnen", argumentierte Dennis Klecker (AfD) dagegen. Auch Sport- und Spielplätze seien Kostenstellen. "Das Freibad stellt einen Mehrwert dar. Es finden keine Veranstaltungen statt. Man muss der Bevölkerung etwas anbieten. Und wenn sich nicht an die Regeln gehalten wird, muss durchgegriffen werden."

Zwei-Schichtbetrieb, Online-Kartenvorverkauf, kein Beachvolleyballfeld: Ralf Weimar war kritisch. "Es macht für die Familien keinen Spaß, im Freibad zu sein. Zum Ende einer Schicht 350 Leute aus dem Bad zu bringen, stelle ich mir schwierig vor. Es könnten auch Unvernünftige dabei sein." Anke Brod (BWV) pflichtete bei: "Wir wollen eine familienfreundliche Gemeinde sein, aber bei einem Zeitfenster von vier Stunden kann keiner stressfrei ins Bad" Den größten Ärger sah Brod am Familienbecken. "Wer schaut, dass da nichts passiert?"


Öffnungszeiten und Regeln 

Das Freibad ist ab Montag täglich von 9 bis 13 und von 15 bis 19 Uhr geöffnet. Statt der erlaubten 650 Badegäste dürfen zunächst maximal 350 Personen pro Schicht ins Bad. Eintrittskarten werden ausschließlich als personenbezogene Tageskarten, gültig für eine Schicht, online verkauft (3,50 Euro für Erwachsene, zwei Euro für Kinder). Sie können nicht erstattet werden. Je nach Verlauf könnte der Freibadbetrieb erweitert, weiter eingeschränkt oder beendet werden. Alle Freibad-Richtlinien auf www.ilsfeld.de

 


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