Konkret ist in Sachen Kita in "Spitzäcker II" in Weinsberg noch nichts
Die katholische Kirchengemeinde Weinsberg ist bereit zur Trägerschaft einer größeren Einrichtung als Ersatz für den Hermann-Striebel-Kindergarten. Aber bauen wird sie selbst nicht.

Elf Kindertagesstätten gibt es in Weinsberg, inklusive der Stadtteile mit 498 Ü3- und 70 U3-Plätzen. Bisher bietet eine Krippe Ganztagsbetreuung an, bei den Kindergärten sind es drei. Obwohl im Neubaugebiet "Heilbronner Fußweg" im September 2021 die kommunale Kita mit 80 Plätzen eröffnet hat, und auch der Waldkindergarten mit 20 Plätzen im April an den Start gegangen ist, ist klar, dass das Angebot weiter ausgebaut werden muss.
Da kommt es der Stadt zupass, dass die katholische Kirchengemeinde St. Josef über eine neue, größere Kindertagesstätte nachdenkt. Aber wie weit sind die Pläne gediehen im Gebiet "Spitzäcker II", in dem die Erschließung jetzt beginnt?
Große Sanierung lohnt sich nicht
Der Hermann-Striebel-Kindergarten in der Hofbrunnenstraße bei der katholischen Kirche hat rund 50 Jahre auf dem Buckel. Die 50 Ü3-Plätze mit verlängerten Öffnungszeiten sind laut Kirchenpfleger Wolfgang Greven fast voll belegt. Eine große Sanierung mache keinen Sinn, sagt er. Und eine Erweiterung an diesem Standort lasse der Bebauungsplan nicht zu. In der Überlegung ist, dass die katholische Kirchengemeinde Träger einer Kita mit zwei Krippen- und zwei Kindergartengruppen wird. So habe es der Kirchengemeinderat beschlossen.
Schon seit zwei Jahren seien Kirchengemeinde und katholisches Verwaltungszentrum in dieser Sache mit der Stadt im Gespräch, berichtet Greven weiter. Als einzigen möglichen Standort habe die Stadt ein Grundstück in "Spitzäcker II" genannt.
Kombilösung von Kita und Wohnungen angedacht
Greven wie auch Pfarrer Mijo Blazanovic machen deutlich, dass die Kirchengemeinde keinesfalls als Bauherr auftreten werde. Denn in der Diözese gelte die Regel, dass weder Grundstücke gekauft noch bebaut werden. In Frage käme deshalb eine Kombilösung Kita und Wohnungen. Laut Greven habe man schon mit zwei Bauträgern gesprochen, einer habe die Nase vorn. Für ein wirtschaftliches Konzept bedürfe es einer Mindestzahl an Wohnungen. "Wir sind mitten in der Evaluierungsphase", meint der Kirchenpfleger weiter. Sollte das Projekt verwirklicht werden können, müsse auch der Kostenschlüssel im Kindergartenvertrag mit der Stadt neu verhandelt werden. "Die alten Sätze stimmen nicht mehr."
Stadt würde die Kosten tragen
Der Gemeinderat wolle in "Spitzäcker II" eine Kita haben, sagt Thomas Goth, Leiter des Baurechtsamts bei der Stadt. Man sei froh, dass die katholische Kirchengemeinde bereit sei, Träger einer größeren Einrichtung zu werden. Dass die Kosten die Stadt tragen werde, sei klar, so Goth. Die Kirchengemeinde werde als Mieter auftreten.
Das Grundstück, das die Stadt in "Spitzäcker II " im Visier habe, liegt in dem Bereich, der als Urbanes Gebiet klassifiziert ist. Hier sei ein höherer Anteil an Wohnungen möglich als in einem Mischgebiet, wo das Verhältnis Gewerbe: Wohnungen bei 50:50 liegt, erläutert Goth. So kann ein Projekt wirtschaftlicher werden. Wunsch der Stadt ist, dass auch bezahlbare Wohnungen entstehen.
Planung für den Bedarf Wie viele Plätze im U3- und Ü3- Bereich in Weinsberg in Zukunft benötigt werden, wird sich in der Kindergartenbedarfsplanung zeigen, die gerade aktualisiert und demnächst dem Gemeinderat präsentiert wird. Da sich das Kombi-Projekt Kita und Drogeriemarkt mit fünf Gruppen in der Weidachstraße zerschlagen hat, ist zu klären, welche Erweiterungs-, Neubau- und Interimslösungen es geben kann.
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