Manche Schulen haben bereits Luftfilter

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Baden-Württemberg unterstützt die Schulen im Land bei der Anschaffung von Luftfiltern. Das Thema beschäftigt die Gemeinderäte in der Region. Fleins Rektor Wolfgang Klooz spricht davon, dass die mobilen Geräte ein gutes Gefühl geben.

Rektor Wolfgang Klooz drückt auf den Knopf. Jeden Morgen schalten die Lehrer an der Fleiner St.-Veit-Schule die mobilen Geräte ein, die die Klassenräume möglichst coronavirenfrei halten sollen.
Foto: Sabine Friedrich
Rektor Wolfgang Klooz drückt auf den Knopf. Jeden Morgen schalten die Lehrer an der Fleiner St.-Veit-Schule die mobilen Geräte ein, die die Klassenräume möglichst coronavirenfrei halten sollen. Foto: Sabine Friedrich  Foto: Friedrich, Sabine

Das Land Baden-Württemberg stellt erneut 60 Millionen Euro zur Verfügung. Und auch der Bund macht Geld locker: 200 Millionen Euro sollen es für mobile Luftfilter in den Schulen sein. Die Geräte sollen ein Baustein sein, damit der Präsenzunterricht ab Herbst trotz eventuell steigender Infektionszahlen möglich ist.

Die Anlagen sind sicher nicht das Wundermittel, die Klassenzimmer aerosolarm zu halten, sie seien allenfalls als Ergänzung zum Lüften geeignet, stellt der Gemeindetag Baden-Württemberg in seinem Argumentationspapier fest. Manche Kommunen haben ihre Schulen bereits ausgestattet, andere bringen das Thema jetzt in die Gemeinderäte.


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Seit Dezember 2020 ausgestattet

"Wir haben schon ewig Luftfilter", lautet die Antwort aus Flein. Seit vergangenen Dezember laufen laut Rektor Wolfgang Klooz die mobilen Geräte in den zehn Klassenzimmern der St.-Veit-Schule. "Für mich war es wichtig, dass wir sie anschaffen", sagt er. "Es gibt einfach ein gutes Gefühl." Klooz sieht sie nicht als Allheilmittel, aber als Baustein im Hygienekonzept neben Lüften, Einbahnstraßenverkehr, Desinfizieren, Ampel-Toiletten - allem, was vorgeschrieben sei. "Eine Sicherheit, dass sich Kinder nicht anstecken, gibt es nicht", ist ihm klar. "Aber wir tun unser Bestes." Bisher habe es nur wenige Corona-Fälle an der Schule gegeben.

Der Schul-Förderverein hat die Hälfte bezahlt

Die Gemeinde hat die Anschaffung keinen Cent gekostet. Es wurde Geld aus der "Bundesförderung coronagerechte Um- und Aufrüstung von raumlufttechnischen Anlagen in öffentlichen Gebäuden und Versammlungsstätten", die das Wirtschaftsministerium im Oktober 2020 aufgelegt hatte, genommen. Die anderen 5000 Euro hat der Schul-Förderverein beigesteuert. Die Hälfte kam aus Spenden zusammen. Die Volksbank Flein-Talheim sponserte weitere 3000 Euro, so dass die Schule nun 13 Geräte hat. Damit ist auch das Lehrerzimmer versorgt. Das leise Surren der Filter, die morgens eingeschaltet werden, störe nicht, sagt Klooz. "Ob es was bringt, kann ich nicht sagen", gibt er unumwunden zu. Laut Bürgermeister Alexander Krüger hat die Gemeinde nicht vor, Luftfilter auch für die Kitas mit ihren vielen Räumlichkeiten anzuschaffen.

Es ist ein kleiner Baustein

Der Nachbarort Talheim hat nachgezogen. Seit drei Wochen steht in jedem der acht Klassenzimmer ein Gerät. 5800 der 9000 Euro Anschaffungskosten lässt sich die Gemeinde über die Bundesförderung finanzieren. Seit November 2020 habe man sich mit dem Thema beschäftigt. "Irgendwann haben wir gesagt, wenn es ein kleiner Baustein ist, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, machen wir das", erzählt Kämmerer Dieter Uhler. Wie Klooz spricht auch Uhler davon, dass die Filter ein "gutes Gefühl" geben. Allerdings kritisiert der Kämmerer, dass die Betriebskosten an den Schulträgern hängen bleiben. "Filter sind sehr teuer."

Gewerbetreibende wollen Geld zuschießen

Bürgermeister Thomas Knödler weist darauf hin, dass das Thema kontrovers diskutiert werde. Dennoch arbeitet die Ilsfelder Gemeindeverwaltung mit den Schulen und Kitas die entsprechende Sitzungsvorlage für den Gemeinderat am 27. Juli vor. Kontakte zu Herstellern seien aufgenommen, Reservierungen, soweit möglich, getätigt, berichtet Diana Schlosser, die im Rathaus für die Schulen zuständig ist. Es gebe eine Initiative von Gewerbetreibenden, die Anschaffung finanziell zu unterstützen. Bei vier Schulen in der Gemeinde kommt eine ordentliche Summe für den Kauf zusammen.

Kauf würde Loch in Haushalt reißen

400 000 Euro könnten es in Weinsberg sein, überschlägt Kämmerer Claus Ehmann für 160 bis 170 Geräte, wenn Schulen und Kitas ausgestattet würden. "Das reißt ein weiteres Loch", sagt er mit Blick auf die angespannte Finanzlage. Wenn zum neuen Schuljahr die Räume mit Filtern ausgestattet werden sollten - alle oder nur die schlecht belüfteten? - müsste der Gemeinderat nächste Woche die Anschaffung genehmigen.

Sind Geräte überhaupt zu bekommen?

Das Land habe sich noch nicht klar positioniert, ob die Förderung sich nur auf schlecht belüftete Räume beziehe, meint Obersulms Bürgermeister Björn Steinbach. Auch die technischen Anforderungen an die Geräte lägen noch nicht vor. Sollte sich die Empfehlung auf alle Räume der Klassen eins bis sechs und der Kitas beziehen, entstünden in Obersulm für rund 100 Geräte Kosten von 200 000 bis 300 000 Euro. "Wobei ich dann weniger die Finanzmittel als die verfügbaren Geräte als Problem sehe", so Steinbach.

Position des Gemeindetags

"Wir nehmen wahr, dass vielerorts die Eltern und auch die Lehrerinnen und Lehrer Druck auf die Schulträger ausüben und fordern, die Klassenzimmer mit mobilen raumlufttechnischen Anlagen auszustatten", formuliert der Gemeindetag Baden-Württemberg in seinem Argumentationspapier. Dieser Wunsch sei in gewissem Maße nachvollziehbar. Aber die Geräte ersetzten das Lüften über Fenster nicht. Es sei vielmehr auch zu prüfen, ob nicht CO2-Messgeräte einen stabilen Schulbetrieb effizienter und klimaschonender unterstützen können.

Für das Bundesumweltamt ist die Fensterlüftung weiterhin die erste Maßnahme. Mobile Luftreiniger in Klassenräumen seien nicht geeignet, die Aerolosbelastung wirksam zu senken.

 

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