Fast kompletter Gemeinderat abgewählt: Neue Liste "Zukunft für Widdern" holt fünf Sitze
Erdrutsch im Gemeinderat: Die Wählervereinigung "Zukunft für Widdern" hat auf Anhieb 50 Prozent der Sitze erreicht. Das sind die Ziele der neuen Liste.

Die Veränderung im Gemeinderat kommt einem Erdrutsch gleich. Von den bisherigen zehn Vertretern sind nur vier wiedergewählt worden: Uwe Bergdolt, Johannes Erb und Ralf Bleickert für die Freien Wähler und Thomas Schäfer, der für das neue "Bündnis Zukunft" (BZ) angetreten ist. Als zweiter BZ-Vertreter ist Michael Nöthe ins Gremium eingezogen.
Manche amtierenden Gemeinderäte sind nicht mehr angetreten, einige wurden nicht wieder gewählt. Hintergründe könnten die Diskussionen um die Kosten für die Homepage sein, auch wenn die Staatsanwaltschaft keine Anhaltspunkte für eine Veruntreuung gefunden hat. Auch die geplanten Solarparks in Unterkessach sorgten für Aufregung. Als Wahlthema war dies aber nicht genug, zumindest hat Solarpark-Gegner Dirk Völker mit seiner Liste "Aktive Bürger" den Einzug ins Ortsparlament nicht geschafft.
Neue Wählervereinigung "Zukunft für Widdern" erringt zehn Ratssitze
Mit Pauken und Trompeten zieht hier die neue Wählervereinigung "Zukunft für Widdern" ein. Gleich fünf der insgesamt zehn Ratssitze gehen an die vor allem auf Instagram und WhatsApp aktive Gruppierung. Mit 744 Kreuzen ist Günter Vogel der Stimmenkönig im Widderner Rat. Ob er aber das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters übernehmen will, müsse er sich noch überlegen, so der 61-Jährige Brandmeister a.D. Jedenfalls sei die Zustimmung der Widderner und Unterkessacher "ein Riesenerfolg".
Man wolle die Vergangenheit ruhen lassen, betont Vogel. Daher strebe man an, konstruktiv mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten. Wichtig sei, dass es anders, besser werde. "Wir wollen Widdern in ein positives Licht rücken." Mit "Transparenz und Kommunikation" wolle man den Bürgern zeigen, "was in Widdern passiert", zum Beispiel durch die Reduzierung von nicht öffentlichen Sitzungen und mehr Bürgerinformationen.
Was die neue Liste "Zukunft für Widdern" vorhat
Ideen zur Steigerung der Attraktivität der Stadt sind, beispielsweise einen Tourismusführer oder einen Stadtplan mit Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten und Gastronomie aufzulegen. Die Wiedereinführung der Stadtführungen stehen ebenso auf dem Programm wie die Überarbeitung der Wander- und Fahrradwege. Eine Rad-Service-Station am Bahnhof steht ebenfalls auf der Wunschliste von "Zukunft für Widdern". Die Unterstützung des Schulbetriebs durch die Gestaltung des Schulhofs ist eine Idee, die Kindern zugute kommen soll. Ein Bürgerbus und die Schaffung von Begegnungsstätten sollen für die Älteren und für alle Generationen angegangen werden.
Im Bereich Stadtentwicklung stehen auf der Agenda die Unterstützung der Gastronomie, die Ausarbeitung eines Mobilitätskonzepts, mehr Lebensqualität durch mehr Grün, die Sicherstellung der ärztlichen Grundversorgung, den Auf- und Ausbau von Defibrillatoren-Standorten auch in den Teilorten sowie die Unterstützung neuer und bestehender Gewerbebetriebe.
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