Kindergarten-Standort Hößlinsülz wird ausgebaut
Der Löwensteiner Gemeinderat entscheidet: Beim Kindergarten "Lindwürmle" sollen drei Container aufgestellt werden. Der Umbau der alte Schule in Reisach kommt nicht in Frage.

"Es eilt, wir können bereits ab dem kommenden Kindergartenjahr unsere gesetzliche Verpflichtung, jedem Kind ab drei Jahren einen Platz zu bieten, nicht mehr erfüllen", sagt Bürgermeister Klaus Schifferer im Gemeinderat am Donnerstagabend. Die Stadt muss neue Kapazitäten schaffen. Zur Wahl stehen ein Neubau auf dem Gelände des Kindergartens Lindwürmle im Ortsteil Hößlinsülz oder ein Umbau der alten Schule im Stadtteil Reisach.
Containerlösung mit 250 Quadratmetern Nutzfläche
Nach dem Sachvortrag von Architekt Philipp Ruppert über seine Untersuchung der Vor- und Nachteile beider Standorte spricht sich Schifferer für den Standort Hößlinsülz aus, das Ratsgremium folgt dem Verwaltungschef einstimmig. "Wir haben in Hößlinsülz eine Containerlösung mit einer Nutzfläche von rund 250 Quadratmeter angedacht", erläutert Ruppert seine Grundidee.
Drei Container, aneinandergekoppelt, sollen im Osten des Geländes in Richtung Bach aufgebaut werden. Vorgesehen seien zwei große Gruppenräume mit je 40 Quadratmetern und zwei kleinere Gruppenschlafräume mit je 20 Quadratmetern, dazu Sanitär-, Material-, Küche-, Speise- und Büroräume.
Im Überschwemmungsbereich
Der Nachteil sei, dass man mit dem vorgesehenen Standort geringfügig in den Überschwemmungsbereich der sogenannten HQ100-Linie komme. "Das lässt sich aber relativ leicht mit entsprechenden Schutzmaßnahmen beheben", erläutert der Architekt. Der Vorteil der Containerlösung sei, dass sie mit Kosten - geschätzt 500 000 Euro bis 600 000 Euro - die sparsame Lösung darstelle und schnell zu realisieren sei.
"Wie sieht die Containerlösung optisch aus?", fragt Stadtrat Alexander Fichtner. "Das ist natürlich kein Brüller, aber es ist ein zweckmäßiges Gebäude. "Wie ist es mit dem Raumklima? Wird es innen heiß? Wie sieht es mit sanitären Anlagen aus?", möchte Stadträtin Beate Mende wissen. "Das Gebäude ist gut gedämmt, das kann man aushalten", so Ruppert.
Abbau nach zehn bis 15 Jahren

Der Plan sehe Duschen und vier Toiletten auf 20 Quadratmetern vor. "Aufgrund der Prognosen der Kinderzahlen ist abzusehen, dass wir das Gebäude zehn bis 15 Jahre brauchen. Dann könnte es abgebaut werden", erläutert Klaus Schifferer. Daher habe er die einfachste Lösung gewählt, ergänzt der Architekt. Der Neubau eines Kindergartens werde mit Kosten von 60 000 Euro pro Gruppe veranschlagt.
In Reisach gäbe es einen Nutzungskonflikt
"Der Umbau der alten Schule in Reisach wird teurer", erläutert der Architekt. Eine Außentreppe als zweiter Rettungsweg müsse gebaut werden, weil alle Stockwerke für zwei Kindergartengruppen benötigt würden. Auch eine Küche müsse man einbauen. "Die Quadratmeter sind ausreichend, VHS-Raum und Mehrzweckraum könnten Gruppenräume werden", erklärt Philipp Ruppert. "In Reisach haben wir das Problem, dass wir für die jetzigen Nutzer zumindest in der Bauphase ein Ausweichquartier brauchen. Ich wüsste nicht, wie das gehen soll", wendet Schifferer ein. Er sehe einen Nutzungskonflikt zwischen Kindergarten und Gesangverein.
Meinungen aus dem Gemeinderat
Für Hößlinsülz spreche, dass dort neue Baugebiete erschlossen werden. "Es geht mir darum, den Ortsteil nicht zu vergessen. Wir haben viele kleine Kinder in Reisach", spricht sich Dieter Sammet für den Umbau der alten Schule aus. Wenn man den Sanierungsbedarf des Gebäudes betrachte, sei der Unterschied in den Kosten nicht mehr so groß. "Für mich sprechen alle Punkte für Hößlinsülz. Dieser Standort ist viel flexibler", meint Harald Koppenhöfer. Ein Wunsch, den die anderen Räte unterstützen: "Der Neubau sollte aus wirtschaftlichen Gründen an das bestehende Gebäude andocken."
Nun soll Architekt Philipp Ruppert bis Anfang nächsten Jahres prüfen, ob der geplante Neubau im südlichen Bereich des Kindergartengeländes nahe beim bestehenden Gebäude möglich ist, und mit diesem über einen Gang verbunden werden kann.
Zahlen und Fakten
Aktuell besuchen 89 Mädchen und Jungen die beiden kommunalen Kindergärten der Stadt Löwenstein. Im Kindergarten "Lindwürmle" im Stadtteil Hößlinsülz werden 41 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in zwei Gruppen von fünf Erzieherinnen und einer Anerkennungspraktikantin betreut. Zwei Erzieherinnen und eine FSJ-Kraft sind für die mit zehn Kindern voll belegte Krippengruppe zuständig. Im Kindergarten "Löwenburg" besuchen neun Kinder die Krippengruppe und 28 Kinder die Regelgruppen. Zehn Erziehungskräfte betreuen diese Kinder. Ebenfalls zehn Mitarbeiter versorgen in der vom privaten Verein "Kinder in Bewegung" betriebenen Kindertagesstätte "Villa Ackermann" 30 Kinder im Alter von eins bis sechs.
Stimme.de
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