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Untergruppenbach

Marcel Meyer will mehr unternehmerisches Denken reinbringen

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Bei der Bürgermeisterwahl in Untergruppenbach ist Marcel Meyer ein Seiteneinsteiger. Er ist einer der Kandidaten, die am 18. Februar zur Wahl stehen.

Von Angela Groß
 Foto: Heibel, Matthias

Ohne Verwaltungserfahrung tritt der Untergruppenbacher Unternehmer am 18. Februar an: Er sieht es nicht als Problem. Vielmehr will er mit seinen Qualitäten als "unternehmerisch Denkender" punkten. Er sei es gewöhnt, sich an Situationen, die auf einen zukommen, anzupassen und dann die Punkte abzuarbeiten - das Schlagwort, das er nennt, lautet "prozessorientiertes Management".

Zu Jahresbeginn ist er in seinen Wahlkampf gestartet. Wie sehr will er den Job? "Ich will ihn ganz, ganz arg, mache mir viele Gedanken", sagt Meyer. Per Video-Botschaft hat der 42-Jährige zu Beginn seiner Kandidatur erklärt, dass er für sein Gesundheitszentrum einen Geschäftsführer hat, als Bürgermeister zu hundert Prozent zur Verfügung stünde.

Mit Herz und Leidenschaft

Wie hoch schätzt er seine Chancen ein, gewählt zu werden? "Ich habe Chancen. Weil die Leute merken, dass ich Ideen habe, Zeit und Geld aufwende und mit Herz und Leidenschaft dabei bin", sagt Meyer. Es gebe Untergruppenbacher, die seine Visionen und Ideen begrüßen und die unternehmerisches Denken befürworten würden. "Ich glaube, dass bestimmte Dinge, die in der Wirtschaft schon lange da sind, in der Verwaltung vermisst werden."

Verlässlichkeit

Die mittel- und langfristige Ausrichtung einer Kommune ist eine der größten und wichtigsten Aufgaben eines Bürgermeisters, erklärt Meyer. "Dass ich verlässlich bin, habe ich mit meinem Unternehmen bewiesen. Ich bewältige Aufgaben, von denen gesagt wird, sie sind nicht zu bewältigen."

Neue Impulse

Marcel Meyer möchte in seiner Heimatgemeinde Bürgermeister werden. Der 42-Jährige sitzt seit zehn Jahren im Gemeinderat und tritt als Unabhängiger an. 
Foto: Mugler
Marcel Meyer möchte in seiner Heimatgemeinde Bürgermeister werden. Der 42-Jährige sitzt seit zehn Jahren im Gemeinderat und tritt als Unabhängiger an. Foto: Mugler  Foto: Mugler, Dennis

Auf dem Weg zu den Bürgern, geht Meyer von Haus zu Haus, und erfährt dabei Dinge, die er noch nicht wusste, lernt Ecken kennen, die er noch nicht kannte. Die teilweise neue Wahrnehmung der Dinge bringt dem Kandidaten, der seit zehn Jahren Gemeinderat der Unabhängigen Wählergemeinschaft und von Haus aus Physiotherapeut ist, neue Impulse. Die erwartet sich Meyer von Bürgerseite. Etwa 300 Personen haben sich an der Umfrage beteiligt, die Meyer mit seinem Prospekt verteilt hat und die online läuft. Familie, Infrastruktur und Sicherheit: Diese drei Themen wurden in der Ranking-Liste als erste unter insgesamt acht Themen genannt.

Kommunikation verbessern

Solche Umfragen, in Form von Flyern und über die Homepage der Gemeinde, würde Meyer im Falle einer Wahl regelmäßig machen, um Impulse von Bürgern zu bekommen und zu erfahren, wo es welche Probleme gibt. Immer wieder, so erklärt der Kandidat, würde in Gesprächen die Kommunikation als Grundproblem genannt. Bürger würden sich nicht mitgenommen fühlen. Wenn man ihnen die Priorisierung von Projekten erkläre, hätten sie mehr Verständnis. "Wir gemeinsam", lautet das Motto Meyers. Zu den Ideen, die schnell umsetzbar wären und kein Geld kosten, zählt Meyer einen Jugendgemeinderat: um Jugendarbeit zu machen, und, um dafür zu sorgen, dass sich Jugendliche für Kommunalpolitik interessieren und später für den Gemeinderat kandidieren.

Kompetenzverzeichnis

Dann fände er ein Kompetenzverzeichnis auf der Basis der vielen fähigen Menschen vor Ort gut. Die Bereitschaft von Menschen, die keine wirtschaftliche Motivation haben, einer Kommune mit Ratschlägen auszuhelfen, sei sehr groß.

Verkehrsproblem

Was das Verkehrsproblem auf der Landesstraße 1111 angeht, will Meyer noch mehr das Potenzial des Gemeindeverwaltungsverbands nutzen. "Zusammen haben wir das Volumen einer Kreisstadt und können uns mehr Gehör verschaffen." Gedanken hat sich der Kandidat über die finanzielle Lage der Gemeinde gemacht. Um die Gewerbesteuer zu erhöhen, könnte die Gemeinde an der Achse der Landesstraße versuchen, Dienstleister - ähnlich wie im Heilbronner Schwabenpark - anzusiedeln. Auch für die Neue Mitte 2 in Unterheinriet hat Meyer eine Vision: ähnlich wie die Innovationsfabrik in Heilbronn die erste Innovationsscheune im Landkreis Heilbronn. Neue Jobs würden zu mehr Nachfrage für die am Ort ansässigen Läden führen - "und dann wäre die Ortsmitte belebt". Solche Projekte sollte die Kommune entwickeln, mit der Idee des bezahlbaren Wohnraums verknüpfen.

Führungsstil

Wie ist der Führungsstil von Meyer? "Ich versuche, die Leute immer transparent mitzunehmen, dann habe ich sie an Bord." Der Wunsch des Gemeinderats sei es, mehr mitgenommen zu werden und die Gestaltung der Gemeinde kooperativer vorzunehmen.

Serie

Mit diesem Porträt endet diese Serie über die Ziele der Kandidaten Steffen Heber, Andreas Vierling, Tobias Greulich und Jochen Schukraft.

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