Lehrensteinsfeld: Eine Million Euro für den Umbau im Rathaus
Künftig sollen Vereine, Gemeinderäte und Brautpaare die ehemaligen Post- und Feuerwehrräume im Lehrensteinsfelder Rathaus nutzen. Für den Umbau gibt die kleine Kommune viel Geld aus. Zuschuss gibt es aus dem Fördertopf des Landessanierungsprogrammes.

Noch ist nichts fertig, doch man ahnt schon, dass es schön wird. Die freigelegte Sandsteinmauer an der Westseite wird Atmosphäre erzeugen, genauso wie die grobe, weiß verputzte Wand darüber. Die vier Säulen und die Sprossenfenster verleihen dem Saal das gewisse Etwas. Der Umbau der früheren Post- und Feuerwehrräume im Lehrensteinsfelder Rathaus ist in vollem Gange. Gut 900 000 Euro kostet das Bauprojekt voraussichtlich - eine große Summe, vor allem in Zeiten wie diesen. Zum Glück gibt es einen hohen Landeszuschuss.
Die Handwerker kommen gut voran
Hier steht eine Leiter, dort liegt - noch verpackt - ein neuer Heizkörper. In einer Ecke stapeln sich staubbedeckte Mörtelsäcke, in einer anderen Pappkartons. Dazu Unmengen gerollte Kabel. An der Decke ist alles offen: Kabelstränge und Lüftungsschächte sind zu sehen. Mitarbeiter der Firma Knapp Elektrotechnik aus Obersulm verlegen weitere Leitungen, auch Trockenbauer und Lüftungstechniker sind zugange. Bürgermeister Björn Steinbach: "Die Handwerker kommen gut voran. Im Juli/August ist das Meiste erledigt. Nach der Sommerpause ist der Saal startklar."
Hier kann man auch den Bund fürs Leben schließen
Hoffentlich kann er - Stichwort Coronavirus - dann auch genutzt werden. Hier sollen die Vereine heimisch werden, die den alten Kindergarten verlassen mussten, weil dieser für die Kleinkindbetreuung umgebaut wurde: Landfrauen, Gesangverein, Obst- und Gartenbauverein, Wanderfreunde und Rumpelhäx. Außerdem kann der Sozialverband VdK hier Sprechstunden abhalten, und der Seniorenkreis könnte sich im Saal treffen. In dem 140 Quadratmeter großen Raum inklusive Lager und Küche sollen künftig auch Trauungen und Gemeinderatssitzungen stattfinden. Sie sind dann barrierefrei möglich, auch neue Toiletten sind vorhanden.
Ein teurer Aufzug ist nicht notwendig
Zudem gibt es ein Zimmer, wo man mit Rathausmitarbeitern Dinge besprechen kann, die nicht im Bürgerbüro auf der anderen Seite der Wand erledigt werden können. Nach dem Motto: Die Verwaltung kommt vom ersten Stock runter zu den Leuten, und die Leute müssen nicht hoch, spart man sich mit diesem kleinen Büro den Einbau eines teuren Aufzugs. Um wirklich alles auf einer Ebene und zugänglich zu haben, muss der Boden des Bürgerbüros um etwa 20 Zentimeter angehoben werden, und es wird einen Durchbruch zu den neu gestalteten Räumen geben. Der Einbau eines Aufzugs, den die Landesdenkmalbehörde aber nur bis zum ersten Stock und nicht bis unters Dach genehmigt hätte, hätte 300 000 Euro mehr gekostet, sagt Björn Steinbach.
Zuschuss kommt vomLandessanierungsprogramm
Eine willkommene Ersparnis, denn die Kosten sind ohnehin hoch: Sie werden laut Bürgermeisters auf gut 900 000 Euro geschätzt. Zum Glück muss die Gemeinde diese nicht alleine stemmen. "Wir kalkulieren mit einem Eigenanteil von rund 550 000 Euro." Der Rest kommt aus dem Fördertopf des Landessanierungsprogrammes. Es kommt mehr als üblich, weil es für denkmalgeschützte Bauten einen Extra-Zuschuss gibt. Das Lehrensteinsfelder Rathaus hat seine Ursprünge laut Steinbach im 15. Jahrhundert.
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