Löwenstein kündigt Kita-Vertrag mit Villa Ackermann – Eltern reagieren besorgt
Der Löwensteiner Gemeinderat beschließt, die Kooperation mit privatem Kitabetreiber Fröbel "Kinder in Bewegung" zu beenden.

Die Stadt Löwenstein kündigt den Kooperationsvertrag mit der Kinderbetreuung in der Villa Ackermann. Mehrheitlich hatte der Gemeinderat jetzt beschlossen, die Zusammenarbeit zum Ende des Kindergartenjahres 2025/2026 zu beenden. Die Betreibergesellschaft und die Eltern trifft dies völlig unvorbereitet.
"Über Dritte haben wir am 4. Juli erfahren, dass der Gemeinderat der Stadt Löwenstein mehrheitlich die Kündigung des Betreibervertrags für unseren Fröbel-KiB-Kindergarten Löwenstein zum Ablauf des Kindergartenjahres 2025/2026 beschlossen hat", teilt Fröbel-Pressesprecher Michael Kuhl auf Anfrage der Heilbronner Stimme mit. Diese Nachricht habe den Kita-Betreiber überrascht. In wiederholt vertrauensvollen und wertschätzenden Gesprächen mit dem Bürgermeister und den Mitarbeitenden seiner Verwaltung sei eine Kündigung des Betreibervertrags nie zur Diskussion gestanden. Fröbel sei auch zu keiner Aussprache hierzu in den Gemeinderat oder die beratenden Ausschüsse eingeladen worden.
Kita-Villa Ackermann Löwenstein: Vertragsende sorgt für Unruhe bei Familien
Auch wenn man als Betreiber das Vorgehen des Bürgermeisters und seiner Verwaltung als äußerst ungeschickt kritisiere, bleibe man selbstverständlich offen für einen konstruktiven Dialog mit der Stadt. "Das irritierende Vorgehen des Bürgermeisters und seiner Verwaltung trifft vor allem die Kinder und die Familien der Einrichtung", sagt Kuhl.
Die voll ausgelastete Villa Ackermann sei die einzige Betreuungseinrichtung in Löwenstein mit Öffnungszeiten von 6 bis 18 Uhr. Dieses Angebot werde von den Familien sehr gerne angenommen. Nach der Anfrage der Stimme wurde sofort reagiert. In einem Brief wurden die Eltern über die Kündigung informiert. Die Kündigung sorgt bei den Eltern für Unruhe und Wirbel, wie der Anruf einer besorgten Mutter in der Stimme-Redaktion zeigte.
Wie die Stadträte in Löwenstein abgestimmt haben
Die Gemeinderäte Dieter Sammet, Michelle Miramontes und Markus Ortwein hatten gegen eine Vertragskündigung votiert, acht Räte sprachen sich dafür aus. Auslöser für die Kündigung ist, dass der Abmangel, den die Stadt Löwenstein vertragsgemäß ausgleicht, von 55.000 Euro im Jahr 2017 auf aktuell rund 154.000 Euro angewachsen ist. 2018 wurde ein neuer Vertrag geschlossen, in dem für Kinder im Alter über drei Jahren der gesetzliche Mindestzuschuss von 63 Prozent der Betriebsausgaben und von 68 Prozent für die unter Dreijährigen festgeschrieben wurden. So betrug der Gesamtzuschuss der Stadt für die Einrichtung für das Jahr 2024 402.751 Euro, um den Abmangel der KiB zu decken. Aus dem kommunalen Finanzausgleich erhält die Stadt 248.750 Euro ersetzt und muss selbst 154.000 Euro zu den Betriebskosten beitragen.
Die Überlegung der Stadt, die Hauptamtsleiterin Antje Spöri vortrug, lautet: Aktuell sind in den beiden städtischen Kitas 30 Plätze frei. Diese Kitas könnten mit den im städtischen Haushalt durch die Kündigung zur Verfügung stehenden Finanzmittel ihr Angebot teilweise auf eine ganztägige Betreuung ausweiten. "Ich mache den Eltern das Angebot, ihre Kinder in unseren Einrichtungen unterzubringen", erklärte Bürgermeister Eberhard Birk.
Michelle Miramontes (Offenes Forum) ist wie ihre Fraktionskollegen Dieter Sammet und Markus Ortwein (Lebendiges Löwenstein) skeptisch, dass das gelingen kann. "Es muss klar sein: Wir brauchen mehr gelernte Kräfte", so Miramontes. "Die Unwägbarkeiten sind zu groß, am Ende stehen wir schlechter da als jetzt", meinte Dieter Sammet. Für Tobias Schock kommt die Kündigung fünf Jahre zu spät. "Wir haben ein Gespräch mit der Kita-Leitung geführt, aber eine Kündigung wurde nicht angesprochen, da wollten wir die Entscheidung des Gemeinderats abwarten", beantwortete Antje Spöri eine Frage von Harald Koppenhöfer (FWV). Gleichzeitig mit der Kündigung beauftragte das Ratsgremium die Verwaltung, einen neuen Kindergartenbedarfsplan mit verlängerten Öffnungszeiten auszuarbeiten. "Die Kinder werden auch weiterhin von unseren besonderen Angeboten profitieren", verspricht Michael Kuhl.
Hintergrund: Villa Ackermann
Seit Januar 2003 betreut die Kindertagesstätte von "Fröbel Kinder in Bewegung gGmbH" in der Villa Ackermann für die Stadt Löwenstein Kinder im Alter von drei Monaten bis zum Schuleintritt. Das Angebot steht den Familien 50 Wochen im Jahr zur Verfügung. Es richtet sich an Eltern, die während der Familienphase auf eine verlässliche Betreuung angewiesen sind.
Betreut wird montags bis freitags von 6 bis 18 Uhr. Nur während der Weihnachtsferien des Landes ist die Kita geschlossen. Auf dem Gelände der Klinik Löwenstein, direkt am Wald gelegen, bietet die Einrichtung viele Möglichkeiten, die Natur zu entdecken.
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