Modernstes Gerät zur Computertomographie steht in Ilsfeld
Die nuklearmedizinische Praxis Dr. Seeberger hat als erste Praxis in Deutschland ein sogenanntes SPECT/CT-Gerät im Einsatz. Mit dem rund eine Million Euro teuren Siemens-Scanner werden Computertomographie-Untersuchungen durchgeführt.

Mit seinem futuristischen Design wirkt das SPECT/CT, als wäre es einem Science-Fiction-Film entsprungen. "Es hat schon etwas von ,Stargate", muss Dr. Jörg Seeberger, Inhaber der gleichnamigen nuklearmedizinischen Praxis in Ilsfeld, zugeben. Viel wichtiger ist aber die Funktion der Kombi-Hochleistungsmaschine: Sie ist die derzeit modernste auf dem Markt - und zudem die einzige, die momentan in einer niedergelassenen Praxis in Deutschland in Betrieb ist, sagt Seeberger stolz.
Seit Februar steht der eine Million Euro teure Siemens-Scanner in der Ilsfelder Praxis. Seit Juli werden die Mitarbeiter in die Bedienung des Geräts eingearbeitet und Patienten untersucht. Die Kosten werden von der Krankenkasse übernommen.
Struktur und Funktion eines Organs in Echtzeit
Im Scanner sind zwei Geräte integriert: ein Röntgen-Computertomograph (CT), der mittels Röntgenuntersuchung die Struktur von Geweben und Organen abbildet, und eine so genannte Gamma-Kamera, mit der die Stoffwechselaktivitäten von Organen und Zellen gemessen werden können.
Die Besonderheit: Das voll vernetzte Hybrid-Gerät wickelt beide Untersuchungstechniken in einem Gang ab und verrechnet die Ergebnisse ohne Datenverlust in einem dreidimensionalen Fusionsbild. Zuvor durchliefen Patienten beide Untersuchungen getrennt voneinander. Ein Computer wertete die Bilder aus und passte sie an. SPECT/CT gibt sowohl über die Struktur als auch die Funktion eines Organs in Echtzeit Aufschluss. "Wir können den Zellen bei der Arbeit zusehen", verdeutlicht Jörg Seeberger.
Zum Einsatz kommt das Hybrid-Gerät bei Patienten mit Prothesenlockerungen und entzündlichen Gelenkerkrankungen, um Organe wie Lunge und Herz zu untersuchen oder um bösartige Tumore ausfindig zu machen. Mittels des Scanners lassen sich Unregelmäßigkeiten im Körper derart präzise ausmachen, dass chirurgische Eingriffe danach ausgerichtet werden können, erklärt der Ilsfelder Facharzt. Während die bisherigen rein bildlichen Aufnahmen vormals vage Rückschlüsse auf Art und Lage einer Dysfunktionen zuließen, können diese nun genau ausgemacht und lokalisiert werden.
Dazu werden den Patienten sogenannte Radio-Tracer gespritzt - radioaktive Botenstoffe, die das zu untersuchende Organ zielgerichtet ansteuern - und mittels der Zweikopf-Gamma-Kamera gemessen. Das anschließende Röntgenbild ermöglicht es, die nuklearmedizinischen Ergebnisse noch besser einordnen zu können, erklärt Jörg Seeberger.
Auch für Menschen mit Klaustrophobie geeignet
Das Röntgenbild entsteht in der zweiten Maschinerie des SPECT/CT, deren Form an einen Donut erinnert. Ihr Durchmesser ist größer als bei herkömmlichen Röntgengeräten und bietet mehr Komfort für den Patienten. "Wir haben schon Menschen durch den SPECT/CT gebracht, die Angst vor engen Räumen haben", sagt Jörg Seeberger.
Bislang kommt das Hybrid-Gerät nur in Unikliniken zum Einsatz. Seine Ilsfelder Praxis wird für einige Zeit eine der wenigen Niederlassungen in Deutschland mit einem solchen Gerät sein, schätzt Jörg Seeberger. Für den 54-Jährigen steht fest: "Die Vorgänger-Geräte reichen bei Weitem nicht an die Leistung des neuartigen SPECT/CT heran." Das Gerät braucht etwa für eine Herzaufnahme, die vorher eine halbe Stunde dauerte, fünf Minuten.
Zahlreiche Patienten wurden in der Ilsfelder Praxis schon mit dem neuen Gerät untersucht - auch Patienten mit der Lungenkrankheit Covid-19. "Wir haben erste Corona-Fälle gesehen, bei denen das CT sehr gute grafische Befunde der Schäden zeigt, die das Coronavirus verursacht", sagt Seeberger, und prognostiziert: Gerade für die Covid-Nachsorge kommt dem SPECT/CT künftig noch mehr Bedeutung zu.
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