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WÜSTENROT

Endlich: Spatenstich für neues Gemeindehaus in Wüstenrot

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Evangelische Kirchengemeinde Wüstenrot baut am alten Standort neu. Kosten von rund 940000 Euro. Sparstrümpfe als weitere Spendenaktion sollen bis Weihnachten gefüllt werden.

Von unserer Redakteurin Sabine Friedrich
Frauen der Kirchengemeinde haben 200 Sparstrümpfe gestrickt, die Spender bis Weihnachten mit Geld füllen sollen.
Frauen der Kirchengemeinde haben 200 Sparstrümpfe gestrickt, die Spender bis Weihnachten mit Geld füllen sollen.  Foto: Seidel, Ralf

Jeder Euro zählt", steht auf den Kärtchen, die an den Mini-Strümpfen baumeln. Diese hängen zu Dutzenden am Bauzaun. Fleißige Frauen der evangelischen Kirchengemeinde haben 200 Exemplare gestrickt für eine neue Spendenaktion: Es sind Sparstrümpfe, die die Menschen bis Heiligabend füllen sollen, damit weiteres Geld für den Neubau des evangelischen Gemeindehauses in Wüstenrot zusammenkommt. 140 000 Euro fehlen noch. Nach vielen Jahren der Vorplanungen hat es am Donnerstagabend den ersten Spatenstich in der Jahnstraße gegeben. Am alten Standort, dort wo 49 Jahre lang die Schwäbische Waldhalle beheimatet gewesen ist.

Projekt mit langer Vorgeschichte

"Komm, bau" ein Haus, das uns beschützt", intoniert der Posaunenchor. Und auch Pfarrer Thomas Beck hat den passenden Psalm für diesen Anlass gefunden: "Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen." Er erinnert im Beisein von rund 60 Interessierten, dass 2009, als er nach Wüstenrot gekommen ist, das Projekt schon eine Geschichte gehabt hat. Er geht auf die Standortsuche ein, 2013 ist noch der eigene Grund In den Dorfgärten unterhalb der Kirche eine Alternative gewesen. Verständlich, dass Beck jetzt von großer Erleichterung spricht, dass endlich zur Tat geschritten wird.

Der Neubau vom Parkplatz aus: Im Untergeschoss sind die öffentlichen Toiletten, die die Kommune bezahlt.
Der Neubau vom Parkplatz aus: Im Untergeschoss sind die öffentlichen Toiletten, die die Kommune bezahlt.  Foto: Lorenz Kraft

Der Pfarrer bedankt sich für die konstruktive Zusammenarbeit mit der bürgerlichen Gemeinde. Diese beteiligt sich mit 120.000 Euro am Projekt, da im Untergeschoss öffentliche Toiletten eingebaut werden. Beck erwähnt den langen Gang durch die Aufsichtsbehörden und den unerwarteten Aufschub, als die Schwäbische Waldhalle ein Jahr lang bis September 2016 dem Landkreis als Notunterkunft für Flüchtlinge gedient hat. "Wahrscheinlich wollte Gott uns damit sagen: Vergesst die Menschen nicht", meint Beck. Als im Dezember 2016 die Bagger angerückt sind, um die marode Halle mit den Räumlichkeiten der Kirchengemeinde zu entkernen, hat sich der Abriss bis in den Juni hingezogen. Das zerbröselte Mauerwerk ist jetzt zu einem Berg aufgetürmt. Das Material dient dazu, das Grundstück einzuebnen.

Jugendarbeit reaktivieren

Beim Spatenstich: (v.l.) Architekt Lorenz Kraft, Kirchengemeinderat Ulrich Preuss, Bürgermeister Timo Wolf, Pfarrer Thomas Beck und Konrad Retzbach vom gleichnamigen Bauunternehmen.
Fotos: Ralf Seidel
Beim Spatenstich: (v.l.) Architekt Lorenz Kraft, Kirchengemeinderat Ulrich Preuss, Bürgermeister Timo Wolf, Pfarrer Thomas Beck und Konrad Retzbach vom gleichnamigen Bauunternehmen. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

"Es fehlt einfach der Platz für die laufende Arbeit, aber auch für die Feste, die wir brauchen für die Finanzierung des Gemeindehauses", erwähnt der Pfarrer die Nachteile der Ausweichquartiere. Manches sei eingeschlafen, vor allem die Jugendarbeit, die mit dem Neubau wieder aus dem Dornröschenschlaf geholt werden soll. So wird das Raumprogramm mit Foyer, teilbarem Saal, Sitzungsraum, Küche, Lager, Stuhllager und WC im Erdgeschoss nun doch um einen Jugendraum im Untergeschoss für einen späteren Ausbau ergänzt.

"Wenn alles klappt, dann ist vor Weihnachten das Dach drauf", meint Architekt Lorenz Kraft. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit, könnte das evangelische Gemeindehaus Ende 2018 bezugsfertig sein. Auch Bürgermeister Timo Wolf ist froh, dass "das Projekt jetzt an Form gewinnt".

Die Ansicht des evangelischen Gemeindehauses mit dem Haupteingang von der Jahnstraße. 
Planung: Architekt Lorenz Kraft
Die Ansicht des evangelischen Gemeindehauses mit dem Haupteingang von der Jahnstraße. Planung: Architekt Lorenz Kraft  Foto: Lorenz Kraft

Barbara Pscherwok, die nicht nur im Seniorenkreis und im Besuchsdienst der Kirchengemeinde Wüstenrot-Neulautern engagiert ist, erhofft sich mit dem Neubau, dass wieder mehr die Gemeinschaft gepflegt werden kann, die Kirchengemeinde wieder lebendiger wird. Dass das eigene Domizil fehlt, merke man, besonders bei der Jugend. So gebe es derzeit auch keine Jungscharen.

"Lange herbeigesehnt" hat auch Kirchengemeinderat Gerhard Dörfle das neue Gemeindehaus. Es werde schön werden, ist er überzeugt, "zweckmäßig", ergänzt er.

Kosten

Inklusive Grundstück summiert sich die Kostenschätzung für den Neubau auf 936 000 Euro. 120 000 Euro zahlt die Kommune für die öffentlichen Toiletten im Untergeschoss. 300 000 Euro gibt es an Zuschüssen von Landeskirche und Kirchenbezirk Weinsberg. Zudem fließt Geld für das alte Grundstück. Damit bleibt ein Eigentanteil für die Kirchengemeinde von 510 000 Euro. 370 000 Euro sind bereits an Spenden zusammengekommen. bif

 
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