Jetzt ist der Talheimer Musikpavillon an der Reihe

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Die Planung für die Sanierung und Erweiterung der Talheimer Unterrichts- und Veranstaltungsstätte wurde etwas abgespeckt. Die Kosten blieben dennoch bei über einer Million Euro. Im Oktober sollen die Arbeiten starten.

Im Herbst soll die Sanierung und Erweiterung des Musikpavillon beginnen. Der Gemeinderat fasste jetzt den Baubeschluss.
Foto: Mario Berger
Im Herbst soll die Sanierung und Erweiterung des Musikpavillon beginnen. Der Gemeinderat fasste jetzt den Baubeschluss. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Bald kann es endlich losgehen mit der Sanierung und Erweiterung des Musikpavillons. Der Gemeinderat Talheim fasste am Montagabend einstimmig den Baubeschluss. Nachdem er ihn im Mai noch verweigert hatte, weil es Kritik an den Kosten von rund 1,12 Millionen Euro gegeben hatte. Es wurde nach Einsparpotenzial gesucht: Es sind gerade mal 66 231 Euro zusammengekommen. Damit schien sich das Gremium zufrieden zu geben, denn jegliche Kritik war verstummt. Eine größere Diskussion blieb aus. Von Oktober bis Juli 2022 sollen die Arbeiten ausgeführt werden. Die Maßnahme ist die größte Investition im diesjährigen Haushaltsplan.

Fenster bereits ausgetauscht

Ursprünglich sollten nur die Fenster und die Eingangstür ausgetauscht werden, weil es dafür 40 000 Euro an Zuschüssen gab. Diese Gewerke wurden vorgezogen und 2018 für rund 120 000 Euro ausgeführt. Aber das Gebäude auf dem Schulgelände dient nicht nur dem Unterricht, sondern ist auch eine vielgenutzte und beliebte Veranstaltungsstätte und Probenraum, etwa für Chorisma. 1966 gebaut, ist der Pavillon in die Jahre gekommen.

 


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Es mangelt vor allem an Sanitäranlagen und Lagerfläche, für die das Foyer teilweise herhalten muss. Nur zwei Toiletten sind vorhanden, ganz zu schweigen von einem Behinderten-WC. Bei einem Fassungsvermögen von 100 Personen reicht das bei weitem nicht. Eine energetische Sanierung ohne die Gebäudehülle mit zu berücksichtigen, mache ebenfalls keinen Sin, lautete damals die Argumentation.

Projekt wurde aufgeschoben

Vor vier Jahren fasste der Gemeinderat schon einmal einen Baubeschluss für die große Lösung mit Anbau. Die belief sich auf 660 000 Euro. Eigentlich sollten die Arbeiten mit der Innensanierung des Schulgebäudes ausgeführt werden, weil eine Großbaustelle Synergieeffekte bringe und nicht eine Baustelle auf die andere folgen sollte. Aber es kam anders. Denn der Musikpavillon wurde während der Bauphase der Schule als Klassenzimmer genutzt. Zudem wäre es auch ein finanzieller Kraftakt gewesen, beide Projekte parallel zu finanzieren.

Der Nachteil des Aufschubs: die Kostensteigerungen im Laufe der Jahre. Da die letzte Berechnung von 2019 stammte, wurde sie aktualisiert und überarbeitet. Das Ergebnis schmeckte einigen Räten nicht. Deshalb wurde der baubegleitende Ausschuss zur Schulsanierung wieder reaktiviert. Er traf sich im Juni vor Ort. Carolin Fischer vom Bauamt erläuterte das Ergebnis: Natursteinarbeiten werden reduziert, auf Akustikdecken in Anrichte, WC und Lager wird verzichtet, ein Teil der Küchenmöbel und der Schrank im Musiksaal werden erhalten. Somit sinkt die Kostenberechnung auf 1,05 Millionen Euro, 375 000 Euro entfallen auf den Anbau mit Sanitäranlagen, Lager und Vorräumen.

Auf Nachfrage von Benjamin Binnig (CDU) begründete Fischer, warum die neuen Heizkörper wieder versenkt werden, obwohl die Montage erschwert und die Rollgitter teurer sind. Würde man die Heizkörper im Saal platzieren, wären Maßnahmen notwendig, um die Akustik ins Lot zu bringen. Zudem müssten sie verkleidet werden.

Suchlauf hat sich gelohnt

"Es hat sich doch wirklich gelohnt, nochmal alles durchzugehen", meinte Bürgermeister Rainer Gräßle zu den erzielten Einsparungen von 66.000 Euro. Wer sich 200.000 bis 300.000 Euro erhofft hatte, den musste er enttäuschen. Dann wäre nur ein Teil der Planung, die seit 2019 genehmigt ist, realisierbar, machte der Gemeindechef deutlich.

Nach dem Musikpavillon bliebe dann nur noch eine letzte Aufgabe auf dem Schulgelände, blickte Gräßle weiter voraus: die Neugestaltung des Pausenhofs. "Wenn wir das haben, dann haben wir ein richtig schönes Ganzes geschaffen", sagte er. Ab 2016 flossen in die Außen- und Innensanierung des Hauptgebäudes allein 6,1 Millionen Euro.

Für die Sanierung und Erweiterung des Musikpavillons hat der Talheimer Gemeinderat auch gleich die Ingenieurleistungen vergeben. Der Vertrag für die Elektroplanung war geschlossen worden, als der Pavillon noch parallel zur Schule gemacht werden sollte. Da es bei der Schule Nachträge gegeben hatte, die kritisch beäugt worden waren, wird nun ein neues Büro gewählt. Das Büro IB Hohendorf aus Heilbronn bekommt den Auftrag für 19.635 Euro. Die Sicherheitskoordination für die Baustelle übernimmt die MFB-Keppler GmbH aus Eberstadt für ein Honorar von 8627 Euro.

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