In Ilsfeld und Kirchheim kommt die Pizza jetzt aus dem Automaten

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Sie duftet und sieht so aus wie das italienische Nationalgericht, allerdings kommt diese Pizza nicht aus dem Holzofen, sondern aus dem Automaten. Ob's den Kunden trotzdem schmeckt?

Die Maschine in Ilsfeld ist in der Region die zweite, die Claus (rechts) und André Endreß installiert haben. Mittelfristig sollen es zehn sein.
Fotos: Andreas Veigel
Die Maschine in Ilsfeld ist in der Region die zweite, die Claus (rechts) und André Endreß installiert haben. Mittelfristig sollen es zehn sein. Fotos: Andreas Veigel  Foto: Veigel, Andreas

Urlaub soll ja eigentlich der Erholung dienen. Bei Claus Endreß hat ein Trip nach Frankreich dafür gesorgt, dass er mit einer Geschäftsidee nach Hause kam. Im September 2018 hatte er im Elsass Pizzaautomaten entdeckt, "als Pizzafan war ich sofort begeistert". Und jetzt, ein dreiviertel Jahr später, stehen in Ilsfeld und in Kirchheim zwei Pizzaautomaten − in dieser Woche von Claus Endreß, Sohn André sowie Geschäftspartner Friedrich Schiek in Betrieb genommen.


"In Frankreich gibt es vier Hersteller solcher Automaten", erzählt Claus Endreß, "als Kunden haben wir sie alle getestet." Mit zweien sind die Zabergäuer ins Gespräch gekommen. "Einer wollte eh den deutschen Markt erobern. Jetzt sind wir die ersten, die dessen Maschinen hierzulande aufstellen", berichtet der gelernte Koch, der zuletzt in der Sicherheitsbranche tätig war, stolz.

Pizzen werden in Pfaffenhofen vorgebacken 

60.000 Euro kostet ein Automat, für das Bestücken ist die von Endreß und Schiek gegründete My Pizzabutler GmbH zuständig. Und das funktioniert so: In Pfaffenhofen befindet sich eine Produktionsstätte, "die sieht aus wie eine Restaurantküche", sagt Claus Endreß. Dort backt er den Teig mit der Tomatensoße zwei Minuten vor. Nach dem Erkalten kommen Zutaten auf die Böden. Die Pizzen landen anschließend in Kartons, jeder davon ist mit einem eigenen QR-Code versehen. Mithilfe eines Scanners erkennt der Automat später anhand des Codes, welche Pizza sich in welchem Karton befindet.

In Kühlboxen verpackt, kommt die Ware an die Standorte, in Ilsfeld ist das der Parkplatz von Fressnapf im Gewerbegebiet (in Kirchheim bei Camping Herzog). In die Kühleinheit auf der Rückseite der Automaten passen theoretisch bis zu 96 verschiedenen Pizzen, praktisch beschränkt man sich aber auf zirka zehn unterschiedliche Beläge. Übrigens: Die Mindesthaltbarkeitsdauer beträgt 36 Stunden. "Der Kunde bekommt keine Pizza, die länger als 36 Stunden im Automaten ist." Die Maschine erkenne dies selbstständig. 

An der idealen Backdauer tüfteln

Kunden haben die Wahl zwischen rund zehn verschiedenen Belagen.
Kunden haben die Wahl zwischen rund zehn verschiedenen Belagen.  Foto: Veigel, Andreas

"Unser Vorteil ist, dass wir mit frischen Zutaten arbeiten", sagt André Endreß. "Das hebt uns geschmacklich ab von manchen Lieferdiensten, zudem ist unser Automat schneller." Im Automat selbst werden die Pizzen nämlich nur noch für zirka drei Minuten gebacken. Zirka deshalb, weil die Macher in diesen Tagen noch an der idealen Backdauer tüfteln.

André Endreß geht davon aus, dass sie die Automaten ein- bis zweimal pro Tag befüllen. Dank einer App wissen die Firmengründer auch aus der Ferne, wie viele Pizzen vorrätig sind. Bei größeren technischen Problemen helfen die französischen Hersteller per Fernwartung.

Am Mittwochmittag waren zum Testessen in Ilsfeld zwar nur eine handvoll Leute erschienen − die waren aber begeistert. "Das ist eine super Geschichte", sagt Marco Nadj, der als einer der ersten probierte. "Klar, es schmeckt nicht wie bei einer Super-Pizzeria. Aber dafür, dass die Pizza aus dem Automat kommt, ist sie super." Nadj, der in der Nachbarschaft arbeitet, hat einen weiteren Vorteil erkannt. "Man kann herkommen, wann man will." Die Öffnungszeiten sind schließlich rund um die Uhr.

 
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