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„Wimpfen ist die geilste Galaxie“: So feiert die Faschingsgesellschaft ihre erste Prunksitzung

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Die Wimpfener Faschingsgesellschaft (WFG) startet mit einer mitreißenden Prunksitzung in die heiße Phase der Faschingssaison 2026. Mit kreativen Tänzen, starken Büttenreden und galaktischer Stimmung begeistert die WFG das Publikum im Kursaal.

von Stefanie Pfäffle

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Mit ausgebreiteten Armen fliegen die Menschen durch den Kursaal, lehnen sich, wenn es der Text verlangt, nach vorne, nach hinten oder zur Seite – keine Frage, die Stimmung am Samstagabend ist hervorragend. Mit ihrer ersten von sieben Prunksitzungen läutet die Wimpfener Faschingsgesellschaft (WFG) unter dem Kampagnenmotto „WFG – Wir tanzen aus der Reihe!“ jetzt die heiße Phase der Saison ein. „Wir laden Sie zu einer Reise durch die närrischen Ecken des Universums ein“, kündigt Sitzungspräsidentin Ilka Preuß an, die heuer für den aus privaten Gründen verhinderten Lars Ruoff einspringt. Daraufhin ein dreifach kräftiges „Wimpfen – helau!“

Tänze durchs All: Galaktische Choreografien und fantasievolle Kostüme in Bad Wimpfen

Los geht die Reise im Weltall und es ist einfach erstaunlich, wie viele bekannte Lieder es rund um die Weiten der Galaxie gibt. Die Aktiven, die Junioren- und die Samtärmelgarde tanzen sich quer durch Major Tom, den Sternenhimmel und Fred von Jupiter in lauter verschiedenen Kostümen, die von weit her gekommen sind. Für die mondreisenden Junioren und ihren Raumanzug ist definitiv sehr viel Alufolie draufgegangen und was gibt es Schöneres, als Männer in hautengen grellgrünen Ganzkörperanzügen? Hach, Fasching bietet eben auch immer was fürs Auge.


Aber ganz im Ernst, die Wimpfener haben offensichtlich wieder für jeden Showteil viel Liebe und Hirnschmalz investiert, um kreative passende Kostüme und das dazu passende Makeup zu zaubern. Und ganz entgegen dem Motto tanzt hier überhaupt niemand aus der Reihe – die Choreographie sitzt wie eine Eins. Dafür wurde schließlich viele Monate hart trainiert. Deshalb bittet die Sitzungspräsidentin um Ruhe bei den Büttenrednern und euphorisches Klatschen bei den Tanzenden. „Wer sich unterhalten möchte, für den haben wir im Foyer eine ausgezeichnete Bar.“

Nahtlose Show-Übergänge: WFG setzt auf Teamgeist und kreative Inszenierung

Das besondere an der WFG-Sitzung sind die fließenden Übergänge zwischen und innerhalb der Darbietungen. Da betreten die drei Tanzmariechen Maja Wacker, Zoey-Joleen Baidin und Sinja Schüler gemeinsam die Bühne, gestalten gemeinsam den Anfang und das Ende und dazwischen hat trotzdem jede Raum zu Glänzen. Eine richtige Teamleistung also statt drei Mal zeitaufwendige Auf- und Abgänge. Auch die verschiedenen Tanzgruppen innerhalb der Showteile sind nicht getrennt, sondern ihre Darbietungen gehen ohne Pause ineinander über, was dem Zuschauer einen längeren Auftritt ohne Unterbrechungen bietet.

Bis zum 14. Februar lädt die Wimpfener Faschingsgesellschaft noch zu weiteren sechs Prunksitzungen ein. Vor allem für die letzte gibt es noch Karten, die Interessierte unter www.wimpfener-faschingsgesellschaft.de für je 30 Euro erwerben können, aber auch an den anderen Terminen sind noch einzelne Sitzplätze frei. Am 8. Februar steigt ebenfalls im Kursaal der Kinderfasching und am 15. Februar folgt der große Faschingsumzug durch die Stadt.

Nur das Männerballett hat natürlich seinen eigenen, viel umjubelten Auftritt als wilde Tiere in der Savanne Afrikas. So wird die ganze Sitzung zu einer runden, durchgehend unterhaltsamen Sache, egal ob es in den Wilden Westen geht oder schillernd nach Rio de Janeiro. Den Rahmen dazu bietet die Band „Party Hoch 3“, die nicht nur das Publikum animieren, sondern deren Sänger Armin Sabol auch immer wieder die Auftritte auf der Bühne ergänzt. Da singt er etwa „Wimpfen ist die geilste Galaxie“ oder natürlich „Wimpfe is schee“, bei dem alle mitklatschen.

Büttenreden zwischen Witz und Gesellschaftskritik: Die WFG zeigt Vielfalt

Tanz und Musik sind die eine Seite des Faschings, witzige oder auch scharfe Wortbeiträge der andere. Die WFG kann sich glücklich schätzen, gleich vier Büttenredner in den eigenen Reihen zu haben, die ganz unterschiedliche thematische Felder abdecken. Der erst 14-Jährige Philipp Nekolny etwa spricht ganz offen über die Schwierigkeiten der eigenen Pubertät: „Man kriegt jetzt an Stellen Haar wo vorher theoretisch noch gar keine Stellen waren.“ Kathrin Schmaler dagegen schießt als „Cindy aus Marzahn“ gegen die Bundespolitik. „Fritze ist der unbeliebteste Kanzler aller Zeiten und das nach so kurzer Zeit.“ Es heiße schon in Berlin, der kürzeste Weg zwischen zwei Fettnäpfchen ist ein Merz.

Markus Wehying kümmert sich als Nobeldobel um die örtlichen Ereignisse. Da darf die berühmte blaue Fensterlaibung genauso wenig fehlen wie das neue Abfallsystem. „Was willst du erwarten von einem Land, in dem Mülltrennung strenger kontrolliert wird als illegale Migration?“ Vier Stunden lang wird im Kursaal getanzt und gelacht, darauf ein dreifaches Wimpfen – helau!

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