Wer war eigentlich . . . Friedrich von Alberti?
Namenspatron des Gymnasiums war Geologe und machte sich um Bergbau in Jagstfeld verdient

"Rock me, Alberti" - den heutigen Schülern des Bad Friedrichshaller Gymnasiums dürfte der Titel des Erfolgsmusicals nicht mehr allzu viel sagen. Im Jahr 2000 hatten die Schüler der Musical AG mit ihrem Erstlingswerk den zweiten Platz beim Toto-Lotto-Musiktheaterwettbewerb belegt. Besungen hatten die Gymnasiasten damals den Namenspatron ihrer Schule: Friedrich August von Alberti.
Kaum ein Bad Friedrichshaller, der den Namen nicht mindestens schon einmal gehört hat. Wer sich aber dahinter verbirgt? Selbst der Bürgermeister der Stadt muss erst einmal passen. "So spontan kann ich das gar nicht sagen", sagt Timo Frey. Und vermutet, dass Friedrich von Alberti sich im Bildungssektor verdient gemacht hat.
Alberti war "weit über die Grenzen des damaligen Königreiches Württemberg hinaus bekannt"
Tatsächlich hatte Friedrich von Alberti mit Vermittlung von Bildung nichts zu tun. 1795 in Stuttgart geboren, wuchs er zwar als Sohn eines Offiziers und Lehrers auf. Friedrich von Alberti verschrieb sein Leben aber der Geologie. Und er machte sich über Jahrzehnte hinweg um die Salzgewinnung in Württemberg verdient. Unter anderem verschlug es ihn nach Jagstfeld und Kochendorf.
Einer der bedeutendsten Aufsätze über den Bergrat stammt aus der Feder des Bad Friedrichshaller Heimatforschers Hans Riexinger. 1996 zeichnete er in einer Schrift im zweiten Band des Bad Friedrichshaller Heimatbuch über 15 Seiten hinweg das Leben Albertis nach. Und Riexinger beginnt mit den Verdiensten um die Geologie. Alberti sei "weit über die Grenzen des damaligen Königreiches Württemberg hinaus bekannt" gewesen und habe "höchste Anerkennung" erfahren.
Für Bohrungen kam er nach Jagstfeld, für die Liebe blieb er da

Sein Hauptaugenmerk legte Alberti, laut Heimatforscher Hans Riexinger, auf die dem Erdmittelalter entstammenden Gesteinsschichten, die die süddeutschen Salzlager umgaben. Seine wissenschaftlichen Erkenntnisse hat Friedrich von Alberti in mehreren Werke verfasst. Und laut Hans Riexinger ist Albertis Name untrennbar mit der "Erforschung der Trias, der ältesten geologischen Formation des Erdmittelalters, verbunden".
Mit dem heutigen Bad Friedrichshall kam der gebürtige Stuttgarter schnell in Berührung. Bereits 1818 wurde ihm die Aufgabe übertragen, Bohrversuche in Jagstfeld durchzuführen. Nach 60 Metern seien so starke Wasserzuflüsse aufgetreten, dass der erste Schacht aufgegeben werden musste, ist in Riexingers Aufsatz nachzulesen. 1820 wurde er zum Salineninspektor von Jagstfeld ernannt. Im Oktober 1821 heiratete Alberti im benachbarten Kochendorf Julie von Degenfeld, mit der er elf Kinder zeugte. Drei davon starben früh.
Elf Jahre leitete Alberti Saline und Bergwerk in Friedrichshall
Ab 1822 leitete Alberti im Auftrag der württembergischen Regierung Bohrungen an verschiedenen Standorten. Nach Kochendorf verschlug es ihn mehr als 30 Jahre später zurück. 1853 beschloss die Regierung bei der Saline Friedrichshall einen Schacht bauen zu lassen. Die Leitung des Baus übernahm Friedrich von Alberti. Nach vielen Schwierigkeiten stießen die Arbeiter schließlich 1859 in gut 150 Metern Tiefe auf eine mächtige Steinsalzschicht, die bergmännisch abgebaut werden konnte.
Elf Jahre lang leitete Alberti anschließend noch Saline und Bergwerk Friedrichshall. Bevor er 1878 im Alter von 83 Jahren verstarb, verbrachte er seinen Lebensabend zurückgezogen in Heilbronn. Dort ist er auch begraben. Das wiederum weiß auch Bürgermeister Timo Frey über den großen Mann des Bad Friedrichshaller Berg- und Salzabbaus.
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