Der Weinsberger Sportplatz wird endlich saniert
Der Gemeinderat stimmt den Sanierungsarbeiten auf dem Sportplatz am Stämmlesbrunnen zu. Der TSV Weinsberg präsentiert Ideen für eine künftige Nutzung.

Noch vor über einem Jahr, in der Sitzung im Mai 2018, war das Projekt heftig umstritten gewesen, und am Ende hatten sich die Gegner durchgesetzt. Nun war sich der Gemeinderat so gut wie einig und dafür: Die Leichtathletikanlagen auf dem Sportplatz im Stämmlesbrunnen werden saniert. Die Kosten dafür bezifferte Jürgen Haas vom Büro Plankonzept auf rund 1,2 Millionen Euro, im nächsten Frühjahr soll es losgehen.
Rund 1250 Mitglieder hat der TSV Weinsberg, 100 davon gehören zur Abteilung Leichtathletik, und zur Sitzung am Dienstagabend waren so viele von ihnen gekommen, dass die Zuschauerplätze im großen Ratssaal nicht reichten. Dem Sportverein brennt das Thema Sanierung auf den Nägeln. Weil die Anlage altersbedingt viele Schäden aufweist und seit längerem aus Sicherheitsgründen gesperrt ist, befinde sich der Verein "in einem Teufelskreis", hatte Leichtathletik-Jugendleiterin Maria Wagner dem Gemeinderat schon in der Klausurtagung vor einem Monat und nun auch noch mal in der Sitzung verdeutlich.
Konkret heißt das: Weil die Trainingsbedingungen schlecht sind, wechselten vor zehn Jahren viele Sportler samt Trainern nach Neckarsulm "und sind inzwischen sehr erfolgreich", so Wagner. Und weil auf dem Sportplatz nicht ordentlich trainiert werden kann, "ist auch die Trainersuche schwierig, und die Mitgliederzahlen sinken".
Sportplatz ist 42 Jahre alt
Dabei wäre mit einer intakten Sportanlage und durch die Nähe zu Freibad, Tennisplatz und Reitanlage so viel möglich. Vereins- oder Stadtmeisterschaften, Läufermeetings, Kinder- und Jugendtriathlon, Stadtsportfest − viele Ideen stehen auf der Liste, die die Vereinsmitglieder erarbeitet haben. Bis hin zu einem Sportvereinszentrum und einer Kindersportschule reichten die Möglichkeiten, die Maria Wagner dem Gemeinderat aufzeigte.
Doch dafür müsste die Stadt erst mal viel Geld in die Hand nehmen. 42 Jahre ist der Sportplatz alt und inzwischen "völlig fertig". So lautete die ernüchternde Einschätzung von Bürgermeister Stefan Thoma, während Landschaftsarchitekt Jürgen Haas sehr diplomatisch von einem "ziemlich schwierigen Zustand" sprach. Beide meinten das Gleiche: Auf der Aschenlaufbahn wächst das Moos, und die Sitzstufen sind einfach kaputt. Beides muss komplett erneuert werden.
Die Kosten dafür hatte der Fachplaner schon vor einem Jahr auf rund 1,2 Millionen Euro beziffert. Dafür würde die Stadt (als Eigentümerin des Areals) sechs neue Umlaufbahnen bekommen, eine Sitzstufenanlage mit drei Reihen und Platz für 380 Leute, außerdem in den sogenannten Halbbögen Anlagen für Disziplinen wie Weit- und Hochsprung, Speerwerfen oder Diskus. Nur die Kugelstoßer müssten runter von diesem Platz und hoch neben das Rasenspielfeld.
Sanierung läuft seit dem Sommer
Alternativ legte Haas in der jüngsten Sitzung auch eine Variante mit nur vier Umlaufbahnen vor. Weil diese aber nur 30.000 Euro billiger wäre, war sie recht schnell wieder vom Tisch.
Froh und erleichtert zeigte sich nach der Sitzung der TSV-Vorsitzende Helmut Deininger. Seit er vor sechs Jahren den Vereinsvorsitz übernommen habe, "war die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Anlage ein Schwerpunkt der Vereinsarbeit". Zu der neuen, modernen Sportanlage werde natürlich auch der TSV seinen Beitrag leisten.
Zum Beispiel mit neuen Sanitäranlagen und Umkleideräumen am Sportgelände. Seit dem Sommer läuft die Sanierung. 250.000 Euro kosten die Arbeiten, 50.000 Euro schießt die Stadt Weinsberg dazu, 60.000 Euro der Württembergische Landessportbund. 140.000 Euro verbleiben beim Verein. Und da wäre es natürlich schön, "wenn die Räume dann auch von vielen genutzt werden".
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare